Zweiklassen Trennung

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    • Zweiklassen Trennung

      Vorne weg einige Dinge zur Information.
      Die Geschichte ist durch den Kommentar eines Forums-Posters entstanden, der meinte, Mall-Sachen sollten nicht mehr handelbar sein.
      Zweitens will ich in keiner Weise 90+ Spieler beleidigen etc. Es soll sich keiner direkt angegriffen fühlen. Die Geschichte ist rein fiktiv und soll unterhalten, mehr nicht.
      Über konstruktive Kritik würde ich mich freuen.
      Weiterhin wird es hier zu noch einen weiteren oder sogar zwei weitere Parte geben. Jeder der Parte ist eine abgeschlossene Geschichte, aber alle zwei / drei zusammen bilden noch einmal eine übergreifende.
      Part 1 muss ich leider in mehreren Teilen hochladen, da es als gesamter Teil zu lange ist.

      Nun zur Geschichte, ich hoffe sie gefällt euch. Viel Spaß beim Lesen. ;)


      „Gah!“, rief er aus, als er schmerzhaft zu Boden gestoßen wurde, im Dreck landend, da es nur wenige Stunden zuvor geregnet hatte und der weiche Erdboden noch nicht vollends trocken war.
      „Aus dem Weg!“
      Er sah zu der Person, die ihn gestoßen hatte, auf. Es war ein hoch leveliger Schwertkämpfer, wie ihm das Emblem auf dessen Uniformjacke, sowie das Schwert an seiner Hüfte, verrieten. Direkt hinter dem Schwertkämpfer stand eine weitere Person, diese in sichtbar neuer und teurer Kleidung gekleidet, das Emblem an dessen Jacke zeichneten ihn als einen Bogenschützen aus, weiterhin hatte er einen reich verzierten Köcher und Bogen über seiner Schulter hängen. Ein Bogenschütze mit zwar mittlerem Level, doch dafür umso besseren Elementen. Es war einer der Reichen Nostales, einer der Oberschicht. Der Level 90 Schwertkämpfer war wohl sein Bodyguard.
      Hina stand wütend auf. „Was soll das?!“, fuhr er wütend den Schwertkämpfer an, indirekt jedoch den Bogenschützen meinend. Hina hatte generell keine gute Woche gehabt und jetzt auch noch in den Dreck geschubst zu werden von jemandem, der dachte, nur weil er bessere Ausrüstung hatte, etwas besseres zu sein und sich solch ein Verhalten herausnehmen zu können.... das brachte das Fass zum Überlaufen.
      Doch schon im nächsten Moment weiteten sich Hinas Augen geschockt, als er die Klingenspitze, welche ihm der Bodyguard direkt an den Hals hielt, spürte. Er hielt für eine Sekunde sogar die Luft an, so erschrocken war er über diese plötzliche Wendung.
      Der Bogenschütze trat neben den Schwertkämpfer und betrachtete Hina von Kopf bis Fuß mit einem abschätzigen und zugleich herablassenden Blick. „Ein Haufen Scheiße.“ Er wand seinen Blick ab.
      Hina war sich unangenehm bewusst, wie er auf den anderen wirken musste. Seine Kleidung, Jeans, T-Shirt, eine Jacke darüber und dazu Turnschuhe waren bereits vier bis fünf Jahre alt. Sie waren sichtbar ausgetragen. Die Jeanshose war am Saum ausgefranzt und an einem Bein hatte sich dort sogar ein Loch gebildet, auf das er beim Laufen ständig trat. Ein weiteres Loch befand sich am Knie, groß genug, dass seine Kniescheibe sichtbar war. Sein Shirt und seine Jacke hatten ebenfalls hier und da ein kleines Loch aufzuweisen, z.T. zeigten sich einzelne Fäden, die sich an den Nähten gelöst hatten. Seine Schuhe waren verkratzt und ausgelatscht. Zusätzlich war seine gesamte Kleidung deutlich ausgewaschen, die Farben stark ausgebleicht, die Hose an den Schienbeinen fast schon weiß, seine einst dunkelgrüne Jacke bereits hellgrün geworden, sein Shirt, einst Weiß gewesen, hatte längst nicht mehr seine strahlende Farbe, sondern war stumpf geworden.
      Zu all diesem kam nun auch noch der Dreck durch den morastigen Boden.
      Doch auch wenn er sich keine neue Kleidung leiste konnte, so gab es dem Bogenschützen noch lange nicht das Recht so mit ihm umzuspringen.
      „Das Aussehen hab ich deinem Bodyguard zu verdanken!“, konterte er immer noch wütend, aber in ruhigerem Tonfall.
      „Hey!“, protestierte der Bodyguard laut, „ich bitte um etwas mehr Respekt gegenüber Kanto-sama!“
      Der Druck des Schwertes gegen seinen Hals verstärkte sich leicht, Hina erstarrte erneut kurz, fasste sich aber schnell wieder.
      „Und wieso sollte ich das machen?! Er hat bisher nichts getan, das Respekt verdient hätte. Nur seinen Wachhund auf mich gehetzt!“
      An der aufflammenden Wut in den Augen des Schwertkämpfers erkannte der Magier zu spät, dass er dies wohl besser nicht gesagt hätte. Im nächsten Moment wich er dem zustoßenden Schwert zur Seite aus, ein blutiger Kratzer an seinem Hals blieb ihm als Andenken, dass er gerade eben dem Tod entkommen war. Einen Augenblick später musste er sich hastig daran machen weiteren Angriffen auszuweichen.
      Hina beschwor seinen Zauberstab während er den Angriffen so gut es ging auswich. Er war in keiner Weise geübt darin gegen Menschen zu kämpfen, auch waren seine Augen nicht die besten. Er hatte bereits seit seiner Geburt an Schwierigkeiten Distanzen richtig einzuschätzen, doch wo der Schwertkämpfer in beiden Punkten im Vorteil war, so machte Hina seine Schwächen mit seiner Reaktionsgeschwindigkeit wett. Mehrfach einem Schwerthieb nur knapp entkommend, so dass er einen blutigen Kratzer ab bekam, er aber keine tiefere Wunde davon trug. Zeitgleich versuchte er immer wieder anzugreifen, doch brauchte er für die mächtigeren Zauber Zeit um diese auszuführen. Zeit, die ihm der Schwertkämpfer nicht ließ. Dem immer weiter zurück weichenden Magier blieb nichts anderes übrig als einfache Standardangriffe auszuführen, parallel darauf zu achten, dass er nicht von einem Schwerthieb übelst verletzt wurde.
      „Du bist verdammt flink für einen Holy“, hielt sein Gegner schließlich kurz inne.
      Hina keuchte schwer, Schweiß lief ihm am Hals entlang, sein T-Shirt am Brustbein bereits nass, hielt er seinen Zauberstab mit beiden Händen fest, trotz dass sein linker Arm schmerzhaft aufschrie. Er hatte zuvor einen heftigen Schwerthieb am Oberarm abbekommen, welcher – wäre er dem Angriff nicht gerade ebenso ausgewichen – ihm seinen kompletten Arm gekostet hätte. Eine weitere ebenso stark blutende Wunde hatte er am Oberschenkel davon getragen, die Folge war, dass sein Bein bereits zitterte. Er hatte Mühe Gewicht auf diesem zu tragen, auch wenn er die Schmerzen, soweit es ihm möglich war, zum Großteil ignorieren konnte.
      „Mage“, korrigierte er immer noch keuchend, „ich bin Mage. Holy ist... nur ein Teil... meiner... meiner Fähigkeiten.“
      „Ach“, lächelte er melodramatisch, „sag nicht du bist einer der Magier, die tatsächlich glauben sie könnten mit echten Kämpfern mithalten?“
      Der Schwertkämpfer im Gegensatz zu Hina hatte zwar auch einen leichten Schweißfilm (bei weitem nicht so stark wie der Magier, seine Kleidung war noch komplett trocken, nur glitzerte hier und da ein Schweißtropfen auf seinem Gesicht), doch war er in keiner Weise außer Atem. Im Gegenteil, sein Atem war noch genauso ruhig wie zu Anfang.
      Der körperliche Unterschied zwischen einem Schwertkämpfer und einem Magier zeigte sich deutlich, trotz dass der Schwertkämpfer schwere Metallrüstung trug und der Magier nur mit leichtem Stoff bekleidet war.
      Doch war dieser extreme Unterschied nicht den Magiern oder den Schwertkämpfern zu zuschreiben, sondern einzig und allein der Regierung. Sie hatte mit der Begründung, dass es zu wenig Ressourcen (Materialien wie Metall und Arbeiter, sowie zeitlicher Aufwand) gäbe, bereits lange bevor Hina geboren war, ein Gesetz erlassen, das besagte, dass in erster Linie die Schwertkämpfer und Bogenschützen mit guter Rüstung und Waffen etc. zu unterstützen seien.
      Der Grund dahinter war relativ einfach: Magier waren die einzigen, die mit ihren Zaubern heilen und andere Kämpfer im Kampf unterstützen konnten. Sei es, dass sie die Waffen mit einem Zauber verstärkten, die Füße der Gegner am Boden gefrieren ließen, den Gegnern starke Verbrennungen zu fügten oder den Gegnern einen Teil ihrer Lebensenergie abzogen etc.
      Schwertkämpfer und Bogenschützen waren dazu nicht in der Lage. Von daher war den Magiern per Regierung die Rolle des Unterstützers, des Supporters, zu gesprochen bekommen, der seine Mitstreiter zu unterstützen habe. Die Konsequenz daraus war, dass die anderen beiden Berufsklassen mit den besten Schwertern, Rüstungen und Bögen unterstützt wurden. Sie wurden gefördert beim Training, egal wo und wann sie trainieren wollten.
      Den Magiern war nicht erlaubt Rüstung zu tragen, einzig spezielle Roben, die leichte Abwehrzauber eingewebt hatten, mehr nicht. Die Abwehrzauber waren aber bei weitem nicht mit einer vernünftigen Rüstung zu vergleichen. Die besten Rüstungen gingen zu den Schwertkämpfern.
      Auch waren ihre Zauberstäbe und Zauberpistolen nicht gut gearbeitet und verursachten beim Gegner daher nur eher geringen Schaden. Kein Zauber der Welt und sei er noch so stark, konnte eine schlecht gearbeitete Waffe ausgleichen. Die am feinsten und sorgfältigsten verarbeiteten Waffen bekamen die Bogenschützen, die Geschosse gingen durch so ziemlich alles durch, wenn sie trafen. Nichts war vor den Pfeilen, Dolchen und den Bumerangs des Bogenschützen sicher.
      Durch das körperliche Training hatten Bogenschützen und Schwertkämpfer mehr Ausdauer, waren schneller, hatten mehr körperliche Kraft. Insbesondere der Bogenschütze, welcher mit seiner Schnelligkeit einfach immer einen guten Abstand zu seinen Feinden einhalten und sie anschließend aus der Ferne töten konnte. Beim Schwertkämpfer, der durch seine Rüstung geschützt wurde, war dies erst gar nicht notwendig. Er erhielt einen so geringen Schaden durch seine Rüstung, dass er keinen Abstand zu dem Gegner einhalten musste.
      All diese gesetzlichen Bestimmungen hatten im Laufe der Jahrzehnte dazu geführt, dass die Magier zu erst einfach zur untersten Gesellschaftsschicht gemacht worden waren, anschließend hatte es sich verschlimmert und sie waren zu reinen Sklaven geworden. Machten sie nicht das, was ihnen befohlen wurde, drohte man ihnen „DK“ an. Die Abkürzung DK stand für „Dauer Kill“ und bezeichnete körperliche Züchtigung – Folter. Selbstverständlich wurde man nicht wirklich getötet, wobei dies bei dem ein oder anderen unachtsamen Folterer schon vorgekommen sein sollte. Die Schmerzen bei DK waren so unerträglich, als würde man permanent getötet werden oder sich permanent den Tod wünschen, je nach dem wie man es sehen wollte.
      Alternativ drohte man ihnen an, dass sie aus der Familie verbannt wurden. Familien waren immer „Patch-Work Familien“, ein Zusammenschluss von mehreren Leuten, die gleiche Interessen hatten. Ohne eine Familie war es recht schwer klar zu kommen. Selbstverständlich war es nicht unmöglich, aber es war bei weitem schwerer, als wenn man Leute hatte, die einem bei den Kämpfen unterstützen.
      Beleidigungen, Befehle barsch entgegen gebrüllt zu kriegen oder ignoriert zu werden, so lange sie nicht gebraucht wurden, war normaler Alltag für Magier.
      In dieser Welt war Hina, damals unter dem Namen „Satoshi“ bekannt, aufgewachsen und auch er hatte als Sklave leben müssen bis er zwei Reisenden von Außerhalb kennen gelernt hatte YaSaJuDaSa, eine Bogenschützin und ChaosKeksi, ein Schwertkämpfer. Durch das aufeinander treffen mit diesen beiden lernte er, was es hieß mit Respekt und Würde behandelt zu werden. Sie waren die ersten, die ihn wie einen normalen Menschen behandelten und er lernte was es hieß Selbstachtung und Selbstbewusstsein zu haben. Diese beiden wurden seine neuen Herren, sie nahmen ihn mit auf Reisen und nahmen ihn in ihrer Familie auf.
      Doch sollte das nicht für lange Dauer sein. Je mehr Satoshi lernte, je stärker er wurde und je selbstbewusster er wurde... desto öfter geriet er in Streite mit Chaos. Chaos war zwar einerseits sehr hilfsbereit und freundlich, doch andererseits ebenso kontrollsüchtig. Wenn etwas nicht genau so ablief, wie er es gerne gehabt hätte, wurde er wütend. Satoshi hingegen hatte begonnen seinen eigenen Kopf zu entwickeln und selbst Entscheidungen zu treffen, wie er aus seiner eigenen Sicht der Familie am besten helfen und sie unterstützen konnte. Satoshi handelte auf eigener Faust, was Chaos nicht passte, ergo die immer öfter auftretenden Streite zwischen ihnen.
      Dazu kam eine starke emotionale Belastung, da jeder in der Familie zu Satoshi ging, wenn er oder sie Probleme hatte. Oftmals waren es Probleme mit einem anderen Familienmitglied und anstatt diese Dinge unter sich zu klären, gingen sie zu Satoshi für Rat, emotionalen Beistand oder einfach nur um jemanden zum Zuhören zu haben. Der Magier tat dies gerne, für sie da sein. Denn schließlich... er war ihnen allen zu tiefstem Dank verpflichtet. Sie alle behandelten ihn sehr gut und Yasa und Chaos hatten ihn aus seinem Sklavendasein befreit.
      Wenn er ihnen also in irgendeiner Form auch nur einen Bruchteil von dem wieder geben konnte, was sie ihm gegeben hatten, so würde er alles daran setzen, es zu tun.
      Satoshi selbst redete nie über seine eigenen Probleme, einmal weil er eine sehr private Person war – konditioniert von seinen Jahren als Sklave. Er hatte zu große Angst, dass sein Privatleben als Anlass zum Tratschen missbraucht werden könnte oder Gerüchte auf kämen, die ihm am Ende schadeten. Auch wollte er sie nicht mit seinen Problemen belasten, wenn sie alle selber Probleme hatten.
      Irgendwann konnte er der gesamten Situation nicht mehr stand halten und war kurz davor zu zerbrechen. Als einzigen Ausweg sah er die Familie zu verlassen.

      Trotz, dass Satoshi in einer Welt aufgewachsen war, in der Magier Sklaven waren, so hatte sich die Sichtweise der Menschen im Laufe der letzten Jahrzehnte langsam gewandelt. Magier waren noch immer in sehr vielen Teilen des Landes Sklaven, doch gab es mittlerweile hier und da kleinere Ortschaften, wo Magier keine Sklaven waren, sondern normale Mitbürger.
      Satoshi entschloss sich solch eine Ortschaft aufzusuchen. Er legte den Namen Satoshi ab und nannte sich von nun an Hina - der Name seiner Mutter.
      So war es gekommen, dass er seid gut einem Jahr hier in dem kleinen Dorf Namens „Der Geheimpfad“ lebte und seit fast zwei Monaten sogar glücklich verheiratet war.


      Part 1, Teil 1: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.

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    • Doch auch wenn sich die Situation bzgl. der Magier leicht wandelte, so hatte die Regierung schon die nächsten Gesetze erlassen von denen nicht nur die Magier, sondern diesmal ganz Nostale beeinflusst wurde.
      Es war ab sofort untersagt Waren, egal ob Kleidung, Reittiere oder Nutzgegenstände, die von der High Class Firma „Mall“ produziert und verkauft wurden, weiter zu verkaufen. Wer dies dennoch tat, machte sich strafbar und die Strafe für dieses Verbrechen war eine lebenslange Haftstrafe. Unnötig zu erwähnen, dass sich alle an das Gesetz hielten.
      Eine Zweiklassengesellschaft hatte sich entwickelt. Die Reichen, die es sich leisten konnten bei Mall einzukaufen und demnach auch die besten Ausrüstungen und stärksten Elemente – ja sogar neue Kleidung – hatten. Und die Armen, die versuchen mussten mit dem wenigen, was sie durch harte körperliche Arbeit auf ihren Reisen sammelten, zu verkaufen, um wenigstens so das nächste Mahl bezahlen zu können. Von besserer Ausrüstung und besseren Elementen konnte erst gar nicht geredet werden.
      Hina machte diese Situation wütend. Er hatte durch sein Dasein als Mage lange genug am eigenen Leib erfahren müssen, wie es war, unterdrückt zu werden und das die Regierung nun auch noch solch eine Politik ausführte, die ganz Nostale beeinflusste...
      „Hey Mage“, wurde er erneut von dem Schwertkämpfer angesprochen, „sag mal, wann war das letzte Mal, dass du dich gewaschen hast? Du stinkst! Und nein, damit meine ich nicht den ganzen Schlamm an dir.“
      Hina antwortete nicht, er hatte Mühe aufrecht zu stehen mit seinem verletzten Bein, Mühe den Zauberstab zu halten, er war erschöpft und sein Mana war auch fast gänzlich aufgebraucht. Wenn er Glück hatte, würde er sich mit dem Restmana heilen und noch eine letzte Attacke abfeuern können, mehr Mana war nicht übrig.
      Das Problem war, der Schwertkämpfer hatte dies wohl auch erkannt, denn gerade als er den Heilzauber ausführen wollte, wurde ihm sein Zauberstab mit dem Schwert aus den Händen geprellt. Sein Stab landete mehrere Meter von ihnen entfernt im Morast.
      Sein Gegner trieb ihn weiterhin mit dem Schwert vor sich her, nun mehr als eindeutig mit ihm spielend, wie eine Katze mit einer Maus. Hina wich verzweifelt den Angriffen aus, mehr vor sich her stolpernd als elegant kämpfend. Auch ohne Stab war es ihm möglich Zauber auszuführen, doch waren diese bei weitem nicht so effektiv wie mit Zauberstab.
      Doch auch diesmal ließ der Schwertkämpfer dem Magier keine Zeit, um sich selbst zu heilen oder um als letzte Alternative seine Pistolen zu greifen.
      Während all dies passierte, feuerte der Bogenschütze lautstark seinen Bodyguard an, Gelächter als er sah wie der blutende Magier vor seinem Bodyguard hergetrieben wurde und spöttische Rufe wie „Typisch Mage. Total low.“ waren zu hören.
      Schließlich geriet der Kampf zum Stillstand. Hina saß kniend am Boden, sich mit der Rechten seinen Oberarm haltend, sah er keuchend zu seinem Gegner auf, welcher erneut die Schwertspitze in die Nähe seiner Kehle hielt. Von seiner Gestalt war nicht mehr viel zu erkennen. Schlamm kleidete ihn regelrecht ein, der farbige Stoff seiner Kleidung nicht mehr erkenntlich. Der Morast hatte sich in seinen Haaren, sogar in die Ohren, Mund und Nase festgesetzt von den vielen Malen, die er während des Ausweichens durch seine Erschöpfung gestürzt war oder auf dem Boden beim rückwärts Stolpern gefallen war. Sein Mana war komplett aufgebraucht.
      „Die einzige Möglichkeit, die ich noch habe“, dachte sich der Magier immer noch schwer atmend, „ist zu bluffen. Meine Pistolen zu greifen und zu bluffen. Wenn er mich endlich an meine Pistolen lässt heißt das. Hoffentlich weiß er nicht, dass ich kein Mana mehr habe.“
      Als er dazu ansetzen wollte, die Hand vom Arm zu nehmen, um mit dieser eine seiner Zwillingspistolen aus ihrem Holster an seinem unteren Rücken zu nehmen, wurde er auch schon gestoppt, durch das Schwert, welches sich stärker an seine Kehle presste.
      „Na na... du willst doch nicht ernsthaft eine Dummheit begehen oder? Du bist körperlich völlig am Ende, glaubst du ernsthaft du kämest schneller an deine Pistole, als ich dir mit meinem Schwert deine Hand abgeschnitten hätte?“
      Hina stockte erneut vor Entsetzen und Schock. Der Schwertkämpfer würde tatsächlich soweit gehen, um ihn daran zu hindern an seine Waffe zu kommen und ihm seine Hand abschlagen?!
      Im Hintergrund rief der Bogenschütze blutdürstig und mit hörbarer sadistischer Freude in seiner Stimme: „Mach's! Mach's! Schneid ihm die Hand ab!“
      „Außerdem“, fuhr der Bodyguard im Redefluss fort, seinen Herrn völlig ignorierend, „was willst du mit deiner Pistole schon ausrichten? Ohne Mana?“
      „Shit!“, schoss es Hina durch den Kopf, „er weiß es! Woher weiß er es?! Was mach ich jetzt?“
      „Du siehst aus, als ob du dich fragst, woher ich weiß, dass du kein Mana mehr hast“, brach sein Gegner in seine Gedanken, „ich erklär's dir. Deine Angriffe sind immer schwächer geworden. Kurz, dein Mana wurde immer weniger und der Fakt, dass du mich vorhin nicht angegriffen hast, als ich dir ganz offensichtlich eine 'Schwäche' in meiner Deckung darbot. Bereits dann hattest du keinerlei Mana mehr.“
      „Was...?“, kam es gehaucht vom am Boden Sitzenden, er sah wie paralysiert zu dem Level 90ger auf. Seine Gedanken überschlugen sich, „er hatte es gewusst? Die Blöße, die er vorhin in seiner Deckung hatte, war nicht zufällig, sondern eine Falle für mich? Um zu testen, ob ich überhaupt noch Mana hatte?!“
      Der Level 50 Bogenschütze kam näher an sie ran. „Da staunst du, was?“, lachte er schadenfroh, „gegen meinen Bodyguard Tippeltom kommt halt kein low Mage an, du LDT-Leiche.“
      Erneut sah er auf Hina mit einem herablassenden Blick herunter. „Wie ich schon vorhin sagte: Ein Haufen Scheiße“, er breitete Schultern zuckend, die Arme aus, „nun ja... jetzt passt wenigstens dein Aussehen. Deinem Kommentar vorhin nach zu urteilen bist du hierher nach „Der Geheimpfad“ gekommen, um als freier Mage zu leben. Wie willst du das anstellen? Nicht nur, dass du ein Magier bist, du hast auch nicht das Gold um dir vernünftige Ausrüstung zu kaufen und deine Elemente zu verbessern. Du kannst dir ja nicht einmal neue Kleidung kaufen“, lachte der Bogenschütze auf, „Leute wie du... am unteren Ende der Nahrungskette... Du wirst immer am Hungertuch nagen und nach den Almosen von Leuten wie mir betteln.“
      Er fuhr sich durch die Haare, warf den Kopf gewichtig zurück. „Nun ja... ich will mal nicht so sein. Trotz der zig unliebsamen Gerüchte, sind wir Reichen Nostales eigentlich sehr sozial eingestellt musst du wissen. Ich biete dir einen Job an. Werd mein persönlicher Holy. Du wirst bei den Bediensteten in meiner Villa wohnen, täglich gutes Essen essen, neue Kleidung erhalten... Das einzige, was du dafür zu tun hast ist mich zu heilen und zu buffen, wann immer ich es dir sage. Mehr nicht. Ein einfacher Deal, nicht?“
      Mittlerweile hatte sich Hinas Atem etwas beruhigt. Er sah widerspenstig zu dem Reichen hoch.
      Dieser verdammte Bastard. Erst hetzte er seinen Bodyguard auf ihn, ohne dass er irgendeinen Anlass dazu gegeben hätte, wurde übelst von dem Bodyguard zugerichtet. Dann wurde er als Scheiße beleidigt, es wurde sich darüber lustig gemacht, dass er nicht das Gold hatte um sich neue Sachen zu leisten und DANN hatte dieser Bastard auch noch den Nerv ihn zu fragen, ob er freiwillig in dessen Dienste treten wolle!
      Hina kannte es nur zu genau, er wusste wie es abliefe. Sagte er „Ja“, so wäre er genau wieder dort wie vor wenigen Jahren. Er müsste auf Kommando wie ein Hund sofort reagieren, wenn sein Herr eines aussprach. Wenn sein Herr, trotz dass er versuchte diesen am Leben zu erhalten, dennoch schwere Verletzungen davon trug (Auch Heilzauber brauchten eine gewisse Zeit, um diese zu zaubern.), so würde er heftigste beleidigt werden, möglicherweise auch noch durch Essensentzug oder DK bestraft werden. Er wäre wieder genau das, wie vor wenigen Jahren – ein Sklave.
      Natürlich würde nun jeder rational denkende Mensch sagen: „Wenn es wieder dazu kommen sollte, dann verlass ihn doch. Dann geh doch einfach.“
      Doch war dies leichter gesagt als getan. Im Regelfall gab es überall Wachen auf dem Anwesen. Flucht war unmöglich, wie Hina einst selbst erfahren hatte und die Folter, die er als Bestrafung hatte ertragen müssen, war nichts, was er wiederholen wollte. Die Folter war öffentlich abgehalten worden, als Abschreckung an alle anderen Sklaven, erst gar nicht zu versuchen zu fliehen.
      Es war das erste und letzte Mal, dass er Dked worden war, das hatte er sicher gestellt. Von da an immer bemüht, nicht erneut DK als Bestrafung zu verdienen.
      Und nun solch ein Angebot von dem Bogenschützen zu bekommen.... das durfte doch nicht wahr sein. Das durfte doch nicht wirklich der Ernst des Bogenschützen sein! Glaubte er wirklich, er würde sich freiwillig wieder in Sklaverei begeben?! Nachdem er bereits Züge seines sadistischen Charakters gezeigt hatte? Seinen Bodyguard dazu aufgefordert hatte, ihm seine Hand abzuschlagen?! Nachdem er von ihm beleidigt worden war, nur weil er durch Gesetze daran gehindert wurde, genauso gut kämpfen zu können wie andere? Nur weil er durch Gesetze nicht so viel Gold hatte, wie die Oberschicht?
      In Hina flammte Verachtung für sein Gegenüber auf.
      „Warum tust du das? Warum machst du dich auch noch über mich lustig? Nicht nur, dass du ihn ohne, dass ich was getan habe, auf mich gehetzt hast... jetzt verspottest du mich auch noch?! Du bist wirklich das Letzte!“, tiefste Verachtung schwang in Hinas Stimme mit.
      „Du missverstehst. Ich verspotte dich nicht, ich biete dir eine Gelegenheit aus diesem Rattenloch in dem du lebst, heraus zu kommen. Eine Chance in der Gesellschaft aufzusteigen, besser zu leben, als du es jetzt tust“, sagte er ernst, schloss dann die Augen, überlegte kurz, seufzte, öffnete wieder die Augen, „aber nun gut. Ich kann verstehen, dass du nicht gewillt bist dich wieder in Dienerschaft zu begeben. Du, als Magier, ein Ex-Sklave.“
      Ein spöttisches Grinsen überflog das Gesicht des 50gers, welches zeigte, dass er seine freundlich klingenden Worte in keiner Weise so meinte, sondern sie nur ein erneutes Mittel waren, sich über seinem am Boden sitzenden Gegenüber lustig zu machen.

      Part 1, Teil 2: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hina_Sakamoto ()

    • Eine sehr schöne Geschichte.
      Ich finde es toll, dass du die Begriffe,
      die in Nostale zum Teil umgangssprachlich benutzt werden,
      erklärt hast.
      Zudem hat deine Geschichte etwas auch mit dem echten Leben zutun.
      Du hast eine Situation genommen, die etwas verändert,
      auch in der Realität hätte passieren können und ich glaube in Nostale
      ist sie auch mehr oder weniger so passiert, zudem du ja eine Hauptrolle spielst.
      Das Geschehen erscheint mir sehr logisch,
      ich persönlich finde es so, dass die meisten 90er sich einfach toll fühlen,
      weil sie in einem Spiel etwas erreicht haben, natürlich nicht alle.
      Vielleicht haben diese ja auch im echten Leben versagt, und möchten wenigstens irgendwo
      etwas erreicht haben.

      Wie auch immer, ich finde deine Geschichte wirklich klasse, großes Lob.
      Ich freue mich schon auf den nächsten Teil. =)

      Nore
      -ich sammle!¬

      Sami^^ schrieb:

      Das kommt schon noch. Ich war nicht in Stimmung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nore ()

    • Er griff in seine Gürteltasche am Gesäß, die jeder in Nostale besaß und trug, nahm ein paar Goldstücke raus, auf denen jeweils eine 1000 abgedruckt war. Die Tasche war magischer Natur, sie war zwar gerade mal so groß wie zwei nebeneinander gelegte Fäuste, doch fasste sie bei weitem mehr. Er klimperte mit dem Gold in seiner Hand.
      „Wie wäre es alternativ mit einer kleinen Spende? So wie du hier gerade sitzt wird deine wahre Natur mehr als offensichtlich: Ein Bettler.“
      Hina erdolchte den arroganten Schnösel mit Blicken, angesichts der erneuten Erniedrigung, die er erfuhr. „Du kannst dir deine Almosen sonst wohin stecken! Nur weil du Reich bist, meinst du dir alles erlauben zu können?!“
      Der Blick des Bogenschützen verdüsterte sich, er wand sich vom Magier und Bodyguard ab. „Ich hab's mir anders überlegt. Eigentlich wollte ich nur ein wenig Spaß mit dir als mein neues Spielzeug haben, aber...“, er sah stechend und arrogant über seine Schulter zurück, „jetzt nicht mehr. Ich bin deiner überdrüssig. Ein low-Mage, der zu eh nichts anderem da ist, als als Sklave zu dienen. Dazu auch noch meint, nur weil er es geschafft hat, vor seinem alten Herrn zu fliehen, er wäre nun wer. Und dabei noch nicht mal seine eigene Situation klar sieht. Mage, du bist nichts weiter als ein armseliger Bettler, der am Hungertuch nagt. Du wärest besser aufgehoben gewesen bei deinem Herrn.“ Er wand seinen Blick wieder ab, mit dem Rücken zu ihnen, gab er Anweisung:
      „Tippeltom: Töte ihn.“
      Die Augen des Schwertkämpfers weiteten sich und kurz zuckte er körperlich zurück, im nächsten Moment schon, war er wieder ruhig und kalkühl.
      „Kanto-sama“, wand er sich an seinen Boss, „wenn ich einen anderen Vorschlag machen dürfte. Er ist von Kopf bis Fuß verdreckt, seine Wunden werden sich definitiv entzünden und zu Wundfieber führen. Er hat keinerlei Mana mehr, um sich selbst zu heilen. Auch ist er körperlich erschöpft, so dass er es kaum bis zum Geschäftsviertel und damit zu einem anderen Heiler schaffen dürfte.“
      Kanto sah sein Gegenüber nun neugierig an, worauf dieser hinaus wollte.
      „Wie wäre es...“, lächelte Tippeltom, „wenn wir ihm sämtliche restlichen Manatränke nehmen, die er womöglich noch in seiner Gürteltasche hat? Damit wäre gewährleistet, dass er sich nicht selbst heilen kann. Heiltränke selbstverständlich auch. Er wird ein elendiges Ende hier im Dreck finden, wo er hingehört“, versuchte er seinen Herrn von seiner Idee zu überzeugen.
      Er sah, dass sein Herr noch immer zögerte, also fuhr er fort, „vielleicht hat der Magier ja auch noch andere nützliche Sachen dabei, die sich verkaufen lassen.“
      Und mit diesen letzten Worten sah er, dass er seinen Herrn geködert hatte. Sein Herr nickte, „Tu es.“
      Er griff die Gürteltasche, sein Schwert stärker an den Hals des Magiers gepresst, als zuvor. Der Magier empfand diese Behandlung sichtbar als weitere Demütigung, wenn man davon ausging, wie er ihn – Tippel – mit Blicken aufspießte.
      Tippeltom nahm sich davon nichts an und begann damit in der Gürteltasche nach nützlichem zu suchen, griff alles heraus, was sich zu Gold machen ließ: Heiltränke, Manatränke, Regenbogenperlen, Handschuhe, Schuhe etc.
      Schließlich warf er die geleerte Tasche dem Magier vor die Knie. Der Magier hatte seinen Blick gesenkt, die Ponyhaare verdeckten seine Augen, seine Hand hielt immer noch seinen Oberarm. Seine Schultern bebten und leise Geräusche waren zu hören.
      Beide, der Schwertkämpfer wie auch der Bogenschütze sahen neugierig-verwundert zu der Gestalt an ihren Füßen, lauschten. Dann begann der Bogenschütze schallend zu lachen. „Er heult! Der Magier heult!“, erneutes Gelächter, „hah! Was ist jetzt aus deiner großen Klappe geworden, huh?!“
      Er verpasste dem Mage einen Fußtritt, direkt auf die blutig-schlammige Stelle an seinem Oberarm. Der Magier ließ einen halb unterdrückten Schmerzenslaut von sich, fiel durch die Wucht des Trittes und der eigenen Erschöpfung zur Seite, wo er reglos im Morast liegen blieb. Nur ab und zu war ein leises Schniefen zu hören.
      Der Bogenschütze grinste ebenso verächtlich, wie der Magier zuvor zu ihm gewesen war. „Wie low muss man sein, um als Mann so in Tränen auszubrechen?! Du bist es noch nicht einmal wert von unserer Hand getötet zu werden. Hier im Morast zu verenden hast du verdient. Dein ganzes Bravour und dein Stolz waren also nichts anderes als fake, um deinen weibischen Charakter zu verbergen. Heh... wie nennen dich deine Freunde? Susan? Stephanie? Michelle? Ein Männername kann's ja nicht sein, wenn vor ihnen eine Tunte steht.“
      Der Magier gab keine Antwort. Auf Grund dessen wand sich Kanto ab. „Lass uns gehen!“, gab er den Befehl und schritt davon.
      Der Schwertkämpfer hingegen hatte Respekt für seinen besiegten Gegner entwickelt. Er kannte genügend Magier und wusste, wie sie oftmals behandelt wurden. Er konnte sich denken, was der Magier vor ihm alles durchgemacht haben musste und trotz dessen es zu schaffen mit noch so viel Kampfeswillen, Selbstvertrauen und Mut durchs Leben zu gehen. Anstatt an seiner Vergangenheit zu zerbrechen, durch sie zu wachsen und zu einer eigenständigen Person zu werden... das verdiente Respekt.
      Ein weiterer Punkt, der ihn zu tiefst beeindruckt hatte, war das Kampfeskönnen des Magiers. Bereits nach dem ersten Schlagabtausch, war es offensichtlich für Tippel, dass der Magier keinerlei Erfahrung darin hatte gegen Menschen als Gegner zu kämpfen. Wahrscheinlich hatte er bisher immer nur gegen Monster gekämpft. Auch konnte er an dem Emblem, auf seiner Jacke sehen, dass seine Elemente nicht sehr stark waren. Einzige Ausnahme bildete sein Lichtelement. Seine Elementresistenzen waren ebenfalls nicht stark ausgeprägt.
      Mit all diesen Handycaps so gut zu kämpfen und so lange gegen ihn selbst zu bestehen wie der Magier es getan hatte... auch das verlangte dem Schwertkämpfer Respekt ab.
      Tippeltom stand mit dem Rücken zu dem am Boden Liegenden. Seine Stimme war bei der folgenden Frage ruhig und kontrolliert.
      „Wie ist der Name des Mannes, den ich so eben besiegt habe?“
      Hinas Gedanken hingegen verfolgten eine gänzlich andere Richtung. Ja, es stimmte, dass er die Tränen nicht hatte verhindern können. Doch waren es Tränen der Frustration und Wut gewesen, nicht des Schmerzes oder der Angst. Er war so dermaßen wütend über das Verhalten des Bogenschützens. Dem Schwertkämpfer machte er keine Vorwürfe, er handelte nur nach seinen Befehlen. Agierte er gegen seine Befehle, wäre er bestimmt sofort seinen Job los und dann wäre er ebenfalls nichts anderes als einer der Armenschicht. Im Prinzip sogar noch schlechter dran, als die restlichen Armen, da Leute ab Level 90 nicht gerne bei der Bevölkerung gesehen waren. Alle ab Level 90 waren die persönlichen Bodyguards und Wachen der Reichen. An der Spitze stand ihnen ihr Elitetrupp mit Level 99gern zur Verfügung.
      Wenn ein Level 90ger wieder erwarten seinen Job verlor und zur Armenschicht degradiert wurde, dann war er wortwörtlich ärmer dran als die Armen. Kaum einer der Unterschicht wollte einem 90ger helfen. Im Gegenteil, sie waren froh, dass der 90ger nun auch einmal was von seiner eigenen Medizin zu schmecken bekam.
      Nein, Hina machte dem Bodyguard keine Vorwürfe. Die Vorwürfe galten seinem Herrn. Er war wütend darüber, wie sich jemand nur so dermaßen unsozial aufführen konnte. Er könnte den Armen mit seinem Gold helfen, statt dessen verspottete und verhöhnte er sie.
      Hina war frustriert über seine eigene Unfähigkeit im Kampf zu bestehen. Frustriert darüber, dass er diese erniedrigenden Sprüche und den Diebstahl seines wenigen Eigentums, was er hatte, ertragen musste, wollte er nicht Gefahr laufen sofort an Ort und Stelle getötet zu werden. Frustriert darüber, dass seine Elemente nicht besser waren, frustriert, dass er so verdammt hilflos war.
      Als nun der Schwertkämpfer ihm diese Frage stellte, durch fuhr Schock und Angst Hina. Würde der Schwertkämpfer sich genauso, wie der Bogenschütze über ihn lustig machen, wenn er erfahren würde, dass er TATSÄCHLICH einen Frauennamen trug? Auch wenn der Name aus ganz anderen Gründen nun seiner war, so würde der Schwertkämpfer es bestimmt anders auffassen. Der Schwertkämpfer kannte schließlich nicht seine Hintergrundgeschichte, die dazu geführte hatte, dass er den Namen seiner Mutter angenommen hatte.
      Doch... doch musste Hina zugeben, dass er keinerlei Spott in der Stimme gehört hatte. Die Frage schien ruhig und ernst gestellt worden sein. Er gab sich einen Ruck.
      „Hina... Hina Sakamoto.“
      Innerlich erwartete er nun Gelächter oder Spott zu hören, umso mehr überraschte ihn die Reaktion des Schwertkämpfers.
      „Hina Sakamoto... Ein guter Name.“
      Tippeltom hatte die Augen geschlossen, als er dem Magier ebenso ernst antwortete, wie die Frage gemeint gewesen war. Natürlich wusste der Schwertkämpfer, dass es sich um einen Frauennamen handelte, doch änderte das nichts an dem Respekt, den er dem Magier gegenüber empfand. Der Magier hatte wohl seine Gründe, warum er einen Frauennamen trug, welche diese auch immer sein mochten.
      Vielleicht war er auch einfach einer von den armen Hunden, die die Wunderlampe benutzt hatten bevor das Gesetz zum Verbot mit Mall-Waren in Kraft getreten war und die von da an für den Rest ihres Lebens mit dem falschen Geschlecht leben mussten. Egal was der Grund war, der Name war für ihn kein Anlass auf den Magier herab zu sehen.
      „Ich heiße Tippeltom“, er machte eine kurze Pause, „ich werde mir deinen Namen merken Hina Sakamoto. Für das nächste Mal, wenn wir aufeinander treffen.“
      Mit diesen Worten ging der Schwertkämpfer, seinem Herrn folgend.

      Part 1, Teil 3: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.
    • Danke für euer Feedback. Es freut mich, wenn euch die Geschichte gefällt.

      Zu deiner Frage Nore:
      Ich werde mich bemühen die restlichen Parte so schnell wie möglich hochzuladen. Eine genaue Zeit kann ich dir leider nicht nennen. Vorgenommen hatte ich mir, dass ich sie bis Ende dieser Woche oben habe, aber ob das auch so klappt mit RL etc...
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.
    • Hey Hinalein,
      ich bin wirklich sehr stolz, die Geschichte ist bewegend, mitreissend und sehr gut geschrieben.
      Man wird in die Geschichte reingezogen und empfindet die sehr gut beschrieben Gefühle nach.
      Bin sehr gespannt auf die nächsten Teile. =)
    • Ahhhhhhhhhh hinaschatz X3 das ist voll toll *_* ich will weiter lesen o_Ö und böser Tippel, hätte ihn fast anmeckern wollen, dasss er so assi zu dir war D: auf jedenfalls bin ich auf den nächsten Part gespannt. Das ist grad schlimmer, als würd ich auf ner neuen Folge meiner Serie warten O_O das heißt was! ( boah nur um dieses heißt was zu schreiben hab ich ewig gebraucht. der hat als autokorrektur immer Geist gemacht oO" und zu deinem Stil an sich, ich finde dass es sehr gut zu lesen ist und man in die Geschichte gezogen wird! das ist eine Kunst für sich :) Schlaf gut, dein Eheweib XD <333
    • super story hina, schön das ich in deiner geschichte mitspielen darf. ich bin schon mächtig auf die fortsetzung gespannt.^^
      und sry das ich so böse zu dir war, aber du weißt ja ich muß tun was mein gebieter mir befiehlt XD

      *hina sauberputz und manatränke rüberreich*
    • Ich finde diese Geschichte echt Super.Großes Lob.Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! :D
      Ich bin einfach nur beeindruckt,mir fehlen die Worte. xD
      Tippel,Tippel sei nicht immer so Böse :DD

      Danny
    • Sehr schöne Geschichte, viel Kreativität und äußerst ausführlich geschrieben, so wie ich es mag xP
      Die Paralellen zu dem Spielgeschehen bringen dir auch einen weiteren Pluspunkt ein :3
      Du scheint schon Erfahrungen im Thema Schreiben gesammelt zu haben, kann das sein? ^^

      Und lass dir Zeit mit dem Schreiben. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man besonders gut schreibt, wenn man auch Lust dazu hat
    • Hier ist der 1. Teil von Part 2.

      Ich entschuldige mich, dass ich Part 2 noch nicht komplett fertig habe, doch werde ich - wahrscheinlich - nach diesem Teil an einer kleinen Nebengeschichte zu dieser Story schreiben. Ich schreibe deswegen "Nebengeschichte" da ich in dieser einen Teil der Story beleuchte, der für die Story "Zweiklassen Trennung" eher nebensächlich ist. Doch juckt es mir in den Fingern diese Sidestory zu schreiben.


      Nun aber zu Part 2 Teil 1:

      „Hier Staubi, dein Kaffee“, stellte Hina seiner Kollegin *Staubkind*, einer Level 88 Bogenschützin, eine gefüllte Kaffeetasse vor die Nase, welchen diese auch mit einem erfreuten Ausruf, ja schon fast kindlicher Freude nahm und trank – trotz, dass der Kaffee noch vor Hitze dampfte.
      Hina selbst setzte sich ihr gegenüber an den Tisch, stellte seinen Latte Macchiatto vor sich hin, begann damit mit dem Löffel umzurühren und kurz darauf den Schaum genüsslich zu löffeln.
      AikoEiri, welche neben ihrem Ehemann Hina saß, schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Ernsthaft ihr beiden...“, lächelte sie die beiden scheinbar zu groß geratenen Kinder an, „ihr beide seid älter als ich, aber wenn es um euer Morgenkoffein geht, verhaltet ihr euch wie Kinder.“
      *Staubkind* grinste vergnügt zur Antwort.
      „Warum auch nicht?“, schmollte ihr Mann leicht, „ich weiß selber, dass ich mich oft sehr kindisch verhalte.“
      Aiko lächelte ihn liebevoll an, „jap. Und ich hab dich so geheiratet wie du bist.“
      Hina stutzte bei ihren Worten, errötete sichtbar, senkte verlegen den Blick zur Latte-Tasse. „Danke.“
      „Bitte“, strahlte sie ihn an, drehte seinen Kopf mit ihrer Hand und gab ihm einen Kuss auf den Mund, welchen er kurz darauf erwiderte.
      Während dies geschah, genoss Staubi ihren Kaffee. Sie war es gewohnt immer mal wieder ein solches Schauspiel zwischen den Verheirateten zu sehen. Es kam nicht oft vor, da Hina nicht der Typ Mann war, um öffentlich solche Zärtlichkeiten zur Schau zu stellen, doch ab und an konnte seine Frau ihn, wie diesen Morgen, dazu bringen.
      Mittlerweile war es schon Tradition geworden, dass sie sich alle drei morgens um 8.00 Uhr trafen und zusammen einen Kaffee oder in Hinas Fall einen Latte, tranken. Es hatte sich eigentlich mehr spontan so entwickelt. Hina, auch wenn er nicht viel Gold besaß, wollte dennoch seine vorhandene Freiheit zumindest ein bisschen genießen. Seine Art, sich etwas zu gönnen, war jeden Morgen in seinem Lieblingscafé zu sitzen und einen Latte Macchiatto zu trinken. Dafür verzichtete er dann lieber bei anderen Dingen, wie sich keine Erholungstränke zu leisten oder kaufte lieber etwas billigeres Essen.
      Im besagten Café hatte er Staubi eines Morgens kennen gelernt. Es hatten nicht genügend freie Plätze zur Verfügung gestanden und sie hatte angefragt, ob sie sich zu ihm an den Tisch setzen könne, er bejahte. Per Zufall trafen sie sich den nächsten Morgen wieder in dem Café und am darauf folgenden Tag auch. So war es gekommen, dass sie von da an ein stillschweigendes Abkommen hatten, sich jeden Morgen auf einen Kaffee zu treffen.
      Aiko, die Level 85 Schwertkämpferin war schließlich dem morgendlichen Ritual beigetreten, als sie Hina kennen gelernt hatte.
      Kaum hatten sie sich von dem Kuss gelöst, begangen die beiden Frauen damit sich munter in ein Gespräch zu vertiefen. Es ging wohl um Hochzeiten, Männer und Kinder. Hina selbst hörte nicht wirklich zu, diese Themen interessierten ihn nicht, so lange sie ihn nicht selbst betrafen. Statt dessen beobachtete er lieber seine Frau, wie sich diese so angeregt unterhielt. Ein kleines Lächeln umspielte seine Mundwinkel.
      Auch wenn es für Aiko nichts besonderes war, ihn selbst warf es jedes Mal aus der Bahn, wenn sie ihm Dinge wie gerade eben direkt ins Gesicht sagte, erst recht wenn Leute dabei waren.
      Es ging weniger darum, dass es Aiko war oder das es z.T. „Süßholzgeraspel“ war. Es ging mehr um den Fakt, dass es überhaupt etwas nettes über ihn war, ein Kompliment.
      Selbst nach all der Zeit, in der er nun ein freier Bürger war, konnte er sich einfach nicht an nette Worte gewöhnen. Sie brachten ihn jedes mal aufs neue in Verlegenheit.
      Mit herablassendem Gehabe ihm gegenüber, verletzenden Worten oder sogar Schlägen konnte er umgehen. Das war er von klein auf gewöhnt. Er wusste wie er in solch einem Fall zu reagieren hatte. Doch wenn jemand nett zu ihm war...
      Früher, gerade weil er nicht gewusst hatte mit einem Kompliment etc. umzugehen, hatte er es einfach ignoriert. Mittlerweile hatte er ja schon gelernt, einfach ein „Danke“ zu sagen und damit war die Sache mehr oder minder erledigt. Allerdings änderte es nichts daran, dass er sich dennoch einfach nicht komplett daran gewöhnen konnte. Er wurde rot und verlegen, was ihm erst recht peinlich war, wenn Leute anwesend waren und ihn so sahen.
      Gleichzeitig war es aber auch mit ein Grund, warum er sich in Aiko verliebt hatte. Bei ihr konnte er völlig er selbst sein. Er wusste, dass er z.T. sehr feminin rüber kam, dazu noch sein Name und das Resultat war, dass er bereits mehrfach von Freunden und Bekannten darauf angesprochen worden war, ob er nicht früher weiblich gewesen sei. Ob er vielleicht bevor das Verbot zum Handeln mit Waren von Mall in Kraft getreten war, die Wunderlampe benutzt habe.
      Die Wunderlampe war ein magischer Gegenstand mit dem man das Geschlecht wechseln konnte. Rieb man an der Lampe erstrahlte sie in hellem Licht und im nächsten Moment hatte man das gegensätzliche Geschlecht. Der Vorgang war komplett schmerzfrei.
      Ursprünglich war es für diejenigen entwickelt worden, die eine Geschlechtsidentitätsstörung hatten. Im Körper eines z.B. Mannes gefangen waren, aber sich innerlich als eine Frau wahrnahmen. Diesen Leuten sollte mit der Lampe geholfen werden, doch hatte die Lampe großen Anklang in der Bevölkerung gefunden und sie war von ihrem eigentlichen Nutzziel zu einem „Spaßobjekt“ verkommen. Nicht nur kranke Menschen benutzen die Lampe, sondern auch andere Leute, die einfach mal ausprobieren wollten, wie es war als das anderen Geschlecht zu leben, nur um sich nach kurzer Zeit wieder zurück zu verwandeln.
      Doch mit dem Verbot hatte die Regierung vielen Menschen geschadet, die die Lampe benutzt hatten. Das Verbot war von einem Tag auf den anderen gekommen, ohne Vorwarnung. Das Resultat war, dass viele Menschen von da an für immer im falschen Körper gefangen waren und für den Rest ihres Lebens mit dem falschen Geschlecht leben mussten.
      Hina selbst war glücklicherweise nicht davon betroffen.
      Oftmals bestätigte oder widerlegte Hina die Spekulationen bzgl. seines wahren Geschlechts nicht, es macht ihm ins Geheim einen heiden Spaß, dass die Leute über sein Geschlecht rätselten. Nur eine kleine Gruppe seiner engsten Freunde wusste, dass er nie die Lampe benutzt hatte und schon immer männlich gewesen war.
      Aiko war eine von ihnen und sie liebte ihn, egal ob er nun feminine Züge an den Tag legte oder nicht.



      Part 2 Teil 1: Ende
      Wie man heraus liest ist es derzeit mehr oder minder die Einleitung für das Kapitel, daher ist noch nicht viel passiert.
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.
    • Ja. ^^
      In dieser ist Hina aber männlich. ^^

      Und nein, Hina ist nicht ich. Er hat zwar hier und da Züge von mir, aber er hat auch genauso viele Züge, die ich nicht habe. Zum Teil reagiert er in Situationen auf eine Art und Weise, wie ich nie handeln würde. Kurz: Hina ist in erster Linie nur ein Charakter, eine Figur.
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.
    • Ich will mehr!

      Hi Hina,
      habs jetz endlich geschafft, dass ich hier auch mal schreiben kann.
      Ich find die Geschichte richtig super, und ich kanns kaum aushalten zu warten, wann du wieder nen Teil hochlädst.
      Du schaffst es schon immer mit den ersten paar Worten, dass ich denk, ich wär in der Geschichte.
      Bin ja gespannt wies weiter geht, vor allem nachdem du mir heut ja schon ein paar Ideen genannt hattest.

      Bis dahin.
      Deine Steffi