Zweiklassen Trennung

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Julius rieb sich mit Daumen und Zeigefinger den Nasenansatz, seufzte dabei tief. Jetzt wo der erste Schrecken vorbei war, war Leonie ganz eindeutig in einen Schockzustand verfallen. Sie war kaum noch ansprechbar und starrte nur vor sich her – als wäre sie nicht mehr Teil des Geschehens, sondern lediglich jemand der ein Beobachter war... als... als schaute sie einfach nur einen Film in der Bildkristallkugel und sah zu, wie den Charakteren im Film diese Dinge passierten.
      Wieder seufzte er, öffnete wieder seine Augen.
      Darauf konnte er nun leider keine weitere Rücksicht nehmen. Er hatte schon zu viel Zeit verloren in dem er Leonie beruhigt hatte. Jetzt musste er sich definitiv um Li kümmern, bevor der Mann doch noch einen großen Fehler beging.
      „Leonie?“, sprach er sie an.
      Die Rosahaarige hob wieder wie in Zeitlupe ihren Kopf, sah ihn starr an mit einem halb weggetretenen Ausdruck in ihren Augen... als ob sie gar nicht richtig bei ihm war.
      „Ja?“
      „Kann ich dich für einen Moment hier alleine sitzen lassen? Ich muss nun Li sagen, dass er aufhören soll.“
      Sie nickte nur stumpf, immer noch mit diesem weggetretenen Blick.
      „Hast du mich verstanden Leonie?“, fragte er eindringlicher nach, „ich bleib hier an diesem Ort. Ich geh nur ein paar Meter zu Li, um ihm zu sagen, dass er aufhören soll. Dass er sich beruhigen soll. Verstehst du das?“
      Wieder nickte sie nur.
      „Ist das für dich okay?“, fragte er sicherheitshalber nochmal nach. Er musste zwar Li aufhalten, aber er wollte dem jungen Mädchen nicht den Eindruck geben, dass er sie in dieser schlimmen Situation alleine ließ.
      Wieder nickte sie ohne ihn wirklich zu sehen. „Ja. Alles okay.“
      Abermals entkam ihm ein tiefer Seufzer, während er sich aus seiner knienden Position erhob.
      Er ging zwei-drei Schritte auf Li zu.
      „Li?“ - Auch hier keine Reaktion.
      In Gedanken seufzte er zum x-ten Mal. Wieso nur konnte es mit Li nie einfach sein? Wann immer 'Li' involviert war, war abzusehen, dass die Dinge verkompliziert wurden. Wieso? Wieso nur?
      „Li, hörst du mich?“ - Immer noch keine Reaktion, statt dessen redete Li wieder mit den zwei Männern vor sich.
      Er sprach weiter. Auch wenn Li keine sichtbare Reaktion zeigte, so war sich Julius ziemlich sicher, dass Li ihn hörte... - ihn lediglich ignorierte.
      „Li, es reicht! Meinst du nicht, dass diese Typen mittlerweile genug haben? Sie haben ihre Lektion gelernt! Es reicht jetzt Li! Hör auf!!“

      Part 6, Teil 261: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • Schön zu sehen, dass ich noch zwei Leser habe. ^^


      Hina lächelte gierig und gefährlich, als er in das schmerzverzerrte Gesicht von Jeansjacke blickte. Hinter sich hörte und spürte er, wie Julius sich aus seiner Hocke erhob und einige Schritte auf ihn zu kam.
      „Li?“, hörte er hinter sich den jüngeren Mann. Er ignorierte ihn. Dieser Männer vor ihm waren... wichtiger.
      „Li, hörst du mich?“
      Er blickte weiterhin die Männer vor sich an. Ihre Kleidung glich mittlerweile reinen Fetzen und entblößte mehr, als wenn er ihre Kleidung einfach von ihnen runter gerissen hätte.
      „Hmm?“, machte er einen düsteren, melodischen Laut, „habt ihr mittlerweile genug? Hm?“
      Die zwei Männer nickten heftig, Tränen liefen ihnen die Wangen entlang – Tränen des Schmerzes, der Angst und der Verzweiflung.
      „Ja.. ja.. bitte.. bitte aufhören...“, bettelte Jeansjacke nuschelnd. Hina hatte ihm zuvor alle Zähne rausgebrochen. Aus seinem Mund floss immer noch Blut und sein Kiefer hatte begonnen anzuschwellen.
      Zeitgleich war Irokese mit „Wir- wir haben genug. Versprochen. Wir werden so etwas nie wieder tun. Bitte... bitte...“ zu hören. Irokeses gebrochene Handgelenke – beide – hingen baumelnd herab, während er seine Arme leicht gehoben hatte und bettelte.
      „Ahh...“, lächelte der Blonde dunkel, „nein... nein, ich denke nicht, dass ihr genug habt... ich sehe in euren Augen immer noch keine Hoffnungslosigkeit.“
      Er heilte die Männer wieder – auch die vor wenigen Sekunden zugefügten Eisverbrennungen an ihren Ohren, Nasen und Oberkörpern.
      „Li, es reicht! Meinst du nicht, dass diese Typen mittlerweile genug haben? Sie haben ihre Lektion gelernt! Es reicht jetzt Li! Hör auf!!“, mischte sich Julius wieder ein.
      Tch!
      Dieser verdammte Scheinheilige und Heuchler! Er selbst hatte ZIG – DUTZENDE – von Sklaven gefoltert und HUNDERTE von Menschen in den Hungertot oder Seuchentot geschickt und dann wollte er IHN – Hina – stoppen, wenn er zwei widerwärtige, kleine Bastarde, die es obendrein nicht besser verdienten – diese Bastarde machten sich schließlich einen Spaßeinen Sport – daraus junge Mädchen zu vergewaltigen...! - eine deutliche Lehre erteilte? Wenn er dafür sorgte, dass diese Drecksäcke nie auch nur wieder ein Mädchen anfassten?!
      Tch!
      Ferres dieser Heuchler!!
      Wieder holte Hina mit seiner Magie aus, wieder brach er Knochen, verbrannte Fleisch, zerschnitt – nein zerriss – Körperteile...
      ...und wieder war das laute Schmerz geladene Geheule der Männer zu hören. Wieder war reines Flehen in ihren Stimmen zu hören, während sie darum bettelten, dass er aufhören möge.
      Und ja... ja... jetzt... jetzt fing er an es zu sehen... - es war noch keine reine Hoffnungslosigkeit, aber... aber es war anfängliche Resignation. Sie fingen an aufzugeben, fingen an aufzuhören zu hoffen und zu erwarten – zu glauben - , dass er ihre Folter beendete – oder dass er von jemanden, wie zum Beispiel Ferres zum Aufhören bewegt werden konnte.
      Er lachte düster. Da sollte er Ferres eigentlich sogar ein 'Danke' aussprechen. Hätte Ferres nicht versucht auf ihn einzureden... wären diese Männer wohl nicht so schnell zu der Erkenntnis gekommen.
      Wieder lachte er dunkel, voller sadistischer Genugtuung und befriedigter Gier.
      „Und nun zum i-Tüpfelchen...“, sprach er, seine Stimme nach wie vor tief und seidig – eine Stimme, die ihm immer noch fremd war und die er eigentlich nicht von sich kannte, „...um sicher – um ganz sicher zu gehen, dass ihr nie wieder ein Mädchen anfassen werdet. Ihr sagtet, ihr würdet 'ALLES tun' wenn ich aufhöre?“
      In den Augen der Männer flammte kurz 'Hoffnung' auf, dass er sie nun endlich gehen lassen würde.
      „Oh... keine Sorge. Ich werde nicht so schnell aufhören... (Die Hoffnung in ihren Augen erlosch schlagartig und wurde wieder durch Angst und halber Resignation ersetzt.) ...aber... vielleicht könnt ihr mich ja davon überzeugen aufzuhören... in dem mir etwas überlasst.“
      Wieder lachte er, als er abermalig kurz „Hoffnung“ in ihren Augen aufblitzen sah.
      „Nun... es ist nicht so, als ob ihr groß eine Wahl hättet... ich werde mir so oder so nehmen, was ich von euch will.“
      Und wieder wurde die Hoffnung schlagartig mit Resignation ersetzt.
      Oh ja... bald... nicht mehr lange und er hätte sie genau da, wo er sie haben wollte: Hoffnungslos, gebrochen und vollständig am Boden.
      „Li!!“, hörte er diesmal schärfer hinter sich.
      „Ich werd mir eure... Männlichkeit nehmen“, blickte er mit seinen Augen bezeichnend auf den Schritt von Irokese, dann auf den von Jeansjacke, „oder anders formuliert: Ich will die Wurzel allen Übels!“
      Das war etwas, was er ohnehin von Anbeginn geplant hatte: Sie zu kastrieren. Solcher Abschaum, der sich an Frauen verging, verdiente genau das. So wären sie nicht mehr in der Lage einer Frau in solche einer Form je wieder Leid zuzufügen, sie wären für den Rest ihres Lebens verstümmelt und obendrein würde es zu tiefst an ihrem „männlichen Ego“ und „Selbstwertgefühl“ kratzen.
      Die perfekte Strafe für Dinger, wie diese vor ihm.
      „Du- du willst uns...?“, kam es Angst erfüllt mit ebenso vor Angst geweiteten Augen von Jeansjacke.
      „...-kastrieren. Ja. Genau das“, lächelte Hina dunkel und gefährlich.
      „Li!! Verdammt, es reicht!!!“, hörte er hinter sich in eindeutig autoritärem und befehlenden Tonfall Ferres, „hör sofort damit auf! Sie haben genug! Sie haben ihre Lektion gelernt!“
      Diesmal reagierte er auf den anderen Mann – Ferres würde ohnehin ja nicht eher locker lassen bis er ihm geantwortet hatte.
      Also drehte er seinen Kopf zurück zu Ferres und antwortete:
      „Genug? Nein. Diese Typen... diese... Dinger haben definitiv noch nicht genug Ferres. Wenn ich sie so laufen lasse, werden sie in ein-zwei Tagen gleich das nächste unschuldige Mädchen anfallen!“
      „Hörst du dich eigentlich gerade selbst reden?! Das ist nicht der Li, den ich kenne! Und vor allem ist es nicht DER Li in den ich...!“, Julius brach seine weiteren Worte ab.

      Part 6, Teil 262: Ende

      Pyrrah | Wunschedit 26.02.19
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • Tadakatsu wrote:

      Ich wollte es auch mal Anfangen zu lesen. Aber es war mir dann zu viel und es würde zu lange dauern bis ich auf dem aktuellsten Stand wäre.
      Wieso zu lange dauern? :o Ein Buch / Roman liest du man doch auch nach und nach durch... so wie man halt gerade Lust und Zeit hat.
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • Als ich angefangen habe zu lesen war glaube ich gerade kurz bevor venjanca auf die Bühne kam
      Ich finde es hat sich gelohnt
      Sei froh solange du nocj so viel lesen kannst wie du willst und nicjt immer warten musst

      Sehr schöner Part nur finde ich li.. gruselig

      ~Season~ wrote:

      [20:09] <Season> Privatserver sind nichts anderes als gestohlenes Eigentum der Gameforge 4D + Entwell, Basta
      [20:09] <Season> entsprechend ist die Nutzung verboten
    • ich sag doch li geht Julius glei an die Gurgel


      @Hina_Sakamoto du hast noch eine Menge Leser nur sind die meisten eben still
      Ich verstehe das da ich eigentlich auch fast nie nen Kommentar zu irgendwas verfasse aber ich möchte nur ungern das du aufhörst zu schreiben weil du denkst das keiner deine Geschichte mag/liest weshalb ich immer mal wieder nen Kommi schreibe
      Ich habe nur nich die nötige Kreativität um zu jedem Teil der Geschichte nen passendes/angebrachtes Statement abzuliefern und sowas wie "zwischenpost" finde ich nicht schön als Antwort auf etwas wo man so viel Mühe reingesteckt hat


      In diesem Sinne kaffe/Latte und Kekse für alle :happy:
    • Er konnte jetzt schlecht sagen „In den ich vertraue, dass er Lorcan schlagen wird.“, denn wenn er das sagte, wäre ihr gesamtes Projekt in großer Gefahr aufzufliegen. Die Mädchen und die zwei Typen würden seine Worte mitkriegen und in wenigen Tagen wäre die Gerüchteküche im vollen Gange, so dass Lorcan davon erführe und zum Gegenschlag ausholte, bevor sie selbst (oder vielmehr Li) überhaupt bereit waren ernsthaft gegen ihn antreten zu können.
      Der Kampf wäre verloren, bevor er überhaupt angefangen hatte.
      Nein... DIESE Worte konnte er in keinem Fall sagen. Also setzte er anders an, um zu versuchen Li zu überzeugen von seinem Vorhaben abzusehen:
      „Li, hör mir zu! Ich sage nicht, dass du nicht im Recht bist! Glaub mir: ICH bin garantiert der Letzte, der diesen Typen hier auch nur EINE Träne nachweinen würde – ganz egal, ob du sie folterst, sie kastrierst oder sonst etwas mit ihnen anstellst! Aber-...“
      Li fiel ihm ins Wort, „ach, dann hast du deine Meinung nun also geändert?“
      „Nein, habe ich nicht! Ich sagte: ICH würde ihnen keine Träne nachweinen! Aber ich weiß ganz genau, dass jemand ANDERES den ich kenne, NICHT genauso reagieren würde sobald er wieder bei klarem Verstand ist!“
      Diese Worte ließen Li sichtbar erstarren. Dann fasste sich der Golem.
      „Was willst du damit sagen?“, ein gefährlicher Unterton schwang in seiner Stimme mit.
      Julius war sich bewusst, dass er sich gerade auf sehr gefährlichem Terrain bewegte. Ein falsches Wort von ihm und Li würde entweder die Männer sofort kastrieren – oder im schlimmsten Fall sogar mit Absicht töten – oder er würde ihn selbst, Julius, angreifen. Definitiv – gefährliches Terrain.
      „Ich will das damit sagen, was ich bereits gesagt habe“, antwortete er mit ruhiger und zugleich fester Stimme, „du bist auf dem besten Weg zu weit zu gehen, Li. Ja – sie haben eine Strafe verdient. Ja – sie haben womöglich sogar eine Kastration verdient. Aber, wenn du das jetzt WIRKLICH machst... - dann überschreitest DU eine Grenze von der es kein Zurück gibt. Glaub mir Li, ich spreche aus eigener Lebenserfahrung. Ich war einst SELBST an dem Punkt an dem du nun gerade bist!“
      Li blickte nun einfach nur zurück ohne etwas zu sagen. Seine unnatürlich blauen, leuchtenden Augen starrten ohne zu blinzeln. Jetzt, wo er direkt in Lis Gesicht sehen konnte und diese Augen ihn direkt ansahen, konnte er nachvollziehen, wieso Li allen anderen hier solche Angst machte. Wortwörtlich leuchtende Augen bei einem Menschen – Golem – zu sehen, war wirklich... unbehaglich.
      Doch auch wenn er ein starkes Unbehagen fühlte bei diesem Blick, so dominierte bei ihm eindeutig die Faszination und Neugierde – das rein wissenschaftliche Interesse, WIE Li diesen Trick mit seinen Augen machte. Sobald das Ganze vorbei war würde er Li hundertprozentig darauf ansprechen. Allgemein... so einige Dinge, die Li bereits hier gezeigt hatte... interessierten ihn. Vielleicht würde der andere Magier ihm ja nun – wo sie nach über 20 Jahren endlich zivilisiert miteinander reden konnten – eine Antwort geben.
      Aber vorher musste er Li erst einmal zur Vernunft bringen.


      Part 6, Teil 263: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • „Ich will das damit sagen, was ich bereits gesagt habe“, antwortete Julius mit ruhiger und zugleich fester Stimme, „du bist auf dem besten Weg zu weit zu gehen, Li.“
      Zu WEIT?! Er war dabei ZU WEIT zu gehen?! Ohhh nein! Ferres wusste nicht einmal was es hieß, wenn ER – Hina - „zu weit“ ging!!! Im Gegenteil hielt er sich gerade die ganze Zeit über deutlich zurück!
      „Ja – sie haben eine Strafe verdient. Ja – sie haben womöglich sogar eine Kastration verdient.“
      Ach?! Dann stimmte Ferres ihm also DOCH zu?! Wieso verdammt nochmal wollte Ferres ihn dann aufhalten?!?!?!
      „Aber, wenn du das jetzt WIRKLICH machst... - dann überschreitest DU eine Grenze von der es kein Zurück gibt. Glaub mir Li, ich spreche aus eigener Lebenserfahrung. Ich war einst SELBST an dem Punkt an dem du nun gerade bist!“
      Das...!
      Diese letzten Worte ließen Hina innerlich erstarren. Er war vollkommen überrumpelt solche Worte zu hören. DARAN – dass er selbst eine Grenze überschreiten könnte, hatte er nicht gedacht und er hatte auch nicht damit gerechnet, dass FERRES – Mr. Kühl-und-Berechnend ihn aufhalten wollte, weil der andere Mann nicht wollte, dass er den Fehler diese Grenze zu überschreiten, machte.
      Das...!
      Sollte das heißen, dass Ferres vielleicht DOCH 'ein Herz' hatte? Dass es Ferres vielleicht DOCH um mehr als 'seine Investition' ging?
      Hm.
      Eine Grenze überschreiten.
      Ferres hatte mit seinen Worten nicht ganz unrecht. Wenn er nun weiter ging WÜRDE er eine Grenze überschreiten und zu jemanden werden der... - Er wäre nie wieder der Alte. Das wusste er mit einer Sicherheit, die keinen Zweifel zu ließ. Es war genau die gleiche instinktive Sicherheit, die ihm sagte, dass er DERZEIT nichts gegen Lorcan ausrichten konnte. Dass er jeden Kampf verlieren würde.
      ...und trotzdem hatte er sich vor vielleicht einer halben Stunde noch mit Lorcan ANLEGEN wollen? War er verrückt gewesen? ...aber da ging es auch um seine TOCHTER! Und egal, ob die Chance nur bei 1% lag oder sogar niedriger... er hatte jede Chance ergreifen wollen, die ihm erlaubte seine Tochter in Sicherheit zu wissen.
      Wäre er wieder in der Situation – er würde genauso handeln, wie zuvor. So dumm und unklug es auch war.
      Eine Grenze überschreiten.
      Der Blonde blickte wieder zurück zu den Männern, welche abermals vor Angst zurückzuckten und versuchten sich kleiner zu machen.
      Er ließ seinen Magiersinn wandern, fühlte nun ganz bewusst die Schwarzhaarige, welche sich offensichtlich etwas aus ihrer zusammen geballten Position heraus begeben und den Kopf gehoben hatte, um zu ihm, Ferres und Leonie hinzusehen. Fühlte Dina, welche immer noch vor Angst zitternd und weinend zusammen geballt an der gegenüberliegenden Wand hockte und versuchte sich so klein zumachen – so unsichtbar zu sein – wie nur möglich. Fühlte Leonie, die immer noch da saß, wo Ferres sie sitzen gelassen hatte – vor sich her auf den Asphalt starrend, in reinem Schock, ohne wirklich etwas zu sehen.
      Li ist... Li macht mir Angst. Viel mehr noch, als es dieser Typ getan hat. Ich... ich weiß, dass... dass er mir nichts getan hat und... und doch... bitte Julius... ich hab Angst“, hörte er Leonies Stimme in seinen Gedanken.
      Ihre Worte waren mit so viel Angst und Verzweiflung – mit Hilflosigkeit – gesprochen gewesen...
      Und ER war es, der diese Verzweiflung und Angst ausgelöst hatte...?
      Das zu wissen...! - Es brach ihm das Herz.
      Er hatte sie doch nur RETTEN wollen! Er hatte doch nur VERHINDERN wollen, dass diese Typen so etwas mit anderen Mädchen auch machten!
      Er... er hatte doch nur...
      Du bist auf dem besten Weg zu weit zu gehen, Li. Dann überschreitest du eine Grenze von der es kein Zurück gibt.“
      Verdammt! Wieso?! Wieso nur war Ferres so... sooo... weise, so altklug geworden?!?! Und wieso verdammt nochmal musste Ferres es sich zur Aufgabe machen ständig – wirklich ständig seit dem sie sich wieder begegnet waren – als 'sein Gewissen' zu agieren?!?!
      Er war ÄLTER als der andere Mann und trotzdem...! Trotzdem fühlte er sich immer und immer wieder... jünger, herabgesetzt... weniger reif. Und wenn er ehrlich war... wenn er daran dachte, dass er sich die letzten 20 Jahre vor seinen inneren Wunden und 'dem Leben' versteckt hatte... - musste er eingestehen, dass er wirklich weniger reif war als Ferres.
      Ferres war an dem Punkt an dem ein Mann um die 50 Jahre sein sollte. Er selbst hingegen...
      Mental seufzte er.
      Er selbst hingegen war definitiv nicht an diesem Punkt, hatte nicht die mentale Reife eines 50-jährigen.

      Part 6, Teil 264: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • Knappe Sache, aber schön geschrieben!
      Danke fürs Posten, viel Erfolg dir bei den weiteren Teilen

      Display Spoiler

      Ich schreibe gerade an meiner modularbeit und bin an einem ähnlichen Punkt wie du mit der Geschichte.. es fällt mir schwer sie einfach zu beenden

      ~Season~ wrote:

      [20:09] <Season> Privatserver sind nichts anderes als gestohlenes Eigentum der Gameforge 4D + Entwell, Basta
      [20:09] <Season> entsprechend ist die Nutzung verboten
    • Weitere Teile werden vermutlich noch etwas dauern. Nach wie vor steck ich bei dieser Szene ziemlich fest.


      Er drehte sich wieder zu Ferres um, sah den anderen Mann wieder an ohne etwas zu sagen. Dann schwenkten seine Augen zu Leonie, welche wenige Schritte hinter Ferres am Boden hockte. Ferres' Jacke war über ihre Schultern gelegt, sie war ihr viel zu groß. Es hatte schon fast etwas komisches, wie diese viel zu große Jacke sie einhüllte, als wäre sie ein Zwerg. Fast. Wäre da nicht der ernste Hintergrund, wäre da nicht sichtbar, wie sie regelrecht versuchte sich in der Jacke zu verstecken, wäre da nicht ihr stoischer Blick, der vor sich her starrte ohne etwas zu sehen.
      Ja. Fast.
      Fast komisch.
      Sein Blick schwenkte durch die Gasse, glitt zu Dina, welche immer noch an der gegenüberliegenden Wand kauerte. Sie machte sich so klein wie möglich, hatte ihre Hände um ihren Kopf geschlungen und ihren Kopf in ihren angezogenen Knien vergraben. Mit ihren Unterarmen versuchte sie die Geräusche auszublocken. Sie weinte. Sie weinte und zitterte vor Angst am ganzen Körper.
      Arme Dina.
      Dann ging sein Blick weiter, zu der Schwarzhaarigen hin. Diese hockte ebenfalls immer noch an der Hausmauer, doch hatte sie mittlerweile ihren Kopf leicht gehoben und sah zu ihm, Julius und Leonie hin. Ihr Blick war starr nur zu ihnen gerichtet, scheinbar versuchte sie gerade ganz bewusst nicht in die Richtung der zwei Männer zu sehen.
      Hina konnte es ihr nicht verübeln. Als er mit acht Jahren seinen ersten gefolterten Sklaven sah... - es war seine erste „richtige“ Aufgabe als Healer gewesen, sein erster Mal wo er einen Menschen heilen sollte - ...ihm war wortwörtlich schlecht geworden und er hatte an Ort und Stelle erbrochen.
      Nein, er konnte es ihr definitiv nicht verübeln, wenn sie den grauenvollen Anblick möglichst vermeiden wollte. Im Gegenteil es war sogar sehr klug und weise.
      Er blickte kurz direkt in ihr Gesicht. Ihre Augen weiteten sich in nackter Angst und sie zuckte mit dem Kopf zurück, versteckte ihr Gesicht wieder in ihren Knien.
      Fürchtete sie, dass er auch auf sie losgehen würde, wenn sie seiner Anweisung sich zu einem Ball zu rollen, nicht nachkam? Hatte sie wirklich SO sehr Angst vor ihm?
      Eine Grenze überschreiten.
      Im nächsten Moment kam wieder das Bild in ihm hoch, wie er einst versuchte seinem beinahe-Vergewaltiger zu entkommen. Wie sie versuchte an ihm vorbei zu rennen, sie ihm den Schlag verpasst, ihm der Schlag rein gar nichts ausmachte und sie herumriss. Er sie auf die Werkbank drückte, sie mühelos dort festnagelte... mit nur einer Hand. Wie er ihre Kleidung von ihrem Körper riss, wie sie nackt, hilflos und absolut machtlos unter ihm lag, wie er seinen Schritt an den ihren presste, sie seine Erregung an ihrem Schritt spürte, seine Lust in seinen Augen sah... wie ihr mit kalter Gewissheit klar wurde, dass es NICHTS gab, was sie tun konnte, um ihn aufzuhalten... dass es SEINE Entscheidung war, ob er nun weiter ginge und sie einfach nahm... einfach in sie eindrang... - oder nicht.
      Es blitzte das Bild auf, wie er diese Gasse betrat. Wie er die Blauhaarige bewusstlos und halbnackt – mit zig blauen Flecken... mit HANDABDRÜCKEN an ihren Hüften und Oberschenkeln... vorfand.
      Wie die Schwarzhaarige verzweifelt versuchte ihrem Angreifer und der bevorstehenden Vergewaltigung zu entgehen. Wie sie bereits mehrere blutende Wunden davon getragen hatte. Wunden, die ein so junges Mädchen nicht verdiente! NARBEN, die ein so junges Mädchen nicht verdiente!
      Wie die Rosahaarige bereits am Boden auf der Straße lag, ihr Angreifer auf ihr, sie halbnackt. Wie er sich an ihrem verzweifelten Weinen und Flehen, er möge aufhören, auch noch AUFGEILTE! Mit welcher Gier und Lust er mit ihr spielte! Den Moment der Vergewaltigung herauszögerte, weil er sie erst auf anderem Wege 'kosten' wollte! Er ihr auch noch sagte, dass es IHRE SCHULD sei, dass das passierte! Dass es daran läge, dass sie eine so große Oberweite hatte! Er ihr damit vermittelte, dass sie sich für ihren Körper zu SCHÄMEN hatte!
      Wieder kroch diese endlose Wut und Dunkelheit in ihm hoch. Er spürte es... es war wie ein Raubtier, was endlich von der Leine gelassen werden wollte. Und nicht wie bisher ständig von einem kleinen Teil seiner Vernunft noch zurückgehalten werden wollte. Nein... es wollte diese Männer zerreißen, zerfleischen... ihnen zeigen, was 'Dunkelheit' wirklich bedeutete!! So lange weiter machen bis sie wahnsinnig oder tot waren.
      Vor seinem inneren Auge blitzte Dina auf, welche gegen die Wand gepresst wurde. Ihre Kleidung zerrissen, ihr Slip am Boden. Wie der Mann seinen dreckigen Mund auf den ihren presste, mit Gewalt in ihren Mund eindrang und ihn plünderte. Wie er seine widerwärtige Hand nahm und in seine geöffnete Hose fasste, um...! ...und wie Dina weinte. Mit welcher Angst und Verzweiflung sie ihn anstarrte. Mit welcher Hilflosigkeit... welcher Machtlosigkeit.
      Wieder entkam ihm ein tiefes, animalisches Knurren. Das Biest in seinem Inneren – die Dunkelheit – zerriss eine Kette nach der anderen, welche es zurückhielten. Es wurde nur noch knapp an einer Kette zurückgehalten an der es zerrte und zog, um sich endlich vollständig zu befreien.
      Sollten sie ihn doch fürchten! Sollte er doch eine Grenze überschreiten und vollständig in die Dunkelheit fallen! Es war egal! So lange er nur diese Bastarde mit sich herab reißen konnte! Sie verschlingen konnte, dass nichts mehr von ihnen übrig blieb!

      Part 6, Teil 265: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • ich glaube ich sag es dir jedes mal, aber ich finde es sehr gelungen, wie du die gedanklichen Vorgänge und Emotionen beschreibst

      /me hinterlässt eine heiße, dampfende Tasse

      ~Season~ wrote:

      [20:09] <Season> Privatserver sind nichts anderes als gestohlenes Eigentum der Gameforge 4D + Entwell, Basta
      [20:09] <Season> entsprechend ist die Nutzung verboten
    • Danke für die Tasse.
      So langsam - ganz langsam - bildet sich was raus. x.x


      Julius' Augen weiteten sich in Schock. Gerade als er noch gedacht hatte, dass er zu Li durchdrang...!
      Li hatte ihn eine ganze Weile einfach nur angesehen, dann seinen Blick schwenken lassen... und im nächsten Moment...! Im nächsten Moment änderte sich Lis Blick zu etwas... rein animalischem, etwas NOCH Dunklerem als er es bisher von dem anderen Mann gesehen und in seiner Magie gefühlt hatte.
      Hieß das etwa, dass sich Li zuvor die ganze Zeit noch zurückgehalten hatte?! Und dass Li nun tatsächlich bereit war der Dunkelheit in seinem Inneren freien Lauf zu lassen?!?!
      „Li verdammt! Hör mir zu!“, schrie er, während er gleichzeitig spürte, wie sich die Magie in dieser Gasse nur NOCH mehr verdichtete, als zuvor. War sie zuvor wie ein übler Gestank in der Luft, so war es nun, als wäre sie ein bleiernes Gewicht was einen runter zu Boden drückte.
      „Hör sofort damit auf, Li!! Hör auf!! Du überschreitest eine Grenze! Obendrein haben sie genug! Verdammt, hörst du eigentlich was ich sage?!?!“
      Julius wurde seinerseits wütend – aber dies mehr aus Frustration heraus. Dieser sture Bock! Es war zwar gut, dass Lis Sturheit ihn dazu befähigte gegen Gegner anzutreten und auch scheinbar aussichtslose Kämpfe nicht zu scheuen – aber gleichzeitig war es, wie ein Fass ohne Boden! Es war als redete man gegen eine Wand!
      Dieser...! Dieser verdammte! Sture! Bock!!
      Wenn er doch nur mal ENDLICH zuhören würde und sich mal EINMAL nicht von seinen Emotionen und Instinkten leiten lassen würde!! Sondern mal EINMAL auf Vernunft und Logik hören würde!!
      „Ich sagte: Stopp!“, rief er wütend, „du bist nicht mehr du selbst! Das ist NICHT der Li, den ich kenne!! Und vor allem nicht DER Li, dem ich mein Leben anvertraue!!“
      Und das Leben meiner Familie.


      Part 6, Teil 266: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • die Beschreibungen von li klingen wie bei Starwars wenn die dunkle Seite der Macht beschrieben wird
      Also in Büchern und so
      Ich frag mich worauf du wartest die amulette zu benutzen.. aber das werde ich ja bald herausfinden!

      ~Season~ wrote:

      [20:09] <Season> Privatserver sind nichts anderes als gestohlenes Eigentum der Gameforge 4D + Entwell, Basta
      [20:09] <Season> entsprechend ist die Nutzung verboten
    • Kovalsky wrote:

      Ich frag mich worauf du wartest die amulette zu benutzen.. aber das werde ich ja bald herausfinden!
      Antwort: Weil es so lustiger ist. Siehe nächsten Part. :D


      Tara saß zusammen geballt da und so sehr sie sich auch bemühte sich weg zu träumen an einen anderen Ort... es ging nicht. So sehr sie sich auch bemühte die Schmerzensschreie und Geräusche von spritzendem Blut oder brechenden Knochen auszublenden... es klappte nicht.
      Dann... plötzlich... war da noch ein Geräusch... kaum hörbar unter den anderen, viel lauteren Geräuschen und doch da. Es hörte sich an wie schweres Atmen, begleitet von Schritte. Irrte sie? Bildete sie sich das nur ein?
      Sie traute sich nicht aufzusehen und zu prüfen, ob sie es sich nur einbildete. Zu viel Angst hatte sie vor dem Agma, dass dieser auch auf sie losginge, sollte sie nicht seinem Befehl nachkommen.
      Die Geräusche wurden lauter und lauter... gingen an ihr vorüber.... wurden wieder leiser und leiser als sich die Person von ihr entfernte. Sollte das tatsächlich heißen, dass NOCH wer die Gasse betreten hatte?
      Nach einer kurzen Weile hörte sie, wie eine männliche Stimme etwas lauter Leonies Namen ausrief. Dann hörte sie Leonie irgendetwas antworten – es war zu leise, als dass sie verstehen konnte was geredet wurde, doch bekam sie mit, dass sich Leonie und der unbekannte Mann miteinander unterhielten. Wer auch immer neu hinzu gekommen war – er war auf ihrer Seite.
      Erleichterung durchflutete sie, dass sie sich nicht um NOCH eine weitere Gefahr sorgen mussten.
      Und schließlich... schließlich gewann ihre Neugierde die Oberhand, drängte ihre Furcht vor dem Agma zurück. Sie hob ihren Kopf leicht an und sah zu Leonie hin.
      Die Erleichterung verdoppelte sich auf Anhieb, als sie Julius sah.
      Was ein Glück, Julius war da. Er würde mit Sicherheit alles richten. Julius war schließlich ein ehemaliger Abenteurer, der sogar Level 99 erreicht hatte – und das zu einer Zeit in der es so viel schwieriger gewesen war dieses Level zu erreichen.
      Sie beobachtete, wie er Leonie beruhigte und wie er schließlich aufstand, um Li zu stoppen.
      Das...! Es stockte Tara der Atem. Was für einen Mut er hatte, dass er sich tatsächlich traute sich Li – dem Agma – in der derzeitigen Situation entgegen zu stellen!
      Pure Bewunderung verspürte sie in jenem Moment, während sie beobachtete, wie sich der ehemalige Abenteurer mit dem blonden Mann unterhielt.
      „Hörst du dich eigentlich gerade selbst reden?! Das ist nicht der Li, den ich kenne! Und vor allem ist es nicht DER Li in den ich...!“, brach Julius seine weiteren Worte ab.
      Tara fiel beinahe der Mund offen, so geschockt-erstaunt – und zugegeben gerührt – war sie. Julius hatte doch hundertprozentig sagen wollen „...nicht DER Li in den ich mich verliebt habe!“
      Oh. My. God. Wenn doch nur Rose das hätte hören können!! Sie würde ausflippen!
      Das...! Das hieß also...! Das hieß also, dass Rose die ganze Zeit über hundertprozentig, absolut RICHTIG gelegen hatte! Die beide waren TATSÄCHLICH ein Paar!!
      Oh my god, oh my god, oh my god...! Wenn sie das später Rose erzählte...!
      Sie beobachtete, wie sich die beiden Männer weiter unterhielten. Wie sich Li kurz nochmal zu den beiden Typen umdrehte, nur um sich wieder seinem Freund zuzuwenden und anschließend seinen Blick durch die Gasse schweifen zu lassen.
      Einerseits empfand sie Erleichterung – es schien wirklich, dass Julius zu ihm durchdrang – und andererseits... machte er ihr immer noch Angst. Als er ihr direkt ins Gesicht blickte, zuckte sie zurück und versteckte ihr Gesicht schnell wieder in ihren Knien.
      Diese Augen...! Diese unnatürlich, leuchtenden Augen...! Das...! Er musste ein Agma sein! Anders waren diese Augen nicht zu erklären! Anders war NICHTS zu erklären, was sie bisher von ihm gesehen hatte!
      Im nächsten Moment geschah etwas, was sie nicht einmal mehr für möglich gehalten hatte. Hatte sie zuvor bereits Angst gefühlt und gedacht der Agma könnte nicht NOCH Angst einflößender werden, so war es nichts im Vergleich zu jetzt. Auf einmal spürte selbst sie – eine Bogenschützin – die dunkle, furchteinflößende, tödliche Magie, die den Agma umgab.
      Oh my god! Er wird uns alle umbringen!“,schoss es ihr durch den Kopf.
      Und nur eine Sekunde darauf, weiteten sich ihre Augen und die Furcht wurde abermals durch Schock und Bewunderung ersetzt, als sie hörte wie Julius immer noch auf seinen Freund einredete. Wie Julius immer noch um seinen Freund kämpfte. Er immer noch darum kämpfte, dass sein Liebhaber nicht zu DEM Monster wurde, als dass Agmas verschrien waren.
      Das...!
      „Ich sagte: Stopp!“, rief Julius wütend, „du bist nicht mehr du selbst! Das ist NICHT der Li, den ich kenne!! Und vor allem nicht DER Li, dem ich mein Leben anvertraue!!“
      Mit immer noch geweiteten Augen schaute sie wieder auf, sah zu Julius, welcher nur vielleicht zwei Meter von Li entfernt stand und verzweifelt um seinen Geliebten kämpfte.
      Und vor alle nicht DER Li, dem ich mein Leben anvertraue!!“
      Oh ihr Götter...! Wenn DAS keine Liebeserklärung war, dann wusste sie auch nicht weiter! Julius hatte Li so eben gesagt, dass er ihm SO SEHR vertraute, dass er ihm sogar sein LEBEN anvertrauen würde!! Oh ihr Götter...! Wie sehr musste Julius den Jüngeren nur lieben, um SO ETWAS sagen zu können.
      Der Ältere vertraute tatsächlich darauf, dass der Jüngere... - das der Agma – nicht den Rest seiner Kontrolle verlor und sie alle nieder metzelte! Was ein Mut.
      Tara schluckte schwer.
      Trotz ihrer immer noch vorhandenen Angst, flammte wieder Entschlossenheit in ihr auf. Julius war SO mutig, dass er sich Li stellte, obwohl dieser definitiv nicht mehr er selbst war! Er liebte den anderen Mann SO sehr, dass er ihm IMMER NOCH sein Leben anvertraute. Er war bereit IMMER NOCH um Li zu kämpfen. ...weil er den anderen Mann liebte.
      Sie KONNTE da nicht einfach tatenlos zu sehen! Ja, sie hatte Angst! Unglaublich Angst sogar! Aber sie KONNTE einfach nicht daneben stehen und beobachten, wie sich der ältere Mann in Gefahr begab. Li WAR jünger als Julius! Und... und er war – musste – ein Agma sein! Selbst, wenn das hieß, dass Li theoretisch älter war als Julius (manche Agma sollten sehr alt werden können, älter als jeder Mensch), so war Li dennoch in einem jungen Körper!
      Julius hätte doch nie eine Chance gegen einen körperlich, jungen Li!! Einem Li, der obendrein auch noch über spezielle Agma-Fähigkeiten verfügte, wie mehr Schnelligkeit oder mehr Körperkraft als ein Mensch sie besaß. Und das musste Julius einfach auch wissen – er mit all seiner vielen Erfahrung als Abenteurer! Und DENNOCH kämpfte er um Li!
      Nein!
      Sie konnte nicht daneben stehen, als wäre sie die „Dame in Nöten“. Sie konnte vielleicht nicht viel direkt ausrichten. Wie denn auch, wenn sie nicht einmal Jeansjacke hatte besiegen können?, dachte sie bitter. Aber sie konnte vielleicht mit Worten für eine Ablenkung sorgen, die Julius dann nutzen konnte.
      Entschlossen stand sie aus ihrer Hocke auf und ging zwei Schritte auf Li und Julius zu – nur um wie angewurzelt stehen zu bleiben, als diese blau-leuchtenden Augen abrupt zu ihr schnellten.
      Sie schluckte wieder. Spürte wieder so bewusst das Zittern ihres ganzen Körper, den Angstschweiß, der ihre Haut klamm machte, fühlte wie sich sämtliche Körperhaare aufgerichtet hatten. Spürte den Instinkt, der ihr zuschrie „Wegwegweg...fliehfliehflieh...vonhierweg...lauf...!“
      Dennoch blieb sie standhaft. Sie konnte vielleicht nicht viel mehr tun, als einfach nur da zu stehen – und selbst das kostete sie alles an Selbstbeherrschung, die sie aufbringen konnte – aber sie würde Julius nach ihren besten Möglichkeiten unterstützen und ihn nicht im Stich lassen!
      Hina Sakamoto hätte das auch nicht getan!
      „Ju- Julius hat recht!“, stotterte sie, ihre Stimme wurde beim Sprechen jedoch fester, „du bist nicht du selbst Li! Bitte hör auf Julius! Er würde dir nie etwas böses tun oder dich hintergehen! Er LIEBT dich! So wie DU ihn!!“
      Von einer Sekunde auf die andere weiteten sich diese blau-glühenden Augen in reinem Schock.


      Part 6, Teil 267: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar