Zweiklassen Trennung

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    • ~Citty~ wrote:

      Wie Emotionen und Gefühle Li´s Magie verändern O.o
      Das gilt aber für jeden Magier. =)
      Es gibt da zum Beispiel ein-zwei Szenen mit Venjanca, wo ihre Magie regelrecht vor Wut und "Macht" aufgeladen ist - und die anderen Personen mit ihr im Raum dieses deutlich wahrnehmen und nur noch verängstigter sind.
      Einmal ist es Yui, als sie nach ihrem Spaziergang im Dorf, zu Venjanca in den Thronsaal beordert wird und Venjanca sie wütend anfährt, wo die Golemfrau gewesen sei und wieso Yui einfach ohne die Erlaubnis der Herrin das Schloss verlassen hatte.
      Und einmal sind es der Wissenschaftler und der Alchemist, als Venjanca ihnen aufträgt Yuis Erinnerungen erneut zu löschen bzw. sie ihnen nur 2 Stunden Zeit gibt, um den Vorgang durchzuführen.
      In beiden Fällen ist Venjancas Magie vor Wut, Bedrohung etc. aufgeladen, so dass die anderen, die mit ihr im Raum sind, es auch spüren.
      (Vermutlich gibts noch ein paar andere ähnliche Szenen, keine Lust sie jetzt alle rauszusuchen ^^ .)

      Es hängt halt davon ab, wie sehr der Magier seine Emotionen in die Magie legt. Ähnlich, wie wenn beim Kampfsportraining der Kämpfer entweder einfach nur so die Bewegungen ausführt - oder wenn er wirklich alles an Konzentration und Kraft... "alles was er hat" in die Bewegung mit reinlegt und der Angriff somit viel präziser, kraftvoller und effektiver wird.

      Das einzige Besondere jetzt bei Hina/Li ist lediglich, dass
      a) die Mädchen halt noch so jung sind und es in keiner Weise gewohnt sind große Mengen von Magie wahrzunehmen. Genauso auch die 4 Typen. Die Typen sind doch eigentlich nur irgendwelche Möchtegerne... Halbstarke, die sich auch immer nur in ihrem Levelbereich bewegten und sich nie unter die "echten Highs" trauten... - deswegen sind auch sie nicht gewohnt wirklich große Mengen von Magie in einem Kampf zu spüren - und Folge dessen wirkt Lis Dunkelheit auch für sie noch beängstigender und bedrohlicher, als es für zum Beispiel Lorcan der Fall wäre.
      Hätte Lorcan die Szene miterlebt, hätte dieser AUCH die Emotionen und Magie in einem gewissen Grad wahrgenommen, aber es hätte ihm kaum etwas ausgemacht. Er wäre eher erfreut gewesen... typisch Lorcan halt.
      Oder zum Beispiel Julius, welcher ja auch die viele Magie und die Emotionen wahrnimt, aber es in ihm nur ein Gefühl des "Unbehagens" auslöst, statt wirklicher Angst.
      Und
      b) dass Hina ein Halbgolem ist. Ein Teil seines Gruselfaktors den er auf die anderen hat, hängt auch wirklich mit seinem Status als Halbgolem zusammen. Aber das ist eher der kleinere der beiden Gründe.
      Viel gewichtiger ist, dass die anderen es nicht gewohnt sind so viel Magie zu spüren - und DANN auch noch mitzuerleben, dass ein Magier wirklich SO VIEL Emotionen in seine Magie legt, was Magier eigentlich nicht machen. - Aber Hina tickte ja auch aus, von daher... XD
      (Und jetzt mit der Lichtmagie legt er gerade ganz bewusst alles an positiven Emotionen in seine Magie, um Dina die Angst zu nehmen. D.h. er muss sich ganz bewusst darauf konzentrieren die vielen Emotionen in seine Magie zu legen.)





      Auf Hinas Lippen legte sich ein gut gelauntes Lächeln. Na, DAS konnte man schnell beheben.
      Er konzentrierte sich auf seine Lichtmagie und ließ diese dominieren, zusammen mit allen positiven Emotionen, die er in seinem Inneren fühlte... - wie zuvor mit seiner Schattenmagie, nutzte er die anderen drei Magiearten um die Lichtmagie zu stärken und sie noch wärmer und strahlender zu machen.
      Er sah kurz aus dem Augenwinkel, wie Ferres zu ihm hinschielte, anderweitig aber keine sichtbare Reaktion zeigte und wie sich die Köpfe der anderen drei Mädchen drehten und ihn direkt ansahen. Auch sie mussten – wie zuvor seine Schattenmagie und seine Dunkelheit – nun in einem gewissen Maße seine Lichtmagie und seine Liebe, Wärme, Hoffnung... seine „helle Seite“ wahrnehmen.
      Der Magier reagierte anderweitig aber nicht auf die restlichen Zuschauer. Sein Blick war einzig und allein auf das junge, grünhaarige Mädchen gerichtet, welche sich – wie durch Zauberei (Wortspiel beabsichtigt) – abrupt beruhigte und aufhörte zu zittern und zu wimmern.
      Vollkommen erstaunt und geschockt – aber beruhigt – schaute sie auf und ihn direkt an.
      Es war offensichtlich, dass sie nicht glauben konnte, was sie gerade durch ihren Magiersinn fühlte – was ihr Magiersinn ihr mitteilte.
      „Besser?“, fragte er warm und liebevoll lächelnd.
      Sie nickte simpel ohne den Blick von ihm abzuwenden.
      Er verstärkte für einen Moment seine Lichtmagie und seine positiven Emotionen, legte noch eine Spur mehr Wärme und Liebe in seinen Blick.
      „Dann ist gut“, nickte er immer noch liebevoll lächelnd.
      Anschließend nahm er wieder etwas Liebe aus seinem Blick und verringerte auch die Wärme in seiner Lichtmagie. Er ließ seine Lichtmagie immer noch eindeutig dominieren, aber hatte den „Grad“ wie sehr er sie „aufgedreht“ hatte etwas herunter gefahren – damit sie sich nach und nach an ihn in seinem Normalzustand gewöhnen konnte.
      Würde er seine Lichtmagie nun ganz abstellen, wäre es nur ein weiterer Schock für sie und – womöglich – wäre das negative Ereignis mit seiner Schattenmagie dominanter in ihren Erinnerungen.
      Von daher behielt er die Lichtmagie lieber noch eine Weile dominant, so dass sich diese positive Erfahrung in ihrem Gehirn festigen konnte und drosselte die Magie nur nach und nach – langsam – damit Dina Zeit bekam, um alles zu verarbeiten.
      „Wie... wie kann das sein?“, fragte die Magierschülerin immer noch vollkommen erstaunt.
      Hina zuckte mit den Schultern und lächelte dabei immer noch warm-liebevoll. „Wie kann das nicht sein?“, fragte er zurück, „ein Mensch hat schließlich nicht nur Dunkelheit in seinem Inneren.“
      Diese Worte ließen Dina sichtbar zusammenzucken. Huh... eine komische Reaktion... war es, weil er sie daran erinnert hatte, dass jeder Mensch Böses UND Gutes in sich trug? Es eigentlich eine Grauzone war und kein reines Schwarz-Weiß?
      „Danke Li“, sah Ferres ihn direkt an. Er selbst nickte schlicht zur Antwort.
      Dinas Augen schwenkten von ihm selbst zu Ferres – sie beobachtete diesen kleinen Austausch zwischen ihnen.
      Dann drehte sich Ferres dem Mädchen zu. „Dina? Bist du verletzt?“
      Das Mädchen erstarrte wieder kurz, blickte vor sich her, als müsse sie erst überlegen, ob ihr irgendetwas weh tat. „Nein“, schüttelte sie den Kopf.
      Der Halbgolem scannte sie vorsichtshalber unauffällig mit seinem Magiersinn, kam aber zum gleichen Ergebnis.

      Part 6, Teil 279: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

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    • „Und der Mann, der dich angegriffen hat?“, fragte der Schwarzhaarige weiterhin in ruhigem, ein wenig väterlichem Tonfall, nach, „hat er dich vergewaltigt?“
      Für einen kurzen Moment wollte Hina einschreiten und für das Mädchen reden und dem anderen Mann mitteilen, dass sie zum Glück nicht vergewaltigt worden war – doch dann sah er Dinas Reaktion und er stoppte, schloss wieder seinen bereits zum Reden geöffneten Mund.
      Dina versteifte sich sichtbar, sie wurde auf einmal ganz still, ihr Gesicht starr wie eine Maske, zeigte sie absolut keinerlei Regung in ihrer Mimik. Sie starrte nur vor sich her Richtung Boden. Es war nicht einmal so, dass sie „weg getreten“ wirkte, wie Leonie es getan hatte. Nein... Dinas Reaktion war... - …war wie seine eigene damals im Schloss. Dina machte vollkommen dicht, verschloss sämtliche Emotionen, die mit dem Erlebnis einher gingen, weil sie anderweitig gar nicht mehr reagieren konnte. Anderweitig wäre sie in keiner Weise in der Lage sich dieser Frage – der Erinnerung – und der aktuellen Situation zu stellen und zu antworten.
      „Nein“, antwortete sie mit fester, tonloser Stimme, „er hatte mich lediglich gegen die Wand gedrückt. Meine Kleidung zerrissen und mich geküsst. Mehr nicht.“
      ...genau, wie er selbst damals und sogar noch Jahre später, wann immer er darüber mit seiner neuen Beziehungspartnerin redete.
      Sie sagte nichts davon, dass der Typ ihre Hände über ihren Kopf gegen die Wand drückte, dass er sie mühelos mit nur einer Hand festhielt und auch in dieser Position festnagelte. Nichts davon, wie viel Angst sie in jenem Moment empfunden hatte, wie hilflos sie sich gefühlt hatte und wie sehr sie sich gleichzeitig geschämt hatte.
      Hina konnte sich nur zu gut an den Ausdruck in ihren Augen erinnern. Es war eine Erinnerung, die er nicht so schnell vergessen würde.
      Sie sagte auch nichts davon, wie er seinen Oberkörper an ihren presste, wie er kurz darauf in seine Hose griff und wie sie diese Handlung nur zu deutlich wahrnahm, wie ihr klar geworden sein musste, dass gleich der Moment war, wo er...
      Sie erzählt nichts davon.
      Sie sagte nur in einer festen Stimme – einfach nur stumpf und distanziert Fakten wiedergebend - , dass er sie gegen die Wand gedrückt hatte, ihre Kleidung zerriss und er sie geküsst hatte. Sie schwächte es sogar ab – spielte das Ereignis herunter – in dem sie sagte „er hatte mich LEDIGLICH gegen die Wand gedrückt“. Sie sagte „lediglich“, als wäre ja nichts dabei gewesen und als wäre es nicht so schlimm gewesen.
      Auch sagte sie „Mehr nicht.“ - wieder, als wäre es nur eine Kleinigkeit und nicht weiter wild.
      ...genau wie er damals, wann immer er darüber sprach.
      Er konnte ihren Grund nur ZU deutlich nachvollziehen. Man distanzierte sich emotional komplett von dem Ereignis, um nicht den vielen Emotionen und dem Schrecken ausgesetzt zu sein – um nicht das Ereignis WIEDER in seinem Kopf ablaufen zu haben, als würde man es gerade abermals durchleben. Und man spielte es bewusst herunter – aus zwei Gründen.
      Einmal, um sich selbst gegenüber etwas vorzumachen – man belog sich selbst. Man betrachtete es „nüchtern“ - aus rein objektiv-sachlicher Perspektive war ein „gegen die Wand gedrückt werden, die Kleidung zerrissen bekommen und geküsst werden“ nicht so schlimm, wie ein wirkliches „vergewaltigt zu werden“.
      Und diesen rein nüchternen Aspekt nutzte man, um sich selbst zu belügen, dass das Ereignis einen ja NICHT so tief erschüttert, geängstigt... es einen nicht so tief getroffen... nicht so sehr mitgenommen hatte, wie es in Wirklichkeit der Fall war. Man belog sich selbst, um sich nicht eingestehen zu müssen, wie schlimm das Ereignis wirklich für einen gewesen war.
      Der zweite Grund ging mit dem ersten einher – war mit diesem 'verwandt' und 'verknüpft' und doch eigentlich separat und stand 'für sich selbst': Man wollte unbewusst nicht als „Opfer“ gelten. Man wollte von anderen Leute nicht als „Opfer“ – als „bedauernswertes, zu bemitleidendes Opfer“ - behandelt werden, weil man sich dann würde eingestehen müssen, DASS man in der Tat ein Opfer von Gewalt geworden war.
      Man müsste sich DANN der Wahrheit stellen, dass man tatsächlich ein „Opfer“ geworden war..., dass man in jenem Moment KEINE Kontrolle mehr gehabt hatte und der Situation und dem Täter vollständig ausgeliefert gewesen war. ...man müsste sich eingestehen, wie machtlos man in jener Situation wirklich gewesen war.
      Und das war ein Aspekt, der nur sehr, sehr schwer zu verdauen war. Kein Mensch wollte wirklich „machtlos“ sein. Kein Mensch wollte einen „vollkommenen Kontrollverlust“ haben.
      Nein... niemand wollte das ernsthaft erleben...
      Dieses Gefühl war einfach zu erschreckend und ängstigend.
      Und daher war es um so schwerer sich einzugestehen, dass man tatsächlich in einer solchen Situation gewesen war.
      Der blonde Magier sah Dina immer noch an, sah wie sie dicht machte und emotionslos vor sich her starrte.

      Part 6, Teil 280: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
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    • Jetzt durchspielen wir das selbe nochmal. Ich frage mich, ob Hina ihnen da raushelfen kann. Aber ob die Mädchen ihm glauben, wenn er sagt "Ich weiß, wie Du dich fühlst."?
      Ist Lorcan eigentlich schon abgehaun? Hab ich wohl schon wieder vergessen....

      Achso und ich finde, dass Dir der "Devil"-Li SEHR gelungen ist. Er wäre ein soooo cooler Bösewicht! (zumal er viel mehr Stil hätte als Lorcan...) Mich würde freuen, wenn Li sich bewusst in den "Devil"-Mode versetzen und kontrolieren könnte. Ich glaube, ich habe mich in ihn verliebt. '-'
      Und Hina, weiter so. Die Geschichte liest sich gut, auch wenn manchmal was wiederholt wird oder mal was etwas länger ausgeführt wird. Du hälst die Spannung aufrecht. (Ich stelle mir Li gerade mit magischen Schattenhänden vor...)

      Soo. Ich kann nur spekulieren, was als nächstes passiert und was hilft dabei? Na klar! Spekulatiuskekse!!! *teller mit Spekulatiuskeksen hinstell*
      *und Kaffee Latte zum runterspühlen da lass'*
    • -jona- wrote:

      Ich kann nur spekulieren, was als nächstes passiert und was hilft dabei? Na klar! Spekulatiuskekse!!!
      Omg, man sollte keine Kommentare lesen, wenn man gerade erst wach geworden ist und noch keinen Latté hatte.
      Ich hab "Spekulationskekse" gelesen. :S
      Danke jedenfalls für die Kekse und für den Kommentar. Ich war positiv überrascht zu sehen, dass du die Geschichte noch liest.
      Und ja, Lorcan ist schon abgehauen.


      Dann drehte er seinen Kopf zu den anderen Mädchen. Erst zu Leonie, welche mit Augen auf ihre Freundin blickte, die zeigten, dass Leonie WUSSTE, was Dina gerade durchmachte und dass es ihr ähnlich erging – sie lediglich etwas anders damit umging. Denn in Leonies Augen spiegelte sich immer noch Schmerz, Scham und Angst wieder. In ihren Augen schimmerten Tränen des Schreckens und Horrors. Das Mädchen blinzelte kurz und die ersten Tränen liefen ihre Wangen entlang, ohne dass sie auch nur einen Laut machte.
      Sein Blick ging zu Tara, welche in Mitgefühl, Verzweiflung und Hilflosigkeit ihrer Freundin nicht weiter helfen zu können auf Dinas Kopf starrte.
      Die Bogenschützenschülerin hatte sich erfolgreich gegen ihren Angreifer wehren können und konnte nun offensichtlich gerade nicht richtig den Schmerz und den Horror nachempfinden – sie wussten nur, dass es für ihre Freundin schlimm gewesen sein musste und wollte ihrer Freundin irgendwie helfen, ihr irgendwie beistehen... wusste aber nicht wie.
      Zu Letzt sah er zu Rose, welche ihre Arme um ihren Oberkörper geschlungen hatte als wäre ihr kalt und ebenfalls auf Dinas Haarschopf starrte – ohne diesen aber wirklich zu sehen. Die Blauhaarige war gerade gänzlich in Gedanken... in ihrer Erinnerung... in ihrem eigenen Angst einflößenden Erlebnis, als der Mann sie gegen die Wand presste, ihre Kleidung zerfetzte und sie mit seinen Händen betaschte... sie so feste anfasste, dass sie Blutergüsse bekam.
      Hina atmete die Luft langgezogen durch seine Nase aus in einem stillen Seufzen. Wenn er sich diese jungen Mädchen so ansah... wenn er sich drei von ihnen so ansah... und die vierte in völliger Hilflosigkeit, nicht wissend, wie sie ihren Freundinnen beistehen konnte oder ihnen helfen konnte... sich vermutlich immer noch ins Geheim Vorwürfe machend, dass sie nicht Schlimmeres verhindert hatte...
      ...er sollte mit allen Vieren noch einmal reden. In Ruhe, wenn sich die Aufregung und das Chaos des heutigen Tages gelegt hatte.
      Er war jemand der verstand. Der wirklich verstand, was sie gerade durchmachten. Er verstand, dass sie jetzt gerade nichts lieber machten, als das ganze Ereignis von sich weg zu schieben – so zu tun, als wäre es nie passiert. Er verstand, dass diese Reaktion aber langfristig nur zu mehr Leid und Schmerz führte... sie würden – wie er für so viele Jahre – ihr Erlebnis nur verdrängen und es nicht verarbeiten. Sie würden Jahre lang Angst vor Männern haben und...!
      ...es wäre schlimm.
      Er wollte nicht, dass diese jungen Mädchen durch genauso viele schlimmen Jahre gehen mussten, wie er es getan hatte. Er wollte ihnen helfen.
      Und – wenn er zurückdachte an damals... es HÄTTE ihm geholfen, wenn er gewusst hätte, dass da jemand war, der genau den gleichen Schrecken und Horror erlebt hatte, wie er selbst. Wenn er damals mit jemanden hätte reden können, der tatsächlich verstand.
      Er selbst hatte AUCH dicht gemacht, weil er keine „guten Ratschläge“ hatte hören wollen von Leuten, welche die Situation nicht nachvollziehen konnten. Doch hätte er damals jemanden gehabt, DER es nachvollziehen konnte... vielleicht hätte er sich dieser Person anvertraut und hätte somit viel schneller alles verarbeiten und überwinden können.
      Er wollte für diese vier jungen Mädchen DIESE Person sein. Also würde er morgen oder übermorgen noch einmal in Ruhe mit ihnen reden.
      Er ließ seinen Blick noch einmal über jede von ihnen schweifen und prägte sich ganz bewusst ihre jeweilige Magiesignatur ein, so dass er sie finden konnte – sollte er nicht an ihre Adresse oder andere Kontaktmöglichkeit kommen.
      „Ok“, antwortete Ferres auf Dinas Worte, „Dina, kannst du aufstehen? Wir sollten alle zurück zum Café gehen. Dort ist es sicherer. Auch wenn Lorcan verschwunden ist, herrscht noch immer zu viel Chaos in der Stadt.“
      Dina nickte nur und stand auf.
      Hinas Blick fiel dabei auf den Slip neben Dina und es erinnerte ihn daran, dass der Großteil der Mädchen halbnackt war. Auch wenn sie – die Männer – dabei waren und somit bereits als Abschreckung dienten, so wäre es dennoch nicht klug die Mädchen in dem Zustand durch diese chaotische Stadt zu führen. Wenn die Mädchen in dem Aufzug waren, kämen gleich die nächsten Bekloppten auf dumme Gedanken.
      Der Halbgolem traute es sich zwar durchaus zu mögliche Angreifer abwehren zu können, doch... hatte er zugegeben wenig Lust gegen wer weiß wie viele Idioten kämpfen zu müssen, wenn man das Problem auch auf anderem Wege lösen – oder zumindest verringern – konnte.
      Er zog kurzer Hand seinen Kapuzenpulli über seinen Kopf und hielt ihn Rose hin.
      „Rose?“, sprach er sie an (das Mädchen – zusammen mit den anderen – blickte zu ihm), „hier. Zieh den an.“
      Rose blinzelte kurz perplex, als ob sie nicht verstand, wieso er ihr seinen Pulli reichte. Dann senkte sich ihr Blick zu ihrem Oberkörper und erst JETZT schien ihr wirklich bewusst zu werden in welchem Zustand sie sich befand – denn sie wurde knallrot, dass selbst ihre Ohren rot wurden.
      Vielleicht war es auch, dass ihr erst jetzt wirklich klar geworden war, dass sie halbnackt war... - UND in der Gegenwart von zwei Männern war, von denen der eine auch noch – aus ihrer Perspektive – sehr jung war. Der genauso jung war, wie die Männer, welche sie angegriffen hatten... also wohl genauso ein „triebgesteuertes Tier“ war vor dem man sich in Acht nehmen musste.
      Die Reaktion von Rose führte dazu, dass auch die anderen Mädchen kurz perplex schauten und dann an sich runter sahen... und peinlich berührt stutzten, rot wurden oder sogar (in Leonies Fall) ihre Arme über ihre Brust legten.
      ...ja, wohl eher der zweite Grund.
      In Gedanken musste Hina lachen. Es erinnerte ihn einfach gerade zu sehr an Saiy damals, als sie in die Pubertät kam.
      Damals war ihm – dem Golem, also nicht einmal ein echter Mensch, ein echter Mann – nicht erlaubt gewesen sie in einem halbnackten Zustand zu sehen. Wenn er ihr Zimmer betrat, während sie sich gerade umzog und daher in Unterwäsche da stand, sagte sie zwar nie etwas direkt ihm gegenüber, aber an ihrer Reaktion hatte er deutlich ablesen können, dass es ihr peinlich war.
      Er hatte dann von sich aus Rücksicht auf ihr neu hinzu gekommenes Bewusstsein, dass sie zur Frau wurde und er ein Mann war, genommen und hatte immer erst angeklopft und nachgefragt, ob er reinkommen dürfe.
      Nach wenigen Wochen war dieses Stadium der Pubertät – zum Glück – vorbei gewesen und sie hatten wieder ganz normal, wie vorher auch, miteinander umgehen können. Ab da war es wieder egal gewesen, wenn er sie halbnackt sah – genauso wie es egal war, wenn sie ihn halbnackt sah. Sie waren schließlich Familie und obendrein hatte er Saiy aufgezogen, hatte ihre Windeln gewechselt, sie gefüttert, sie gebadet... wozu da also die Scham?
      Und jetzt diese Mädchen zu sehen, die im Endeffekt genauso reagierten... er konnte nicht anders, als in Gedanken zu lachen.
      Er selbst und Ferres waren ÜBER FÜNFZIG Jahre alt. Was sollten sie bitte mit so jungen Dingern überhaupt anfangen?
      Wieder lachte er gedanklich.
      Er merkte doch bereits jetzt, dass ihm sogar die Zwanzigjährigen mental zu jung waren und Ferres selbst war glücklich verheiratet (obendrein das – wie Hina gerne zugab – sich Ferres tatsächlich geändert hatte und mit Sicherheit keinerlei Interesse an einem jungen Ding hatte, selbst WENN er NICHT glücklich verheiratet gewesen wäre).
      Und wenn ihnen BEIDEN bereits Zwanzigjährigen zu jung waren... wieso sollten sie sich dann nach nur NOCH Jüngeren – nach Teenagern – umsehen?
      Die Mädchen waren KINDER – nichts weiter. Selbst wenn die Mädchen (typisch Teenager halt) sich nicht als „Kinder“ sahen und meinten, dass sie schon halb erwachsen wären... für die beiden 50+ Jährigen waren und blieben sie trotz dessen nichts anderes als Kinder, mehr nicht.
      Hina und Ferres tauschten einen Blick miteinander aus und sie konnten gegenseitig im Gesicht des anderen lesen, dass sie beide gerade eindeutig belustigt und amüsiert über die – verständliche – Reaktion der Mädchen waren. Sie dachten gerade eindeutig das Gleiche.
      Ihre Erheiterung sank jedoch, als Rose mit weit ausgestrecktem Arm, etwas zögerlich, den Pulli entgegen nahm, den Hina ihr hinhielt. Ihre Reaktion war bereits Aussage genug, dazu hätte es nicht einmal mehr die Mischung aus Peinlichkeit und Angst in ihren Augen benötigt.
      Den Mädchen war nun wohl erst JETZT richtig bewusst geworden, dass sie sich immer noch in der Gegenwart von MÄNNERN befanden – auch wenn diese Männer sie gerettet hatten. Die volle Tragweite des Erlebnisses schien nun bei den Mädchen einzusinken.
      …nur noch mehr ein Grund, um mit den Mädchen später richtig zu reden.

      Part 6, Teil 281: Ende
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    • Es mag sich jetzt böse anhören, aber in dieser Situation ist Hinas Vergangenheit und, dass Hina mit ihr soweit abgeschlossen hat? Gold wert. Und wer weiß, vielleicht wächst/heilt Hina so auch ein Stück und wird wieder so jemand wie der Sechste. Das wäre cool.

      Hina_Sakamoto wrote:

      Ich war positiv überrascht zu sehen, dass du die Geschichte noch liest.

      Ich möchte nicht sagen, dass es klar ist, dass ich die Geschichte weitergelesen habe. Nach Deiner Neujahrspause hatte ich andere Interessen bzw auch mich hat mal das "Rl" in die Mangel genommen. Dann plötzlich hab ich wieder reingeschaut und zack! deine Geschichte hat mich instant gefesselt.
      Ich möchte Dir danken, dass Du diese Geschichte schreibst und mich mit in die Vergangenheit gezogen hast, mich mit auf die Reise genommen hast. Okey, für mehr Wörter schmeißt mein Kopf keine zusammenhängenden Gedanken mehr zusammen.

      So, kleine Knabberpause! Eine große Tasse Latte und leckere Schokokekse für Dich. :love:
    • Ich gebe zu, SO hammergeil ist dieser Teil nicht, aber... ich möchte mal endlich mit dieser ganzen Szene (Li rettet Mädels) fertig werden. Daher hab ich es alles etwas kürzer gefasst und deswegen liest es sich womöglich etwas... anders, als man sonst von mir gewohnt ist.


      Rose zog den Pulli an, er ging ihr bis knapp über ihren Po, so dass er alles nötige verdeckte. Hina wusste aus eigener Erfahrung, dass sie sich nun zwar etwas „wohler“ fühlte – aber immer noch „halbnackt“ und in einem Gewissen Grad „schutzlos“. Wirklich vollständig bekleidet hätte sie sich wohl sicherer gefühlt.
      „Li hat recht“, ergriff der Geschäftsmann das Wort, „so solltet ihr nicht durch die Straßen gehen. Einen Moment, lasst mich nachsehen, ob ich noch irgendetwas an Kleidung in meiner Gürteltasche habe.“
      Nach kurzem Suchen zog er einen Mantel hervor – welcher Ferres bereits bis zu den Knien ging, den Mädchen wäre er mit Sicherheit zu lang.
      Hina zog skeptisch eine Augenbraue hoch, während er auf das Kleidungsstück schaute. Dann drehte auch er seinen Kopf zu seiner Gürteltasche und fischte aus dieser eine Jeanshose und einen weiteren Kapuzenpulli hervor.
      Nun war es Ferres, welcher mit hoch gezogener Augenbraue zu ihm zurück starrte.
      Hina zuckte defensiv mit den Schultern. „Was?! Ich hab immer ein Paar Sachen zum Wechseln dabei seit der Sache mit meinem Kampf vor einem Jahr. Damals war meine Kleidung vollkommen ruiniert, dass sie sie weggeschmissen haben und... den Rest kennst du.“
      Julius nickte nur. Ja, den Rest kannte er. Scheinbar war es für Li nicht so selbstverständlich und 'in Ordnung' gewesen lediglich Nachthemden und Schlafanzüge tragen zu können, wie er im Gasthaus stets vorgegeben hatte.
      „Dina? Zieh die Hose an“, reichte Hina ihr das Kleidungsstück, „sie wird zu lang und zu weit sein, aber du kannst die Beine hochkrempeln und... ich müsste auch noch irgendwo Garn in meiner Tasche haben. Dieses kannst du als Gürtelersatz nehmen. Es ist sehr stabil und reißfest. Das sollte klappen.“
      Dina überlegte kurz. Egal was Li und Julius erzählten und wie sehr sie beide sich darum bemühten, dass sie keine Angst mehr hatte...
      (Sie war immer noch erstaunt so viel Gutes und so viel Wärme von Lis Magie zu spüren, auch wenn beides mittlerweile etwas nachgelassen hatte... Li drosselte offenbar langsam seine Magie. Warum er das machte, wusste sie nicht. Vielleicht KONNTE er sie nicht einfach abrupt stoppen, wenn er so viele Emotionen in seine Magie legte.)
      …doch auch wenn sie immer noch vollkommen erstaunt und baff war... es änderte nichts an dem Fakt, dass sie nicht darüber hinweg täuschen konnten, WAS Li wirklich war und was ihr Verhältnis miteinander war.
      Julius hatte Li vorhin gedankt und Li hatte bestätigend genickt. Also war auch DAS – Lis Handlung so viel positiver Magie zu erzeugen – Julius' Anweisung gewesen und Li hatte nicht von selbst gehandelt.
      Und auch jetzt, Li hatte ERST angefangen Kleidung aus seiner Tasche zu holen, nachdem Julius es vorgemacht hatte.
      Nein, sie konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass sie in Wirklichkeit Meister und Diener – Meister und Agma – waren. ...verbunden mit dem Vertrag an Julius' Handrücken.
      Dinas Blick glitt automatisch zu dem Symbol auf Julius' Hand, dann sah sie in sein Gesicht und er lächelte sie ermutigend an. Okay... wenn Julius auch dafür war und sich somit sicher war, dass Li ihnen keinen Schaden zufügen wollte... - auch nicht mit irgendwelcher, magischer Agmakleidung, die wer weiß was für schreckliche und gefährliche Zauber eingewebt hatte – ...dann... dann würde sie ihren Mut zusammen nehmen, Julius vertrauen und die Kleidung nehmen.
      Sie griff nach der Kleidung und zog diese unter ihrem Rock an. Hm, sie musste zugeben, dass sich die Hose wirklich wie eine ganz normale Jeanshose anfühlte UND (und das war ihr viel unangenehmer zuzugeben) sie fühlte sich tatsächlich sicherer mit der Hose. Erst jetzt fiel ihr auf, wie nackt, wie schutzlos... wie... unangenehm es sich angefühlt hatte nur ihren Rock zu haben, der alles verdeckte... keine Unterwäsche zu tragen... jeder Mann hätte ihr SO LEICHT einfach unter den Rock fassen können und...
      ...sobald sie zu Hause war (wenn ihr Haus überhaupt noch stand), würde sie alle ihre Röcke und Kleider rauswerfen und nur noch Hosen und Pullis tragen.

      Part 6, Teil 282: Ende
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    • Während Dina sich mit dem Garn die Hose zuband, so dass sie nicht von ihren Hüften runter fiel (die Hosenbeine hatte sie bereits bis zu den Knöcheln hochgekrempelt), wartete Hina geduldig. Anschließend reichte er ihr auch noch seinen zweiten Pullover, welchen sie auch anzog.
      Hina sah sich um. Gut, die Mädchen waren jetzt soweit wieder bekleidet. Taras Kleidung hatte ohnehin kaum etwas abgekriegt. Dina trug nun seine Wechselkleidung, Leonie trug noch immer ihre eigene Jeanshose (dessen Reißverschluss kaputt war, aber das Mädchen hatte die Hose zumindest zuknöpfen können) und sie trug Ferres Jacke dazu, welche sie mittlerweile am Reißverschluss zugezogen hatte.
      Blieb noch Rose, die lediglich in ihren eigenen Schuhen, Unterwäsche und seinem Kapuzenpulli gekleidet war. Hmm...
      „Rose? Ich glaube, ich hab noch ein T-Shirt in meiner Tasche. Wenn du willst, kannst du das als eine Art Rock um deine Hüften binden.“
      Rose' Blick, welcher wieder zu Boden gerichtet gewesen war, schnellte hoch und sie sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Dann legte sich ihre Überraschung und sie nickte.
      Er griff in seine Tasche, holte sein Wechsel-T-Shirt hervor und reichte es ihr. Sie wickelte es um ihre Hüften, zog dann den Pulli darüber.
      Gut, damit waren sie wohl startklar, um zum Gasth-....
      „Julius! Dein Auge!!“, rief Dina mit leichtem, unterschwelligem Schrecken in ihrer Stimme und unterbrach so Hinas Überlegungen.
      Er sah zu dem Mädchen hin. Es war das erste Mal in dieser ganzen Situation, dass er tatsächlich so etwas wie Emotionen aus ihrer Stimme hörte – wenn auch nicht stark ausgeprägt.
      „Das hab ich mich vorhin auch schon gefragt, wie du an das Veilchen gekommen bist“, ergriff Tara das Wort, „hat Lorcan euch doch aufgespürt oder ähnliches?“
      „Ja! Und wieso heilst du es nicht? Oder lässt es von Li heilen?“, fragte Rose nach.
      Ferres' Lippen zuckten in einem leicht verlegenen, aber immer noch amüsierten, Schmunzeln. „Ah, das...“, berührte er sein mittlerweile geschwollenes und verfärbtes Auge mit den Fingerspitzen, „nein, Lorcan sind wir zum Glück nicht begegnet. Das Veilchen habe ich Li zu verdanken.“
      „Was?!“ / „Wieso?!“, kamen die überrascht-entsetzten Ausrufe der Mädchen.
      „Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit. Nicht weiter schlimm. Jedenfalls... habe ich das Veilchen wohl zurecht verdient“, schielte er zu Li hin, welcher zurück schaute, „und deswegen habe ich es auch noch nicht geheilt oder von Li heilen lassen.“
      Die Mädchen blickten erstaunt zu Julius, wieder zu Li und wieder zurück. Was...? Hatte es mit dem Streit zu tun, den sie zuvor beobachtet hatten?
      Dina überlegte kurz und sah dann Julius an. „Soll... soll ich dich heilen?“
      Die anderen Mädchen riefen begeistert und ermutigend ihre Zustimmung, dass doch dann Dina heilen sollte.
      Julius' Augen weiteten sich kurz überrascht, dann legte sich ein echtes, warmes Lächeln auf seine Lippen und er blickte Dina an.
      Er war überrascht darüber, wie stark diese Mädchen doch waren. Es war unübersehbar, dass ihnen das Erlebnis sehr zugesetzt hatte und doch... und doch waren sie in der Lage für einen Moment ihre eigene Situation bei Seite zu schieben und sich Gedanken um andere Dinge zu machen.
      „Nein, lasst nur“, schüttelte er verneinend den Kopf, „das wird von alleine heilen und wie gesagt – verdient hab ich das Veilchen.“
      Dann blickte er wieder ernst und wechselte bewusst das Thema.
      „So. Wir sollten nun wirklich zurück zum Café. Dort die Nacht verbringen und morgen früh – wenn sich das Chaos hoffentlich gelegt hat – werden wir versuchen eure Eltern zu kontaktieren. Vielleicht können wir sie auch schon vom Café aus kontaktieren – aber vermutlich werden sie nicht antworten, bei diesem ganzen Chaos derzeit. Wenn es anders wäre, würde es mich jedenfalls wundern.“
      Alle anderen nickten ihr Einverständnis.
      „Aber vorher...“, drehte er seinen Kopf zu den beiden Männern, welche immer noch verängstigt und vor sich her wimmernd an der Seite der Gasse lagen, „hab ich noch ein paar Sachen zu sagen.“
      Julius ging auf die beiden Männer zu, Li folgte ihm wie ein stiller Schatten.
      Die Männer zuckten zurück, als sie Li sahen und riefen halblaut in immer noch vorhandener Angst „Der Agma!“ / „Nicht, bitte...!“.
      Li reagierte nicht. Scheinbar hatte er beschlossen mit ihm, Julius, zu kooperieren und ihm die Führung zu überlassen. Aber, dass die Männer tatsächlich immer noch davon ausgingen, dass Li ein Agma war... das brachte Julius auf eine Idee. Er würde es simpel zu seinem Vorteil nutzen und darauf vertrauen, dass Li seinen Part spielte.
      Die Männer blickten verunsichert zu ihm selbst hin, nachdem sie von 'dem Agma' keine Reaktion erhielten. Waren die Männer, genau wie Tara zuvor, dem Irrglauben erlegen, dass Li und er einen Agmavertrag eingegangen waren und er Lis Meister war?
      Nun... selbst wenn nicht... so würde er die Männer simpel zu diesem Glauben... verleiten.
      Er spürte Lis Blick auf sich ruhen. Ahh... also war es tatsächlich so, wie er angenommen hatte und Li wartete geduldig ab, was er wohl nun als nächstes tun würde, was sein nächster Schritt wäre.
      Gut... damit konnte die Show beginnen.
      Er schaute mit verachtendem Blick auf die Männer herab, sprach aber den Blonden neben sich an, ohne seinen Blick von den Männern abzuwenden.
      „Li, heil sie!“
      Diesmal machte der Golem es, ohne auch nur ein Wort des Protests. Gut, sehr gut. Wenn Li wirklich kooperierte und seinen Part spielte... Ohhh... das würde definitiv amüsant werden.
      Julius blickte immer noch mit verachtenden und kalten Augen auf die Männer herab. Mit ebenso eiskalter Stimme sprach er:
      „Ihr werdet mir jetzt zuhören.. Und zwar gut zuhören. Habt ihr das verstanden?“
      Beide Männer nickten hastig, eindeutig nach wie vor verängstigt.
      „Ich hoffe das war euch eine Lehre! Ihr werdet NIE wieder eine Frau oder auch nur ein Mädchen, einen Jungen... egal wen... ihr werdet NIE wieder jemanden sexuell belästigen, ihn schlagen, sexuell nötigen oder vergewaltigen! Ihr fasst NIE wieder die Hand an jemanden an, wenn diese Person es nicht will!“
      „J- ja. Kein Thema.“ / „Alles, was du willst.“, nickten die Männer nach wie vor mit Angst ihre Zustimmung.
      „Des Weiteren werdet ihr jetzt eure immer noch bewusstlosen Freunde nehmen und von hier verschwinden. Und ihr werdet euch irgendwo verkriechen und dort schön eure Füße still halten bis dieses heutige Chaos und seine Nachwirkungen vorbei sind. Und ich werde euch dafür nicht wegen körperlicher Gewalt, sexueller Nötigung und versuchter Vergewaltigung bei den Stadtwachen anzeigen. Haben wir uns verstanden?“
      „J-ja, ja... natürlich...!“, kamen die hektischen Worte von Jeansjacke; hektisches Nicken von Irokese.
      Die beiden Männer wagten nun sich wenigstens in eine sitzende Position zu begeben.
      „Das... das heißt, wir... wir können jetzt gehen...?“, fragte Irokese ängstlich nach.
      Julius nickte, immer noch mit Verachtung in seinen Augen. „Ja.“
      Die Männer erhoben sich ganz und fingen an zögerlich an ihm selbst und Li vorbei zu schleichen – mit einem extra weiten Bogen um Li herum.

      Part 6, Teil 283: Ende
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      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


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    • „Ach ja und noch etwas!“, hielt er die Männer bewusst zurück – sein Timing war geplant gewesen.
      Die beabsichtigte Wirkung wurde erzielt: Die Männer zuckten abermals ängstlich zusammen und drehten sich sofort zu ihm um, halb panisch vor sich her brabbelnd, was es denn noch gäbe und dass sie alles tun würden, wenn sie nur heil aus der Sache raus kämen und nun gehen dürften.
      Julius würdigte sie nicht einmal eines Blickes, blitzte sie nur aus seinen Augenwinkeln – den Kopf nur ganz leicht gedreht – weiterhin verachtend an.
      Li selbst blickte komplett starr gerade aus, ohne die Männer oder Julius anzusehen.
      „Glaubt mir... Li wird wissen, wenn ihr noch einmal versucht Hand an wen zu legen... wenn ihr noch einmal versucht ein Mädchen... eine Frau zu vergewaltigen... oder ihr sie auch nur auf eine unangemessene Weise anfasst oder ihr zu aufdringlich werdet... - dann werde ich meinen Agma“, sah er nun zu den Männern hin und hob bewusst seine geballte Hand mit dem Tattoo, zeigte ihnen den Handrücken, „das nächste Mal nicht stoppen.“
      Die Augen der Männer weiteten sich nur noch mehr in Angst bei diesen Worten und keine Sekunde darauf wurde ihre Angst abermals zu reiner Panik. Li hatte seinen Kopf gedreht, blickte die Männer direkt an und ließ abermals für einen kurzen Moment seine Dunkelheit und Schattenmagie aufflammen, dass seine Augen übernatürlich blau glühten.
      In nackter Panik beteuerten die Männer, dass sie nie wieder jemanden anfassen würden und rannten regelrecht zu ihren beiden Freunden, um sich jeweils einen über die Schulter zu hieven und anschließend vor Angst aus der Gasse zu rennen.
      Julius und Li sahen ihnen nach. Kaum waren die Männer außer Sichtweite fing der Geschäftsmann an lautstark amüsiert zu lachen, wenige Sekunden darauf stieg auch Li in das Lachen mit ein.
      Die Mädchen blickten verwirrt und verwundert zu den beiden Männern, welche lachten, als gäbe es kein Morgen mehr.
      Was zum...? Waren die beiden jetzt völlig übergeschnappt?
      Als sich ihr Lachen beruhigte, kamen sie auf die Mädchen zu gelaufen.
      „Fer- Ferres...“, sprach Li immer noch unter leichtem Lachen, „ich.. haha... ich fang an.... hahaha... zu verstehen warum... haha... warum dich solche Dinge so amüsieren.“
      Julius einzige Antwort war nur abermaliges Lachen.
      Schließlich kamen sie bei den Mädchen an.
      „Wieso habt ihr jetzt gelacht?! Das...!“, fragte Tara irritiert nach.
      Li sah sie amüsiert-belustigt an, er hatte gerade eindeutig Mühe sein restliches Lachen zu unterdrücken.
      „Na.. hehe...“, sprach er gut gelaunt, „du kannst nicht abstreiten, es war witzig wie die beiden ihre Beine in die Hand genommen haben, oder?“
      Tara blinzelte überrascht, sah dann zu ihren Freundinnen und wusste, dass sie alle das Gleiche dachten. Irgendwo WAR es witzig gewesen und vor allem: Diese Mistkerle hatten es verdient so in Angst versetzt zu werden!
      Dann jedoch änderte sich Roses Gesichtsausdruck und sie wurde ernst. „Aber... das...“, fing sie zögerlich an.
      Julius und Li sahen nun ebenfalls ernst zu der Blauhaarigen.
      „...das war aber doch nicht ernst gemeint oder...?“, fragte sie schließlich.
      „Was?“, fragte der Blonde verwundert.
      „Na... na die Sache, dass... dass beim nächsten Mal... dass du weißt, wenn sie wieder etwas machen und Julius dich beim nächsten Mal... nicht aufhalten wird.“
      Abermals schauten die Männer kurz überrascht, dann schüttelte Li lächelnd, verneinend mit dem Kopf.
      „Nicht doch...“, fing er an zu sprechen, wurde aber von Julius unterbrochen.
      „Das war eine Lüge“, antwortete der Schwarzhaarige ernst, „wie ich vorhin schon sagte: Li ist kein Agma und wir sind auch keinen Agmavertrag miteinander eingegangen. Das Tattoo hier ist simpel nur ein normales Tattoo“, zeigte er ihnen noch einmal sein Tattoo, „aber so lange diese beiden Typen das nicht wissen und annehmen, dass Li ein Agma ist... wieso es dann nicht nutzen?“
      Das amüsiert Funkeln in Julius' Augen war deutlich zu sehen, ebenso wie das amüsierte Schmunzeln auf seinen Lippen.
      „Ferres hat recht“, ergriff Li wieder das Wort, „erstens: Nein, ich wüsste nicht, ob sie so etwas noch einmal bei einer anderen Frau versuchen. Und zweitens... die Typen hatten wirklich genug. Ich denke nicht, dass sie jemals wieder eine Frau auch nur anzüglich oder lüstern ansehen werden, geschweige denn anfassen werden.“
      Rose nickte verstehend und ein wenig erleichtert. Sie hatte zwar nur gehört, was Li angestellt hatte und es nicht selbst erlebt, aber... alleine dieser kleine Moment gerade eben, wo sie deutlich „Dunkelheit“, „Gefahr“ und „Bedrohung“ von ihm gespürt hatte und es in ihr für einen ebenso kurzen Moment, eine Angst ausgelöst hatte, wie sie es noch nie zuvor gespürt hatte... - selbst DAS reicht ihr schon.
      Sie war froh, dass Li davon absehen würde die Männer abermals zu attackieren, abermals zu diesem... Monster zu werden, was sie gerade für nur einen kurzen Augenblick wahrgenommen hatte. Ja... sie konnte jetzt verstehen, wieso Tara auf den Gedanken eines „Agmas“ und eines „Agmavertrags“ gekommen war.
      ...und wenn sie ehrlich zu sich war... so ganz glaubte sie Julius Worte nicht, dass Li kein Agma war. Diese absolute Dunkelheit, die sie gespürt hatte... brrr... - es erschauderte sie. Ein Mensch konnte doch nicht so dunkel und gefährlich sein... brrr... vielleicht logen die beiden Männer auch, um die Wahrheit zu vertuschen.
      Rose tauschte einen Blick mit Dina aus und sie konnte in dem Gesicht der Magierschülerin ablesen, dass Dina genauso wenig überzeugt war, wie sie selbst. Mehr noch... Dina schien sogar viel mehr zum Gegenteil hin zu tendieren.
      „Und wieso hast du gesagt, dass keiner sie anzeigen wirst, wenn sie sich benehmen?!“, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als Tara mit leichtem Vorwurf in der Stimme, abermals das Wort ergriff.
      Julius blickte schmunzelnd zu Tara zurück. „Ah, ich sagte ICH werde sie nicht anzeigen. Ich habe kein Wort davon erwähnt, dass nicht eine von euch – oder sogar Li – sie anzeigen wird. Und wenn ihr meine Töchter wärt... würde ich euch zu einer Anzeige raten.“
      Wieder blickten die Mädchen bedrückt, als ihnen das Ereignis ins Gedächtnis gerufen wurde.
      „Na, ich würde vorschlagen“, ergriff nun Li enthusiastisch das Wort, „dass wir jetzt wirklich alle zum Café zurückgehen. Dort werden wir die Nacht verbringen, dann werden wir euch helfen eure Eltern zu finden und mit euren Eltern könnt ihr dann besprechen, ob ihr wirklich Anzeige erstattet oder nicht. Aber...“, brach Li auf einmal im Reden ab... zögerte und blickte ebenfalls zögerlich und etwas nachdenklich zur Seite, bevor er schließlich weiter sprach, „...ich denke... ihr solltet Anzeige erstatten.“
      Rose stutzte. Hm? Das... die Art, wie er es gesagt hatte, es... irgendwie hatte es auf sie so gewirkt, als ob Li gerade aus eigener Erfahrung sprach. Als ob er selbst tatsächlich schon mal etwas erlebt hatte, was er zur Anzeige gebracht hatte... aber... das konnte doch nicht sein. Li war so mächtig und Angst einflößend, wenn er es sein wollte... (selbst wenn er KEIN Agma sein sollte, wo Rose nach wie vor ihre Zweifel hatte) ...wie sollte da Li in einer Situation geraten sein, wo er jemand anderen anzeigte?
      Womöglich sogar noch – genau wie bei ihnen – eine versuchte Vergewaltigung, was? Rose lachte kurz in Gedanken spöttisch auf. Es war einfach zu absurd, dieser Gedanke. Li war doch viel zu stark und mächtig dafür.
      Nein, sie musste es sich einbilden.
      Rose beendete ihr Nachdenken, als sich ihre kleine Gruppe in Bewegung setzte und sie sich alle auf den Weg zum Café machten, wo sie die Nacht verbrachten.


      Part 6, Teil 284: Ende
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    • Wäre das jetzte der Moment, wo man sagt "Juhuu, die Mädchen sind gerettet!"? Dann bist du ja endlich aus der Szene Li rettet Mädchen aus der Patsche raus. Hgw.

      Kaffee und Kuchen hinterlass' für die Abwechslung.
    • Danke @-jona-. =)

      Am nächsten Tag, gegen Mittag, stand Hina alleine auf einem Schutthaufen und ließ seinen Blick über die zerstörte Stadt schweifen. So viel Zerstörung... so viel kaputt... so viel Angst und Panik... so viele Verletzte...
      Diese letzte Nacht hatte so viele Opfer gefordert. Er hätte nie für möglich gehalten, dass EIN Mann solche eine Zerstörung und Chaos auslösen konnte und vor allem hatte er so etwas nicht von einem einfachen Schwertkämpfer gedacht. 'Einfachem Schwertkämpfer'? Nein, Lorcan Pannonia war alles andere als 'einfach nur ein Schwertkämpfer' – das hatte Hina selbst gestern mit eigenen Augen mitansehen müssen. Nichts bzgl. dieses Mannes war 'einfach nur'...
      ...war er selbst einst als der Sechste in den höchsten Tönen gelobt worden... WENN er einst wegen seines... 'Könnens' und 'Talents', dachte er spöttisch diese zwei Worte, in den höchsten Tönen gelobt worden war... so musste man Lorcan letzten Endes mindestens genauso viel 'Lob' aussprechen, wenn nicht sogar noch mehr.
      Der Mann war ein solcher Schwertkämpfer... ein Talent, was nur einmal in hundert Jahren auftauchte. Er hatte beim Kämpfen mit seinem Schwert ausgeholt und einfach so einen Stützbalken mitsamt Mauerwerk eines Hauses mit seiner Kraft zerstört, nur um in noch der gleichen Bewegung seinen Gegner niederzustrecken.
      Die Zerstörung ihrer Stadt war nicht nur dem Bogenschützen mit seiner Bazooka oder den Guerilla-Frauen mit ihren Bomben zu verdanken gewesen... - wobei sie definitiv gut zur Eskalation der Situation beigetragen hatten... (Wie konnte man nur mit schwerem Geschütz in einer STADT schießen?!?!) ...es war auch zumindest zu 50% - wenn nicht sogar mehr – tatsächlich Lorcan selbst gewesen, der die Stadt zerstörte... mit seiner monsterartigen Kraft, seiner Schnelligkeit und seinem Kampfgeschick.
      ...und das alles nur, weil er einen guten Kampf wollte und diesen anderweitig nicht bekam. Das nur, weil es keinen Gegner gab, der im one-on-one gegen Lorcan bestehen konnte.
      Li, du bist der EINZIGE von uns allen, der mit GARANTIE einen Sieg holen kann!“, echoten Ferres' Worte in seinen Gedanken.
      Hina starrte auf seine rechte Handprothese und ballte diese bewusst zur Faust. Er war sich zugegeben immer noch unsicher, ob er wirklich in der Lage wäre Lorcan schlagen zu können, doch... egal ob Zweifel oder nicht... er musste es versuchen. Lorcan MUSSTE gestoppt werden... und wenn alle anderen Kämpfer, wie er gestern ja selbst gesehen hatte, nicht in der Lage waren ihn aufzuhalten, dann... dann musste er halt ran. Ganz egal ob Zweifel oder nicht. Er hatte keine andere Wahl mehr, wollte er nicht, dass Lorcan eine genauso große Zerstörung in anderen Städten anrichtete. ...wollte er nicht, dass es NOCH mehr Opfer gab.
      Wie willst du je wieder die Familie beschützen Golem?!“, schossen ihm auf einmal Duoscos Worte durch den Kopf.
      Ein kleiner Stich durchfuhr seine Brust, doch war zu seiner Überraschung der Schmerzstich viel schwächer, als er es erwartet hätte.
      Golem, hm?
      Er machte einen spöttischen Laut und lächelte spöttisch auf seine Prothese herab. Eine Puppe mit Puppenzubehör.
      Er erinnerte sich zurück an gestern, wo er – dank seiner Golemkonstitution – dem Rauch der Brände hatte stand halten könne, wo er dank seiner Golemkonstitution die Ausdauer gehabt hatte weiter zu arbeiten und weiter... immer weiter ohne zu ermüden... wo er dank seiner Golemkonstitution hatte Trümmer anheben können, die er als Mensch nie hätte stemmen können... in jenem Moment war er SO froh gewesen ein Golem zu sein, wie noch nie zuvor in seinem Leben. - Wie absolut noch NIE.
      Hina lächelte, als er daran zurück dachte und noch immer spürte er dieses pure Glücksgefühl und die Erleichterung... das Wissen, dass er nur so viel hatte helfen können, WEIL er ein Golem war.
      Im nächsten Moment fiel sein Lächeln zusammen, als er daran zurück dachte, wie Ferres ihm den Talisman angelegt hatte... wie er auf einmal von einer Sekunde auf die andere in seinem Körper gefangen war... sich nicht mehr hatte bewegen können... und Ferres' Worte, welche diese Aktion begleiteten:
      Li, du bist nicht stark genug!“
      Wie diese Worte seine Situation, dass er sich nicht bewegen konnte, nur um so mehr untermauerten.
      In jenem Moment... in jenem Moment hatte er es noch NIE zuvor in seinem Leben so sehr VERFLUCHT ein Golem zu sein, wie zu jenem Augenblick.
      Er war zu jenem Zeitpunkt nur ein ganz normaler Golem, eine Marionette, die nur auf Grund ihres Meisters 'lebte'... sich bewegte, reagierte... Befehle ausführte.
      Heh... da hatte er in nicht einmal 24 Stunden das absolute Positive, wie auch Negative bzgl. seines Golemdaseins erlebt. Es war eigenartig.
      Und er konnte Ferres nicht einmal wirklich böse sein. Aus Ferres' Sicht war das die effektivste Möglichkeit gewesen – vielleicht sogar die EINZIGE Möglichkeit gewesen – um ihn davon abzuhalten Selbstmord zu begehen. Zumal... wenn er ehrlich war... mit großer Wahrscheinlichkeit WÄRE er tatsächlich gestorben, wenn er gestern so wie er war zu Lorcan gegangen wäre. Im Grunde hatte er Ferres sein Leben zu verdanken... - wieder zu verdanken.
      Wie oft war es nun schon vorgekommen, dass Ferres ihm das Leben in der ein oder anderen Form gerettet hatte? Vielleicht hatte sich der Mann doch geändert?
      Wenn du von einem solchen Trümmerhaufen getroffen wirst...“
      ...unbeschadet wärst du in keinem Fall geblieben.“
      Du bist eine zu wichtige Schachfigur in dieser Partie gegen Lorcan, als dass ich dich einfach so unbedacht opfern würde, Li!
      Ich bin der Schachspieler und du der König, welcher Lorcan Schachmatt setzen wird.“
      ...nein, wohl eher nicht. Für Ferres war er nach wie vor simpel nur Mittel zum Zweck, um Lorcan aus dem Weg zu räumen.
      Er seufzte kurz auf.
      Nun egal, auch wenn Ferres ihn so sah, änderte es nichts daran, dass Lorcan gestoppt werden musste.
      Noch einmal blickte Hina über das Trümmerfeld vor sich, über die teilweise eingestürzten Gebäude, über die Schutthaufen, die Krater, über die ausgebrannten Häuser....
      Nein, es änderte absolut nichts daran, dass Lorcan aufgehalten werden musste. Und ER war es, der ihn aufhalten würde!!!
      Aber zuvor... zuvor musste er sich noch um die Mädchen kümmern. Je länger er mit dem Gespräch wartete, desto schlimmer wäre es für die Mädchen. Allerdings wusste er auch, dass JETZT kein guter Zeitpunkt dafür war. Jeder hier in der Stadt – einschließlich die Familien der Mädchen - waren damit beschäftigt die Spuren des Kampfes zu beseitigen und ihre Häuser wieder bewohnbar zu machen, bei der Rettung und Bergung von Überlebenden zu helfen, Trümmer wegzuräumen, Verletzte zu heilen etc.
      Zum Glück hatte sich die Unruhe der Stadt etwas gelegt. Scheinbar waren im Laufe der Nacht oder dem frühen Morgen endlich ausreichend Stadtwachen, Alchemisten und Magier, die sich aufs Heilen spezialisiert hatten, hier zum Cuby Pfad geschickt worden, um wieder Ordnung herzustellen, Verletzte zu retten und Tote zu bergen. Dank ihrer Hilfe war das vorher herrschende Chaos merklich abgeklungen.


      Part 6, Teil 285: Ende
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    • In der gestrigen Nacht, in der Sicherheit des Cafés, hatten Hina, Ferres und die Mädchen tatsächlich noch versucht die Eltern der Mädchen per PN zu kontaktieren, aber ihnen war es nur in Leonis Fall gelungen. Die anderen Eltern hatten scheinbar die PNs nicht erhalten... vermutlich waren sie so sehr auf ihre eigene Situation, auf ihr Überleben und die Suche nach ihren Kindern konzentriert, dass sie die PN, welche neben ihnen auftauchte völlig übersehen hatten... oder die Nachricht war nicht durchgekommen, weil zu viele Leute – aus Sorge um ihre Liebsten – PNs verschickten... oder vielleicht hatten sie auch keine Möglichkeit zu antworten, weil kein PN-Papier und kein Stift in ihrer Nähe war.
      Die Sorge um ihre Eltern hatte die Mädchen die ganze Nacht über nicht losgelassen und sie waren sichtbar froh, als sie sich zusammen mit Hina und Ferres am nächsten Morgen aufgemacht hatten, um ihre Eltern zu suchen. Sie waren so überaus glücklich gewesen, als sie schließlich wieder mit ihren Eltern vereint waren.
      Hina lächelte warm bei der Erinnerung.
      Er selbst hatte mitten in der Nacht im Café seinerseits eine PN von Saiy erhalten. Sie war wohl immer noch in Akt 5, wo sie sich für die Nacht ein Zimmer in einem Hotel genommen hatte. Die Nachricht von Lorcans Attacke war bis zu diesem Akt gedrungen und sie hatte wohl schon die ganze Zeit versucht ihn zu erreichen... nur, dass offensichtlich keine PN durchgekommen war, anderweitig hätte er von ihr ja eher eine Nachricht erhalten.
      Als er ihr zurück schrieb, dass es ihm gut ginge und er zusammen mit Ferres und vier Teenagerinnen die Nacht in einem Café ausharren würde, kam von ihr nur ein „Ah, gut. Dann bin ich beruhigt.“ zur Antwort. Er hatte lachen müssen – das war einfach so typisch Saiy gewesen.
      Auch Ferres hatte seiner Familie in Cylloan eine PN zukommen lassen und sie wussten, dass er in Sicherheit und in der Gegenwart von Hina war. Als Antwort war von seiner Frau gekommen: „Ach, Li ist bei dir? Na, dann kann ja nichts schief gehen, wenn Li dich beschützt. - Aber LASS dich gefälligst auch von ihm beschützen! Und hör darauf, was er sagt! - Ich liebe dich, komm heil nach Hause. Jeanne.“
      Als Hina über Ferres' Schulter die PN las hatte er nur NOCH mehr Lachen müssen.
      Die Nacht an sich war verhältnismäßig ruhig abgelaufen. Sämtliche Leute im Café hatten sich beruhigt, dass sie nicht mehr in Panik waren. Sie hatten zwar immer noch Angst, aber wenigstens keine Panik mehr. Die drei Magier (neben Hina, Ferres und Dina), die vor Ort waren, hatten sich um die wenigen Verletzten gekümmert – was auch einen guten Teil zur Beruhigung der Leute beigetragen hatte.
      Und schließlich waren die Magier dazu übergegangen stets einen Schutzschild vor zum Beispiel dem Fenster oder der Tür zu legen, sobald sie laute Geräusche dem Café näher kommen hörten.
      Hina hatte sich an dieser Aktion nur im geringen Maße beteiligt und sich statt dessen eher damit begnügt den Mädchen und Ferres Gesellschaft zu leisten.
      Die anderen Magier waren eindeutig Titelmagier – Heldenlevelmagier – andernfalls wären sie nicht in der Lage gewesen einen Schutzschild an eine andere Stelle, außer direkt um ihren Körper, zu erschaffen. Ihr Können zeigte sich eindeutig. Aber, dass sie stets nur im akuten Fall einen Schild errichteten und sich zusätzlich auch noch stets dabei abwechselten... ließ den Halbgolem vermuten, dass sie wohl nichts davon wussten, wie man mehrere Magiearten miteinander verband. Andernfalls hätten sie vermutlich einfach einen riesigen Schutzschild um das ganze Café gelegt.
      Hina für seinen Teil erschuf keinen riesigen Schutzschild, weil er keine weitere Aufmerksamkeit auf sich lenken wollte. Sie hatten schon genügend Aufmerksamkeit bekommen und die Leute im Café waren in heller Aufregung gewesen, als er und Ferres mit den vier Mädchen, welche eindeutig mitgenommen waren und Männerkleidung trugen, hier ankamen. Dazu, dass Ferres ein nun gänzlich zugeschwollenes Auge hatte und ihm selbst „die Hand fehlte“... - jap... sie hatten definitiv für Aufregung gesorgt.
      Da hatte er es vermeiden wollen NOCH mehr im Mittelpunkt zu stehen, andernfalls wären womöglich nur unbequeme Fragen aufgekommen. Zumal die anderen Magier sichtbar alles im Griff gehabt hatten. Sie waren vielleicht anders vorgegangen, als er es getan hätte... aber ihre Methode hatte ja funktioniert – wozu sich da dann also noch einmischen und unangenehme Aufmerksamkeit auf sich ziehen?
      Und am nächsten Morgen, als es endlich heller wurde, hatten sie sich aufgemacht und die Mädchen mit ihren Eltern wieder vereint.
      Hina stieß lächelnd die Luft durch die Nase aus. Oh Mann... so viel war während der letzten 24 Stunden passiert... einfach nur 'Oh Mann'. Obendrein, dass es noch nicht vorbei war. Jetzt mussten erst einmal die Aufräum- und Rettungsarbeiten fortgesetzt werden.
      Der Blonde streckte sich. Auch für ihn waren es lange 24 Stunden gewesen. Dennoch würde er noch einige weitere Stunden bei den Arbeiten helfen und sich anschließend auf zum Port Alveus Markt machen, wo er sich ein Zimmer in eine der Kneipen nehmen würde. Die Hotels und Kneipen in den Sonnigen Wiesen und vermutlich sogar NosVille waren mit Sicherheit bereits längst belegt. Nach dieser Katastrophe suchte schließlich jeder irgendwo einen Ort zum Schlafen... der Großteil der Häuser waren zerstört oder anderweitig nicht bewohnbar... oder es drohte vom Nachbarhaus, was einsturzgefährdet war, Gefahr, so dass die eigentlichen Bewohner auch hier ihre Wohnungen räumen mussten.
      Nein... da war es besser gleich direkt weiter weg zu schauen und dort zu versuchen ein Zimmer für zumindest die Nacht zu ergattern.
      Aber zu erst hieß es mit anpacken! Noch einmal streckte er sich gut gelaunt und mit Tatendrang. Er wäre mit Sicherheit eine so große Hilfe, wie zwei oder drei normale Männer. Ja... ja, es hatte schon seinen Vorteil zur Hälfte ein Golem zu sein.
      Mit einem breiten, enthusiastischen Lächeln ging er auf eine Gruppe Helfer am Fuße des Schutthaufens zu und half ihnen die Trümmer abzutragen.

      Part 6, Teil 286: Ende
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    • Es war nun über eine Woche nach dem Lorcan-Ereignis vorbei und Hina befand sich zusammen mit den Mädchen in einer großen mit Heuballen gefüllten Scheune.
      Die Aufräumarbeiten, wie auch Rettungsarbeiten gingen weiter voran, auch wenn die Stadt in nur einer Woche um vieles besser aussah, als noch die Woche zuvor. Die Magie der Magier (zum Beispiel Wassermagie) half sehr um Trümmer abzutragen oder Häuser, die ohnehin einsturzgefährdet waren ordentlich und sicher zu sprengen (durch Schattenmagiebomben). Die Fortschritte beim Wiederaufbau waren viel größer, als Hina es nach nur einer Woche gedacht hätte.
      Das war der Grund warum er das Gespräch nicht noch länger hatte hinaus zögern wollen. Also hatte er nach besagter Woche die Eltern der Mädchen und die Mädchen selbst kontaktiert und hatte ihnen jeweils erzählt, dass er gerne noch einmal über ihre Beinahe-Vergewaltigung reden wolle... er wäre vor ein paar Jahren in einer ähnlichen Situation gewesen und wusste, wie es sich anfühlte.
      Keines der Mädchen außer Tara hatte reagiert. Taras Mut zeigte sich auch eindeutig hier – sie war die Erste gewesen, die einem Treffen mit ihm zustimmte. Nach und nach bekam er auch Antworten von den anderen Mädchen oder ihren Eltern, welche schließlich ebenfalls einem Treffen zustimmten, allerdings unter der Voraussetzung, dass es in einer Umgebung war, wo wenigstens ein paar Eltern in der Nähe wäre, um helfen zu können, falls wider erwarten etwas passieren sollte. Diese Bedingung hatten Leonie und Dina gestellt. Er hatte gerne eingewilligt, obwohl er wusste, dass diese Bedingung nur eine scheinhafte Sicherheit war. Wenn er den Mädchen wirklich etwas antun wollte, so könnte er dies ohne Probleme machen. Keiner der Eltern könnte ihn aufhalten – und die Mädchen konnten ihn erst recht nicht aufhalten. Die Sicherheit war definitiv nur reiner Schein – wie er es damals gefühlt hatte und das der Grund gewesen war morgens immer direkt in Uniform in der Kantine des Schlosses zu erscheinen.
      Obendrein hatten die Mädchen darauf bestanden, dass Ferres jedem von ihnen eine schriftliche Bestätigung zuschickte in der stand, dass er versichere, dass Li keines der Mädchen oder die Eltern der Mädchen angreifen würde und Li in keiner Weise beabsichtigte ihnen ein Leid zuzufügen.
      Diese Bedingung hatte Hina in der Tat etwas kurios gefunden, aber vermutlich... vermutlich waren die Mädchen – oder zumindest eines der Mädchen – nach wie vor überzeugt, dass er ein Agma war und im Vertrag mit Ferres stand. Das war zumindest die einzige Erklärung, die sich Hina dies bezüglich denken konnte, die einen Sinn ergab.
      Der Halbgolem hatte allen Bedingungen zugestimmt und befand sich nun mit den Mädchen bei Leonie zu Hause. Leonies Eltern besaßen einen Bauernhof, welcher eher außerhalb der Stadt gelegen war – in Richtung der Sonnigen Wiesen. Sie hatten – dank ihrer Abgelegenheit – von Lorcans Attacke nicht viel mitgekriegt. Ihr Hof stand noch und auch war das der Grund gewesen warum Leonies Eltern als Einzige in der besagten Nacht geantwortet hatten.
      Und nun hatten sie es sich in der Scheune auf Heuballen und fünf Tassen heißer Schokolade (dank der Bewirtung von Leonies Mutter) gemütlich gemacht.

      Part 6, Teil 287: Ende
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    • Dieses Missverständnis von den Mädchen zu Hina und Ferres, bezüglich des "Agma-Vertrages" bringt mich immer wieder zum schmunzeln. Echt amüsant!

      Schaut so aus, als ib Hina langsam realisiert, dass er doch abgef*ckt stark ist. Jetzt muss er nur noch noch stärker werden!

      Super Part! Latte, Kekse und 'n Bussy hinterlasse!

      Display Spoiler
      Die ZPs sind öde, man kann die auch malerischer/fantasievoller gestalten!
    • Vielen lieben Dank für den Latte, Kekse und den Bussi. =)
      Und natürlich auch für den Kommentar an sich. ;)


      Trotz der Gemütlichkeit durch die Heuballen und der heißen Schokolade war nun doch eine unbehagliche Stille zwischen ihnen. Niemand wusste genau, wie er anfangen sollte. Die Mädchen selbst wollten nach wie vor am liebsten gar nicht darüber reden und hatten sich nur durch die Worte ihrer Eltern dazu überreden lassen dem Treffen zuzustimmen und Hina... Hina wusste nicht wie oder wo er anfangen sollte.
      Er hatte all die Zeit stets nur in der Rolles des Opfers agiert. Eines Opfers, was sein Erlebnis zwar verarbeiten wollte und weiter kommen wollte – aber das eines Opfers. Und jetzt sollte er auf einmal in der Rolle des Mentors agieren?
      Ja, er hatte sich diese Rolle selbst ausgesucht, aber jetzt wo es soweit war... er war überfragt. Er wusste wirklich nicht, wie sich ein „Mentor“ in einer solchen Situation verhalten sollte.
      In Gedanken seufzte er schwer auf. Oh Mann... was hatte er sich da nur selbst eingebrockt?
      „Sooo...“, unterbrach Tara die Stille, „du wolltest mit uns reden?“
      Er nickte. „Ja. Ich...“
      Wieder Stille.
      „Und.... und es stimmt, dass du etwas ähnliches erlebt hast?“, fragte Rose nach. Ihre Stimme und Gesichtsausdruck war zögernd-bedrückt... sie war nun eindeutig in ihren Erinnerungen bei DER Situation.
      Wieder nickte er, senkte seinen Blick zu seiner Tasse in seinen Händen und dachte zurück an damals.
      Es war 23 Jahre her... zu einer Zeit, wo er noch als der Sechste bekannt gewesen war.... zu einer Zeit, wo Lady Venjanca geherrscht hatte... zu einer Zeit in der er „Yui“ war.
      Yui war eine junge Frau gewesen, die dank der Manipulation ihrer Erinnerungen... dank dem Fakt, dass sie sich an GAR NICHTS erinnerte... sich nur an die notwendigsten Dinge, wie „Wie esse ich?“, „Wie kleide ich mich an?“, „Wie kämpft man?“ etc. erinnerte... aber an all die Dinge, welche die „Lebenserfahrung“ ausmachten... die einen Menschen als Person wachsen ließen... an all diese Dinge hatte er sich nicht erinnern können.
      Folge dessen war Yui mental und emotional noch sehr jung gewesen. Sie war damals... in etwa auf dem Stand gewesen eines Teenagers... in etwa war sie „so alt gewesen“, wie diese Mädchen hier vor ihm.
      Vermutlich war das mit ein Grund gewesen, wieso ihm die Attacke so zugesetzt hatte. Als Yui hatte er keine Erinnerungen an Sex, keine Erinnerungen an Aiko, an eine gute und glückliche Beziehung mit einer Partnerin, er hatte keine Erinnerung daran wie es war ein 'Mann' zu sein oder wie körperlich stark ein Mann im Verhältnis zu einer Frau war... -
      ...an all diese Lebenserfahrungen... er erinnerte sich an nichts. Er lebte im Schloss Lady Venjancas, als eine „defekte Golem“ aber gleichzeitig eine Golem von der es immer geheißen hatte, dass sie „einst des Ladys Meisterstsück gewesen war“... dass ihre Kampffertigkeiten herausragend (gewesen) waren und wenn sie doch nur keine Defekte mehr hätte, wäre sie wieder die Nr. 1... die „rechte Hand“ der Lady...
      Selbst nachdem Mylady seine „Golemfähigkeiten“ versiegelt hatte... hatte er damals in keiner Weise – mental jung, wie er war... ein Teenager eben - realisiert, WAS das für Folgen haben würde, wenn er nicht über „größere Körperkraft“ und ähnliches verfügte... auch hatte er – ebenfalls dank seiner Naivität – nie verstanden oder gar bemerkt, welche Wirkung der Körper der gut gebauten Yui auf Männer haben konnte.
      Er hatte damals gedacht, dass er zwar vielleicht nicht mehr so gut gegen Monster und ähnliches kämpfen konnte, aber er war nach wie vor im Glauben gewesen, dass er „stark“ wäre und mit jedem Mensch, egal ob Frau oder Mann mit halten könnte, wenn nur die Defekte nicht wären.
      Er hatte in seiner Naivität nie bedacht, dass die "Versiegelung seiner Fähigkeiten" ihn zu einer "normalen, menschlichen Frau" machten.
      Er hatte in seiner Naivität nie bedacht, dass er als „normale menschliche Frau“ definitiv körperlich schwächer war, als ein „normaler menschlicher Mann“.
      ...und diesen Körperunterschied in einer SOLCHEN Situation... - er unter dem Soldaten, nackt, kurz davor vergewaltigt zu werden... - zu LERNEN....
      Mental seufzte Hina.
      Ja... vermutlich war das MIT ein großer Grund gewesen, warum ihn dieses Ereignis so sehr geschockt hatte und zugesetzt hatte.
      Der Blonde sah wieder von seiner Tasse auf und die Mädchen an. Er entschloss sich so einiges in seiner Geschichte zu verändern. Die Mädchen mussten nichts davon wissen, dass er damals unter Venjanca gedient hatte oder dass er einst der Sechste gewesen war. (Abgesehen davon, dass sie ihm wohl ohnehin nicht geglaubt hätten, dank der Realitätsmanipulation durch den Timespace-Stein.)


      Part 6, Teil 288: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • -jona- wrote:



      Display Spoiler
      Die ZPs sind öde, man kann die auch malerischer/fantasievoller gestalten!


      Um zu wissen, wie es weitergeht find ich einfache ZP auch "schade" Absolute Zustimmung!

      Mann kann aber so viel sagen, wie interessant es geschrieben ist - deshalb lassen deine Leser immer eine Latte da

      Ich allerdings hab ein paar Muffins dabei *__*
      *nom* .. ups.. Es war mal ein Muffin - zumindest ist da noch der Halbe verblieben ^-^"

      Wie geht's weiter :D

      /me wackelt nervös auf dem Stuhl umher


      Stolze Schwertkämpferin
    • Wir nennen uns doch als das Land der Dichter!

      Jetzt muss Hina aber aufpassen, was er sagt. Nicht, dass die Leute ihn für verrückt halten!

      Ich lass' mal paar Kekse und Latte da. Prost auf den Frühlingsanfang!!!
    • Danke für die Kommis. =)
      Dachte ehrlich gesagt schon, dass es den Lesern wirklich zu langweilig geworden ist, weil die Story derzeit ja wieder einen kleinen "Umweg" macht und es nicht auf direktem Weg auf den Endkampf zusteuert.

      „Es ist einige Jahre her...“, begann er, „ich war damals in etwa so alt wie ihr. Ich... kämpfte damals in einer Armee... mein Hei-...“
      „In einer Armee?“, unterbrach Tara.
      Der Blonde sah zu ihr hin. „Ja, mein Heimatort befand sich im Krieg gegen ein paar Nachbarregionen.“
      Tara runzelte nachdenklich die Stirn. Laut überlegte sie:
      „Hmm... in etwa so alt wie wir... das heißt vor ca. 9 Jahren... hmm... aber so weit ich weiß gab es zu dieser Zeit keine Kriege in Nostale. Auch keine kleineren Auseinandersetzungen in bestimmten Regionen.“
      Hina starrte das Mädchen an. Ehh.... wie kam es, dass sie so etwas so genau wusste???
      Seine leichte Verwirrung musste auf seinem Gesicht geschrieben stehen, denn Rose schaltete sich erklärend ein:
      „Tara ist ein totaler Kampf- und Kriegsfan. Sie kann dir aus dem Kopf so ziemlich alle wichtigen Kriege – und zum Teil auch die Unwichtigen“, rollte die Blauhaarige genervt mit den Augen, „mit ihren Daten, WANN sie stattfanden aufsagen. Dazu noch welche Militärführer auf welcher Seite waren und wie der Kriegsverlauf war, zu welchem Zeitpunkt das und das passierte und so weiter....“
      Rose winkte – immer noch leicht genervt-gelangweiligt – ab. Es war offensichtlich, dass sie dieses große militärhistorische Wissen für absolut langweilig und überflüssig hielt und sie nicht ganz verstand, wieso ihre Freundin so ein Fan davon war.
      Der Blonde blinzelte überrascht. Dass ein so junges Mädchen – vor allem ein Mädchen – ein solcher Militärbuff war... das überraschte ihn. Von einem Jungen in ihrem Alter hätte er es noch halbwegs erwartet... es war nicht selten, dass sich Jungs in ihrem Alter für Waffen und demnach Kriegsgeschichte interessierten. Bei Mädchen hingegen war es eher seltener der Fall.
      „Ist dein Interesse an Militärhistorie auch der Grund, wieso du ein Fan von Hina Sakamoto bist?“, fragte er interessiert nach.
      „Nein...“, antwortete sie, „eigentlich ist es genau umgedreht. Ich war vorher schon ein Fan von Hina Sakamoto. Und als ich älter wurde fing ich an mich mehr für sein wirkliches Leben zu interessieren... in welchen Kämpfen er gewesen war und sowas... und darüber dann kam ich auf allgemein Kriege in der Geschichte Nostales und wie diese verlaufen sind und so...“
      Er nickte verstehend. Ah, so war das also gewesen. Okay... dann musste er seine Story noch etwas mehr editieren.
      „Du hast recht. Es war nicht in Nostale. Ich lebte damals in einem anderen Land. Doch... meinen Heimatort gibt es nicht mehr. Wir verloren den Krieg...“
      Wieder bedrückte Stille.
      „Oh... das... tut mir leid...“, kam es von Dina gemurmelt.
      Abermals schaute er überrascht. Von ausgerechnet Dina sowas zu hören, welche zusammen mit Rose immer noch am meisten zurück haltend ihm gegenüber war und ihre Distanz wahrte... zögerlich ihm gegenüber war... - wenn er es nicht besser wüsste, würde er meinen diese beiden Mädchen dachten tatsächlich immer noch von ihm, dass er ein Agma war.
      Hm... na, selbst wenn... ändern konnte er es nicht und es war auch egal für ihre eigentliche Unterhaltung.
      „Nicht so schlimm“, winkte er Dinas Anteilnahme ab, „ich bin schon seit langem darüber hinweg. Gefühlt sind bereits 23 Jahre her seit damals...“, er lachte auf, „und zugegeben war es wohl sogar gut, dass wir besiegt worden sind. Unsere Anführerin konnte ziemlich grausam sein... auch wenn sie auf dem Schlachtfeld ihren Gegnern stets Milde gewährte.“
      „In welchem Land war das?“, fragte Tara interessiert nach etwas neues bzgl. 'Kriege' lernen zu können.
      Hina ging nicht auf ihre Frage ein. „Jedenfalls... wie gesagt, ich war damals in etwa so alt wie ihr. Und ich war damals definitiv noch nicht so groß, wie jetzt oder so muskulös. Die Pubertät hatte bei mir noch nicht richtig eingesetzt... ich war ein Spätzünder und hatte noch nicht meinen Wachstumsschub. Ich war damals noch ziemlich klein und schmächtig. Um genau zu sein... hatte ich in etwa die Statur eines Mädchens... WURDE sogar des öfteren tatsächlich für ein Mädchen gehalten.“
      Er konnte sehen, wie sich Tara und Leonie ansahen und wie sie beide Mühe hatten ihre Belustigung im Zaum zu halten... schließlich konnten die Beiden nicht mehr und sie verfielen in Gekicher.
      „Was?“, hakte er belustigt nach.
      „Es... es ist nur...“, kicherte Leonie immer noch, „es ist nur so schwer sich vorzustellen, dass DU früher mal wie ein Mädchen ausgesehen haben sollst!“
      Er zuckte gut gelaunt mit den Schultern. „Es ist aber die Wahrheit. Auch wenn man es mir jetzt nicht mehr ansieht.“
      'Wie ein Mädchen aussehen' traf es wohl... genauer gesagt, 'wie eine junge Frau'. Wie sie wohl reagierten, wenn sie wüssten, dass er wortwörtlich eine Frau gewesen war? Hmm... na, das behielt er lieber für sich. Um DAS zu erklären, müsste er in seiner Geschichte zu sehr ausholen und obendrein bekämen sie hinterher noch den Eindruck, dass so etwas NUR Frauen / Mädchen passierte. Auch wenn die weibliche Kategorie deutlich stärker davon betroffen war... so gab es dennoch auch genug Jungs denen so etwas widerfuhr und diese wollte er nicht unter den Teppich kehren.

      Part 6, Teil 289: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • Hina_Sakamoto wrote:


      Dachte ehrlich gesagt schon, dass es den Lesern wirklich zu langweilig geworden ist, weil die Story derzeit ja wieder einen kleinen "Umweg" macht und es nicht auf direktem Weg auf den Endkampf zusteuert.
      Da muss man eben durch. Wobei das mMn überhaupt nicht negativ ist, weil Du - mich zumindest - mit jedem Post wieder zum Schmunzeln bringst. Du bringst Hina wieder und wieder in peinliche und/oder witzige Bedrängnisse, da kann das nicht langweilig sein. Ausserdem trägt das ja auch zur Entwicklung von Hina bei, also der Teil mit den Mädlz.
      Also schreib ruhig weiter. Ich werde es lesen, vlt mal was schreiben, wenn ich's nicht vermasseln tu. *zwinker*

      Latte und KEKSÖÖÖ hinterlasse. x3
    • Die Fastenzeit ist zuende und so konnte ich nun endlich die Geschichte zuende lesen bzw bis zu diesem Punkt
      Es war sehr befriedigend so viel Text auf einmal zu lesen
      Hol gerne aus, zieh es in die Länge was auch immer. Ich werde es lesen und mich freuen
      Liebe Grüße

      ~Season~ wrote:

      [20:09] <Season> Privatserver sind nichts anderes als gestohlenes Eigentum der Gameforge 4D + Entwell, Basta
      [20:09] <Season> entsprechend ist die Nutzung verboten
    • Nachdem sich die Mädchen beruhigt hatten, fuhr er in seiner Erzählung fort.
      „Nuuunnn... wie gesagt, ich diente in einer Armee und wir - als Soldaten - lebten alle zusammen im Hauptquartier. Eines Tages ging ich einen der Gänge entlang und..."
      Der Blonde erzählte davon, wie er auf einmal von hinten gefasst wurde und in den Nebenraum geschubst wurde. Er erzählte von seinem Erlebnis mit dem Soldaten, davon wie er sich in zerrissener Kleidung in sein Zimmer verkrochen hatte, wie er mit niemanden darüber hatte reden wollen und über die Angst, die er von da an ständig in der Gegenwart der anderen (männlichen) Soldaten empfand.
      Er erzählte auch davon, dass er selbst Jahre später - als Erwachsener - keine normale Beziehung führen konnte, weil er zu viel Angst davor hatte Sex mit seiner Partnerin zu haben. Er erzählte davon, dass er die Beziehungen schließlich abbrach und das obwohl er seiner zweiten Partnerin von der Beinahe-Vergewaltigung erzählte... aber seine Partnerin es zwar als „schlimm" einkategorisierte, aber wie ihr Verhalten ihm deutlich sagte, dass sie das wahre Ausmaß in keiner Weise nachvollziehen konnte. Für sie war es nur „irgendein schlimmes Erlebnis", eine Geschichte, die er ihr erzählte und bei der sie mit „Oh, Gott! Wirklich?!", ein scharfes Lufteinziehen, „das muss schlimm für dich gewesen sein." reagierte, weil es der Situation angemessen war. Es sie anderweitig aber nicht berührte.
      Wie sie immer mal wieder auf Sex zu sprechen kam, was ihm mehr als deutlich machte, dass sie eigentlich gerne mit ihm schlafen wollte... aber sie ihm den ersten Schritt überließ. Wie sie einerseits zwar einfühlsam ihm gegenüber reagierte, aber andererseits dennoch nicht wirklich verstand, warum er die weitergehenden Berührungen scheute. Und er erzählte davon, dass er selbst aber auch nicht in der Lage war ihr das wahre Ausmaß deutlich zu machen, weil er ja nicht einmal sich selbst gegenüber traute sich wirklich mit dem Erlebnis zu konfrontieren. Dass er daher stets - wie Dina - nur komplett distanziert und in herunter gespielter Form von der Situation sprach. Wie HÄTTE seine Partnerin denn da auch das wahre Ausmaß verstehen können, wenn er es doch nie wirklich schilderte?
      Dinas Augen weiteten sich kurz, nachdem er dies erzählt hatte. Das junge Mädchen schien zum Glück zu einer Erkenntnis gekommen zu sein, denn sie blickte nun mit etwas nachdenklichen Augen - bedrückten und nachdenklichen Augen - vor sich her. Gut, seine Erzählung hatte sie wohl (endlich) zum Nachdenken angeregt. Zum Nachdenken darüber, ob so wie sie sich derzeit verhielt... ob dies wirklich sinnvoll war und ob es wirklich das war, was sie LANGFRISTIG wollte. Und... wie es aussah... war es wohl NICHT das, was Dina wollte, anderweitig würde sie nun nicht grübelnd vor sich her starren.
      Er reagierte nicht auf Dinas Reaktion (das Mädchen musste nun erst einmal selbst mit ihren Gedanken und Emotionen klar kommen) und erzählte statt dessen weiter von seiner Grübelei, wie er seine Angst überwinden könne... und schließlich von seinem Entschluss einfach auf Beziehungen und Frauen zu verzichten.
      Dann berichtete er ihnen von seinen Alpträumen, die er gehabt hatte und davon, dass erst das „mit jemandem darüber ernsthaft und intensiv reden“ dazu geführt hatte, dass er endlich das Erlebnis verarbeiten konnte und es zu einer weiteren Erinnerung, einer weiteren Lebenserfahrung, abklang.
      Wieder trat Stille ein, doch hatte sie ein klein wenig ihrer Bedrückung verloren und etwas nachdenkliches hinzu gewonnen.
      „Ich hab auch Alpträume...“, sprach Leonie leise.
      Das Mädchen trug – wie die anderen auch – einen Pullover, eine leichte Jacke über diesen und dazu Jeanshose, Socken und Schuhe. Sie selbst trug Turnschuhe.
      Die Rosahaarige saß auf mitten auf einem viereckigen Heuballen, hatte ihre Knie heran gezogen, hatte die Kakaotasse auf ihre Schuhe abgestellt und hielt ihre Hände immer noch um die wärmende Tasse. Während sie gesprochen hatte, hatte sie auf die Tasse gestarrt.
      Sie starrte noch jetzt auf die Tasse.
      „...ich seh dann immer wieder wie er mich wieder zu Boden wirft, wie er mich mit dem Kurzschwert bedroht und... und anschließend, wenn ich mit nacktem Oberkörper unter ihm liege, geht er... er...“, kam sie kurz ins Stocken, setzte dann anders an, „...Li ist nicht da, um ihn von mir runter zu ziehen. Er... er berührt mich... mit seinen Lippen... und während dessen sagt er mir immer wieder, wie 'geil' doch 'meine Titten' wären...“
      Sie machte eine Pause und starrte weiterhin auf die Tasse.
      „Seine Worte hallen jede Nacht in meinen Träumen wieder: Das hast du dir einzig und allein selbst zuzuschreiben. Hättest du nicht solche Titten... Selbst Schuld“, wiederholte sie tonlos... hohl... seine Worte, „und... und dann geht er mit der einen Hand zu meiner Jeanshose, während er mit der anderen meine Handgelenke über meinem Kopf festhält... und... und genau dann, wenn er im Begriff ist mir die Jeans auszuziehen, wache ich auf.... schrecke jedes Mal schweißgebadet und zitternd hoch...“
      „Leonie, es ist. Nicht. Deine Schuld“, sprach Li das Mädchen ernst an und betonte dabei jedes Wort.
      Sie riss mit plötzlicher Aggressivität ihren Kopf hoch, dass ihr geflochtener Zopf hin und her baumelte und starrte ihn an. „Ich weiß!“, rief sie wütend, „ich weiß, dass es nicht meine Schuld ist!!“
      Ihr plötzlicher Ausbruch verschwand und sie senkte wieder bedrückt-melancholisch ihren Blick zu ihrer Tasse. Leise sprach sie:
      „Ich weiß, dass es nicht meine Schuld ist. Aber ich krieg einfach seine Worte nicht aus meinem Kopf. Jede Nacht... jede Nacht bevor ich einschlafe... ich... ich hab schon überlegt, ob ich Mama und Papa frage, ob sie mir eine Brust-OP bezahlen... eine Verkleinerung... (die anderen Mädchen zogen bei diesen Worten scharf die Luft ein) ...dann... der nächste Mann... ich wäre dann vielleicht nicht mehr ein so attraktives Ziel für den nächsten Mann... aber... aber andererseits... will ich das auch nicht... ich...“
      Sie fing an zu weinen, verzweifelt... hilflos...
      Die anderen Mädchen fingen an auf sie einzureden, dass sie keine OP machen lassen sollte und für einen kurzen Moment existierte halbes Chaos... Emotionen kochten hoch.
      Hina wartete geduldig ab, bis die Mädchen aufhörten auf Leonie einzureden und bis sich die Schwertkämpferschülerin von ihrem Weinen beruhigt hatte.
      „Leonie?“, sprach er sie in ruhigem, sanften Ton an. Sie sah zu ihm auf. „du sagst selbst, dass du eine solche OP eigentlich ja gar nicht möchtest.“
      Sie nickte.
      „Und... glaubst du ernsthaft, dass deine Oberweite der Grund war, warum er dich angriff?“
      Sie blickte zögernd, verunsichert.
      „Deine Freundinnen haben nicht eine so große Oberweite, wie du“, blickte er kurz über die anderen Mädchen, um seine Worte zu unterstreichen, „und sie wurden ebenfalls angegriffen. Ich bin ein Junge und wurde angegriffen.“
      Ihr Blick wurde immer verunsicherter. Sie wusste die Wahrheit, brauchte aber noch einen letzten, kleinen Stoß um sie sich einzugestehen.
      „...glaubst du wirklich, dass deine Oberweite der Grund war und nicht vielleicht einfach der Grund darin lag, dass es ihn aufgeilte Macht über dich haben zu können?“
      „Nein... nicht wirklich... ich glaube das nicht wirklich. Aber... was... was soll ich denn sonst machen?“, fragte sie verzweifelt, „was ist wenn der nächste...“
      Er lächelte nachsichtig. „Leonie... so abgedroschen es auch klingt, aber... glaub mir, ich sprech aus eigener Erfahrung, wenn ich dir sage: Typen, die so etwas machen... - ja, es gibt sie, aber es ist auch nicht so, als ob jeder Zweite ein Vergewaltiger ist. Es ist ja auch nicht jeder Zweite ein Axtmörder.“
      Er ließ die Worte einsinken. Jedes der Mädchen blickte nun nachdenklich – nicht nur Leonie.
      „Die meisten Männer wollen eigentlich genau das Gleiche, was die meisten Frauen wollen: Eine ganz normale, glückliche Beziehung führen.“
      Diese Worte waren scheinbar der letzte Anstoß, den sie gebraucht hatten... denn nun fing ein Mädchen nach dem anderen an in zögernden Worten und abgehackter, immer wieder durch Pausen unterbrochener Erzählweise über ihr Erlebnis zu reden.

      Part 6, Teil 290: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


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