Zweiklassen Trennung

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    • Lucky_Dice wrote:

      und da versinkt er wieder in Selbstmitleid
      Nja... Selbstmitleid trifft es nicht ganz. Er kann sich lediglich nicht wirklich eingestehen, dass er eigentlich Ferres schon längst als Freund sieht. XD
      Und da ER Ferres als Freund sieht (auch wenn er es sich nicht eingesteht)... und eben denkt, dass Ferres ihn NICHT als Freund betrachtet...
      Ferres ihn aber (trotz der Vokabeln) an sich wie ein "Mensch" und sogar wie ein "Freund" behandelt... *schmunzel*

      Hina kriegt es halt einfach nicht unter einen Hut warum Ferres ihn einerseits wie einen Freund behandelt... aber andererseits dann solche Vokabeln verwendet, die sagen "Li ist ein Golem".
      Und da er das nicht auf die Kette kriegt... und er sich selbst ja auch nicht eingestehen kann, dass er Ferres als Freund sieht...
      fühlt er sich von Ferres auf Gewisse Art hintergangen.
      Er denkt, dass Ferres ihn (wie zu ihrer gemeinsamen Jugendzeit) nur benutzt... aber wenn er ihn doch "nur" benutzt.. warum behandelt er ihn dann wie einen Freund?
      Dass wie ein Freund behandelt zu werden und gleichzeitig "zu wissen" (oder er DENKT, dass er es weiß), dass Julius ihn eigentlich nur als Werkzeug sieht... - schmerzt natürlich. Daher die Verbitterung.
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

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      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • Stille.
      Dann...
      „Das stimmt nicht!“ / „Das ist nicht wahr!“ / „Du irrst dich!“ / „Nein, du irrst!“, sprachen die vier Mädchen gleichzeitig, so dass ihre Stimmen ein Mix und Wirrwarr ergaben und Hina Mühe hatte die einzelnen Sätze herauszuhören.
      Was er jedoch definitiv und ohne Mühe heraus hören konnte, war die Tonlage der vollen Überzeugung mit der sie sprachen und dass sie ihm gerade sagten, dass er falsch lag.
      So überrascht über diese Reaktion und Worte von ihnen war er, dass er abrupt und mit weit geöffneten Augen geschockt aufblickte und zu den Mädchen starrte.
      Was...?!

      „...Nur... ein Mittel zum Zweck“, hörten die Mädchen den blonden Agma reden.
      Völlig erstaunt – baff – sahen sie von dem verbitterten Gesicht des Blonden auf und schauten sich gegenseitig an. Sie alle dachten gerade genau das Gleiche: Glaubte er das TATSÄCHLICH?!?!
      Unwillkürlich war jede von ihnen an die Szene erinnert, wie Julius da stand, zu dem Blonden starrte, welcher die Gefahr der herabstürzenden Trümmer nicht einmal bemerkte... - und wie absolut kreideweiß der Ältere geworden war. Wie Julius mit bleichem Gesicht, vor Schreck weit aufgerissenen Augen zu dem Blonden starrte... wie sich in Julius' Augen Schock, Schreck und Angst spiegelten... nur für eine Sekunde. Und wie er schon im nächsten Augenblick mit reiner Entschlossenheit und Mut auf den Blonden zu sprintete, nur um ihn in der letzten Sekunde zur Seite zu schubsen.
      Nein... SO reagierte niemand, dem die andere Person egal war. Auch wenn sie kein Liebespaar sein sollten.... so hieß das aber NICHT, dass Julius egal war, was mit Li passierte oder dass Julius den jüngeren Mann nur als Mittel zum Zweck betrachtete.
      Definitiv nicht.
      Und... und Li glaubte das tatsächlich???
      Sie sahen wieder zu Li hin, welcher immer noch auf seine Tasse in seiner Hand starrte... mit genauso viel Verbitterung, wie sie auch schon in seiner Stimme zu hören gewesen war.
      Und ohne, dass sie sich abgesprochen hatten redeten alle gleichzeitig:
      „Das stimmt nicht!“ / „Das ist nicht wahr!“ / „Du irrst dich!“ / „Nein, du irrst!“
      Schon im nächsten Augenblick schnellte Lis Blick hoch und er starrte sie alle vier völlig überrascht und geschockt an.

      Hina starrte die Mädchen an. Das...! Das konnte doch nicht...!
      Doch selbst in ihren Gesichtern konnte er deutlich ihre Überzeugung sehen. Sie standen hundertprozentig hinter dem, was sie so eben gesagt hatten. Es war nicht einfach nur etwas gewesen, um ihn zu trösten, damit er sich besser fühlte... - nein, sie waren absolut von ihren Worten überzeugt.
      „Und wie kommt ihr darauf, dass ich mich irre?“, fragte er schließlich nach. Er selbst war immer noch äußerst skeptisch. Wie kamen diese Teenager überhaupt zu so einer Annahme? Nur, weil sie ihn und Ferres mehrfach im Café beobachtet hatten?
      Tch! Lächerlich!
      „Na, weil Julius dir dein Leben gerettet hat!“, posaunte Tara raus.
      Er stutzte kurz. Die Mädchen hatten das tatsächlich mitgekriegt? Anschließend seufzte er schwer auf, die Augen auf Halbmast. „Das will nichts heißen. Ferres hat mir nur geholfen, weil er sonst keinen anderen hat, der seinen Auftrag für ihn erfüllt wenn ich sterbe. Das ist alles.“
      Diesmal war es an den Mädchen mit weit geschockten Augen zu schauen.
      Wieder lächelte er bitter. Ein wenig tat es ihm Leid, dass er die Mädchen so schlimm mit der harten Realität konfrontieren musste. Aber letzten Endes war das besser, als sie weiter in einem Fantasieschloss leben zu lassen – er sprach aus eigener bitterer Erfahrung.
      „Nein, das stimmt absolut nicht!!“
      „Das ist nicht wahr!“
      „Du irrst dich!!!“
      „Das ist vollkommener Blödsinn!!“, wurde ihm abermals vehementer Protest von den Mädchen entgegen geschleudert.
      Er stutzte wieder. Wenn sie SO versessen auf ihrer Meinung waren... dann war womöglich mehr dran, als einfach nur die 'Naivität der Jugend'. Hmm...
      „Okay. Ich höre“, wurde seine Tonlage nun ernster und er sah jeder von ihnen mit ernst-interessiertem Blick ins Gesicht. Er war bereit ihnen eine Chance zu geben ihre Meinung zu begründen. Vielleicht... nur vielleicht... vielleicht war ja tatsächlich mehr dahinter, als er selbst dachte. „Wieso denkt ihr dann, dass Ferres mich gerettet hat? Und wie genau kommt ihr zu dieser Annahme? Was ist euer Grund dafür so zu denken?“
      Tara blinzelte. „Na, das ist weil...“
      Und damit fingen die Mädchen an ihm davon zu erzählen, wie sie sich dazu entschlossen Ferres Anweisung, sie mögen im Café bleiben, zu missachten und wie sie ihnen folgten. Wie sie sich hinter dem Schutthaufen versteckten und beobachteten, wie Ferres Gesichtsausdruck von vollkommenem Schock und Angst hin wechselte zu reinem Mut der Verzweiflung und wie er auf ihn zusprintete... hoffend... bangend ihn noch rechtzeitig zu erreichen.
      Je mehr die Mädchen erzählten, desto erstaunter wurde Hina. Er fühlte deutlich, wie sein ernster Gesichtsausdruck nach und nach wich... wie die Bitterkeit in seinem Inneren nach und nach verschwand... und von Staunen, Überraschung und Verwunderung ersetzt wurde... wie sich seine Augen in purem Staunen weiteten.
      Auch die Mädchen bemerkten seine Reaktion, denn sie sahen sich wieder gegenseitig an. Rose und Leonie kicherten.
      Tara legte ihre Hände hinter ihren Kopf, lehnte sich ein wenig nach hinten und schloss eines ihrer Augen. „Du siehst also, Julius hat viel mehr für dich übrig, als du bisher gedacht hast. Und...“, fing die Schwarzhaarige mit den Sommersprossen wieder an zu grinsen, „nach deiner Reaktion zu urteilen, hast DU auch wesentlich mehr für ihn übrig, als du zugeben willst.“
      „Ja! Tara hat recht!“, kicherte Rose noch immer, „du hast nur das ein oder andere missverstanden. Mehr nicht. Gib die Hoffnung nicht auf Li. Ich finde immer noch ihr würdet ein süßes Pärchen abgeben! Und was nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin sicher ihr werdet noch zueinander finden.“
      Was? Schon wieder? Oder vielmehr 'immer noch'??? Er stieß in Gedanken einen schweren Seufzer aus, ließ dabei ebenso gedanklich den Kopf hängen.
      Leonie stutzte und legte den Kopf fragend schräg. „Was ist? Glaubst du uns etwa nicht? Wir sagen die Wahrheit!“
      Hina winkte müde mit seiner Hand ab. „Doch, doch... ich glaub euch schon. Keine Sorge.“

      Part 6, Teil 296: Ende
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    • Es brachte schließlich nichts dies bezüglich mit den Mädchen weiter zu diskutieren und zumindest glaubte er ihnen, dass Ferres... nein Julius... tatsächlich so reagiert hatte, als er selbst kurz davor stand von den Trümmern begraben zu werden.
      Huh... da hatte er Ferres womöglich DOCH falsch eingeschätzt? Sollte das tatsächlich heißen, dass Ferres ihn – trotz seiner ständigen Worte, wie 'Li' oder 'beschädigt' - ...dass Ferres ihn tatsächlich als Mensch sah? Dass Ferres ihn tatsächlich als... als was sah? Als sowas wie einen 'Freund'?
      Wieder überraschte Hina sich selbst bei den Emotionen, die dieser Gedanke in ihm auslöste. Wieso war er auf einmal so erleichtert und glücklich darüber? Sollte das tatsächlich heißen, dass er eine Freundschaft mit Ferres...? Neeeeiiiiinnn absurd.
      Leonie unterbrach seine Gedanken in dem sie abermals kicherte.
      Er blickte zu ihr hin.
      „Du kannst uns ruhig glauben Li“, lächelte sie ihn an, „Julius sieht dich nicht einfach als Werkzeug. Im Gegenteil! Er liebt dich! Ganz sicher. Und du brauchst dir auch keine Sorgen machen, dass er schlecht von dir denken könnte, weil du ein Agma bist! Wenn er wirklich schlecht von dir denken würde, hätte er dich doch nie herauf beschwört und er hätte dich nicht unter dem Vorwand eines 'Auftrags' ständig in seiner Nähe!“
      „Das stimmt“, schaltete sich Taras Stimme wieder ein. Die angehende Bogenschützin hatte wieder beide Augen geöffnet, hatte ihre Hände immer noch an ihrem Hinterkopf und starrte nun hinauf zu den Deckenbalken der Scheune. „Wenn er dich nicht lieben würde, hätte der dich gleich mit seinem Tattoo gezwungen die Typen in Ruhe zu lassen. Statt dessen hat er sich lieber in Gefahr gebracht und versucht es dir einfach auszureden. Du siehst also...“, grinste sie ihn nun direkt an, „er liebt dich, egal ob Agma oder nicht!“
      Wieder glitt sein Blick über jede von ihnen. Bisher hatten Rose, Leonie und Tara etwas zu ihm gesagt. Sie alle drei schauten ihn nun auch mit zuversichtlicher Freude an. Sie wollten ihn ganz offensichtlich ermutigen und feuerten ihn an für seine (definitiv nie vorhandene) zukünftige feste Beziehung mit Ferres.
      Die Einzige, die schweigend ihrer Unterhaltung zugehört hatte, war Dina gewesen. Die grünhaarige Magierschülerin schaute auch jetzt ins Leere vor sich her, blickte ihn nicht an. War sie immer noch misstrauisch und abgeneigt ihm gegenüber? Egal... das konnte er wohl nicht ändern.
      Er seufzte in Gedanken. Genauso wenig wie er es scheinbar ändern konnte, dass sie dachten, er und Ferres wären ineinander verliebt und nur noch nicht fest zusammen.
      Aber WAS er (hoffentlich) ändern konnte war der Punkt, dass sie dachten er wäre ein Fabelwesen.
      Allein dieser absurde Gedanke....
      Er seufzte schwer auf und legte diesmal wirklich seine Hand in einer genervten Geste auf sein Gesicht, ließ dabei den Kopf hängen, dass seine langen, offenen Haare nach vorne über seine Schulter fielen.
      „Da ist noch was...“, fing er an, sah wieder auf.
      Die Mädchen blickten ihn nun interessiert und aufmerksam an – selbst Dina hatte ihren Kopf gehoben, um zu ihm hinzusehen.
      „Könntet ihr mir BITTE noch erklären, wie ihr darauf kommt, dass ich ein Agma bin? Ja, ich verstehe, dass ich euch unheimlich viel Angst eingejagt habe. Und ich verstehe auch, dass es gerade Dina – eine angehende Magierin, die auf Grund dessen Magie viel intensiver und deutlicher wahrnimmt, als Bogenschützen oder Schwertkämpfer – schlimm erwischt hat und ich ihr noch einmal EXTRA viel Angst eingejagt habe. - WEIL Dina nun einmal meine Schattenmagie fühlen konnte. Aber... das allein als Grund dafür zu nehmen, dass ich ein FABELWESEN bin???“
      „Es ist ja nicht nur das“, legte Leonie ihren Kopf schräg, sah ihn weiterhin an, „was sollst du denn dann bitte sonst sein?“
      „Ein MENSCH??!?!?“, wurde seine Stimme doch etwas lauter in seiner Frustration und er hatte alle Mühe nicht wirklich zu brüllen, „euch ist es nur so schlimm vorgekommen, weil ihr es nicht gewohnt seid die volle Magie eines Level 99+30 Magiers zu spüren! Und das auch noch in einer Kampfsituation!“
      Zugegeben... das war ein bisschen gelogen... aber die Wahrheit war unwichtig für die Mädchen. Selbst wenn sie die Wahrheit gewusst hätten... keine von ihnen – auch nicht Dina – hätte etwas mit diesem Wissen anfangen können. Nicht einmal ein erfahrener Level 99+XX Magier könnte mit diesem Wissen etwas anfangen.
      Zu seiner Überraschung war es Dina, die diesmal sprach.
      „Ein Mensch kann nicht SO viel Dunkelheit in sich tragen“, schüttelte sie mit ernstem Blick verneinend ihren Kopf, „ganz egal ob Schattenmagie die Wirkung verstärkt oder nicht. Ein Mensch KANN nicht SO dunkel sein.“
      Wieder verspürte er Überraschung, dann ändern sich seine geweiteten Augen zu einem sanften, nachsichtigen, warmen Blick.
      „Doch, leider ja“, antwortete er ihr sanft, „Menschen können so dunkel und grausam sein. Es gibt wohl keine grausamere Kreatur als den Menschen. Doch...“, schloss er kurz die Augen, öffnete sie beim Sprechen wieder, „haben Menschen auch genauso viel Gutes in sich. Es balanciert sich aus.“
      Dina blinzelte überrascht, dachte über seine Worte nach oder vielmehr... seine Worte erinnerten sie sofort wieder daran, als sie in der Gasse war und wie viel Gutes, wie viel Liebe, Wärme... wie viel 'Licht' sie von ihm gespürt hatte.
      Es balanciert sich aus“, wiederholte sie seine Worte in ihren Gedanken. Hmm... vielleicht hatte er damit recht.


      Part 6, Teil 297: Ende
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    • Das erklärte aber immer noch nicht das Tattoo oder wieso seine Augen geleuchtet hatten.
      Dina nickte verstehend zu seinen Worten, sah dann auf und ihn direkt wieder an. „Und was ist mit dem Tattoo? Ganz egal, was ihr sagt: Das ist KEIN normales Tattoo! Und versuch erst gar nicht mich wie ein 'dummes Kind' zu behandeln! Ich WEISS was ich gefühlt habe!!!“
      Hina seufzte zum x-ten Mal gedanklich auf. Konnten sie von der Sache nicht endlich ablassen? Ja, er war beeindruckt, dass Dina die Magie tatsächlich gefühlt hatte. Der Bindungszauber war kein Zauber der leicht zu spüren war.
      „Genau!“, kam ihr Tara zu Hilfe, „oder die Sache mit deinen Augen!“
      Augen? Stutzte der Blonde. Was für Augen?
      Sein Blick schwenkte zur Schwarzhaarigen hin.
      „Wieso bitte schön haben deine Augen denn DANN geleuchtet? Huh??? Die Augen eines Menschen LEUCHTEN nicht einfach!!“
      Ehhhh....
      Was? Leuchten? Wovon redete Tara da gerade überhaupt?
      Dina nickte bekräftigend. „Es stimmt was Tara sagt! Deine Augen haben blau geleuchtet! Und nicht einfach so, wie wenn Katzenaugen das Licht in der Dunkelheit reflektieren – nein, sie haben richtig, von sich aus blau geleuchtet!! Wieso, hm?! Wenn du KEIN Agma bist?!“
      Sein Blick war zu Dina gegangen, als sie angefangen hatte zu reden und jetzt schwenkte sein Blick weiter zu Leonie, welche bestätigend nickte.
      Was... wovon... was redeten diese Mädchen da?! Seine Augen sollten GELEUCHTET haben???
      Wieder seufzte er auf und legte genervt seine Hand auf sein Gesicht. So langsam glaubte er wirklich die Mädchen mussten fantasiert haben! War der Schock des Ereignisse... der Schock beinahe vergewaltigt worden zu sein und sein (zugegeben) sehr aggressives Auftreten als er sie rettete so groß für sie gewesen, dass sie ihn nun als ein übernatürliches Fabelwesen im Gedächtnis hatten???
      Dass sie sich irgendetwas zusammen gesponnen hatten, um den Schreck und die Angst verarbeiten zu können?
      Nochmal atmete er tief durch, fing dann an zu sprechen:
      „Also: Ich weiß nicht was ihr euch da gerade zusammen reimt – aber ich bin KEIN Agma und meine Augen haben auch nicht blau geleuchtet! Keine Ahnung was ihr in der Dunkelheit der Gasse gesehen habt – oder MEINT gesehen zu haben! Blau leuchtende Augen waren es jedenfalls nicht!!“, sprach er mit Nachdruck, „und zu dem Tattoo von Ferres...“
      Er blickte auf und Dina an, er hatte ein leicht beeindrucktes Lächeln auf den Lippen. „Ich gebe offen zu: Ich bin wirklich sehr beeindruckt davon, dass du die Magie von dem Tattoo wirklich spüren kannst.“
      Wieder seufzte er auf, „es ist wohl besser, wenn ich es euch einfach erkläre...“
      Er ließ seinen Blick über die Mädchengruppe schwenken, ein Teil von ihnen war es ins Gesicht geschrieben, dass sie gerade nichts lieber täten, als ihn zu unterbrechen und irgendetwas zu fragen oder einen weiteren Einwand zu liefern. Doch sie hielten sich zurück, ahnten sie doch, dass er JETZT GERADE im Begriff war einen Teil ihrer Neugierde zu befriedigen... - und würden sie ihn nun unterbrechen, so würde er womöglich NIE etwas erklären.
      „Dina hat recht: Das Tattoo ist kein gewöhnliches Tattoo. Habt ihr schon einmal das Wort 'Bindungszauber' gehört?“
      Ratlosigkeit in vier Gesichtern.
      „Wie ich sehe nicht“, kommentierte der Magier.
      „Bindungszauber?“, grübelte Tara laut vor sich her, „ein Zauber also der bindet? Hah! Also stehst du DOCH im Vertrag mit Julius! UND er hat dich an sich gebunden mit diesem Zauber!!“
      Hina rollte mit seinen Augen.
      „Nein, ganz so ist es nicht. Der Bindungszauber ist ein völlig normaler, herkömmlicher Zauber, der sogar von Bogenschützen oder Schwertkämpfer verwendet werden kann.“
      „Was?! Sowas gibt’s???“, platzte es aus Tara raus.
      „Davon hör ich zum ersten Mal“, war halblaut Dina zu vernehmen, auch ihre Stimmer war geschockt-überrascht.
      Hina lächelte. „Nun... trotz des Namens ist es eigentlich eher ein alchemistisches Mittel, als ein Zauber. Deswegen können auch Bogenschützen und Schwertkämpfer das Mittel anwenden, wenn sie die dazugehörige Formel aussprechen.“
      Die Mädchen nickten verstehend.
      „Das Mittel funktioniert so, dass es – wie der Name schon sagt – zwei Leute oder mehr aneinander bindet. Die Personen können sich – nachdem der Zauber gewirkt wurde – nicht mehr als 200 Meter voneinander entfernen. Versuchen sie es, ist es als ob man von einem unsichtbaren Band zurückgehalten wird.
      (Hier bereits stutzte Tara und wollte ansetzen etwas zu sagen, schloss dann aber wieder ihren Mund.)
      Dieses Mittel ist nicht leicht herzustellen und kann von nur sehr erfahrenen Alchemisten produziert werden. AUCH untersteht es strengen Auflagen, WANN und WIESO das Mittel hergestellt und benutzt werden darf.“
      Wieder nickten die Mädchen verstehend.
      „Das heißt also“, sprach Rose, „dass nicht jeder einfach so an das Mittel ran kommt, richtig?“
      Der Magier nickte. „Richtig. Die Verwendung des Mittels muss sogar richterlich angeordnet werden, sonst DARF man es gar nicht verwenden und macht sich anderweitig strafbar.“

      Part 6, Teil 298: Ende
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    • Hina machte eine kurze Pause beim Sprechen. Tara starrte wieder grübelnd vor sich her und auch die anderen drei Mädchen schienen seine Worte erst einmal zu verdauen.
      Er fuhr fort:
      „Ein Bindungszauber lässt sich auch nicht einfach so aufheben. Um den Zauber aufzuheben ist ein sehr schwieriges und kompliziertes Verfahren nötig. Das Zeichen, dass der Bindungszauber aktiv ist, ist ein Tattoo auf dem Körper von jedem der Parteien. Bei Ferres ist es das Tattoo auf seinem Handrücken. Das Tattoo sagt den jeweiligen Parteien, wo die andere Partei gerade ist und in welchem körperlichen Zustand – ob sie gesund oder verletzt ist. Deswegen kann Dina Magie von dem Tattoo spüren, welche zu mir hinführt.“
      Dinas Augen weiteten sich in Überraschung und Verstehen. Ihr Gesichtsausdruck sagte gerade alles aus: „Ach so!“
      „Allerdings ist es trotzdem wirklich herausragend, DASS du die Magie überhaupt fühlen kannst. Die Magie ist nämlich nicht einfach zu spüren – erst recht nicht für eine Anfängerin. Von daher... du kannst wirklich stolz auf dich sein Dina.“
      Dina stutzte verlegen bei dem Lob, ihre Wangen röteten sich und sie senkte ihren Blick zu ihrem Schoss. Verlegen bewegte sie ihre Zeigefinger aneinander, blieb aber anderweitig still.
      Der erfahrene Magier lächelte gut gelaunt bei dem Schauspiel. Dina war in diesem Moment wirklich süß und niedlich – wie verlegen sie gerade reagierte.
      Er beschloss sie nicht noch mehr in Verlegenheit zu stürzen und einfach diplomatisch über ihre Reaktion hinweg zu sehen.. so zu tun, als hätte er ihre Verlegenheit nicht bemerkt. Er sah, wie Rose lauernd grinste und gerade den Mund zum Sprechen öffnete – 100%tig um Dina nur noch mehr aufzuziehen.
      (Hinas gute Laune starb rapide, statt dessen seufzte er mental genervt. Typisch Teenager / junge Leute. Wieso konnten sie nicht einfach so nett, fair und diplomatisch sein und über Dinas Reaktion hinweg sehen? Dina war doch ohnehin schon verlegen genug – da brauchte man nicht noch Öl ins Feuer gießen. Vor allem nicht wenn man sich als 'Freundin' bezeichnete.)
      Er sprach schnell weiter – fuhr Rose ganz bewusst über den Mund, damit die Blauhaarige gar nicht erst die Gelegenheit erhielt Dina aufzuziehen – und kam so auch gleichzeitig zum eigentlichen Thema zurück.
      „Weiterhin... selbst wenn man das Zeichen aus der Haut der betreffenden Person rausschneidet oder ihr sogar – zum Beispiel – gleich die ganze Hand abschneidet, dann erscheint das Zeichen einfach an einer anderen Stelle des Körpers. Das meine ich mit 'man kann den Zauber nicht einfach auflösen'. Es geht nur mit dem komplizierten Verfahren oder... - wenn die jeweilige Person stirbt, die gebunden wurde.“
      Es hatte gewirkt. Rose hatte Dina völlig vergessen und sah statt dessen wieder ihn selbst an um seinen Worten weiter zu lauschen.
      Im nächsten Moment war ein geschocktes Aufkeuchen zu hören und Hinas Blick ging zu Leonie, welche mit entsetzen Augen auf seine Taille starrte.
      „Soll... soll das heißen, dass du...“, sprach sie voller entsetzen, „du... hast du dir das selbst angetan? Im Versuch den Bindungszauber zu lösen?“
      Er stutzte, folgte ihrem Blick und erst als er selbst in Richtung seiner Taille starrte, begriff er WAS die Schwertkämpferschülerin gemeint hatte. Leonie hatte nicht auf seine Taille gestarrt – sondern auf seine Hände bzw. auf seine Handprothese und auf die Stelle, wo seine linke Hand hätte sein sollen.
      Er hatte den Mädchen – als sie im Café die Nacht ausharrten – schließlich erzählt, dass seine Hände und Füße die ganze Zeit über schon Prothesen waren. (Sie hatten angenommen, dass er seine linke Hand im Chaos der Stadt oder sogar durch Lorcan selbst verloren hatte.) Auch hatte er ihnen damals bereits gesagt, dass er sie in einem Kampf vor langer Zeit verloren hatte.
      „Du... du hast dir das selbst angetan, ...oder?“, sprach Leonie weiter entsetzt, „deswegen weißt du auch, dass man den Bindungszauber nicht auf diese Weise auflösen kann. Du... du hast...“
      Uuuuunnnd so schnell war seine gute Laune wieder hergestellt. DAS war endlich mal ein Missverständnis, welches er gerne hatte und er sogar auf gewisse Art und Weise lustig fand. Es war einfach wirklich rührend zu sehen, wie entsetzt – nein, wie BESORGT – Leonie um ihn war, dass er sich womöglich selbst die Hände und Füße abgeschnitten hatte.
      Er lächelte beruhigend und schüttelte verneinend mit dem Kopf. „Wie ich euch vorher schon erzählte: Meine Hände und Füße habe ich in einem Kampf vor fast einem Jahr verloren. Es hat nichts mit dem Bindungszauber zu tun.“
      Die Worte wirkten und Leonie beruhigte sich.
      Dina war es, die als nächstes das Wort ergriff. Die Grünhaarige blickten ihn nun ENDLICH nicht mehr mit dem offenen Misstrauen und der Feindseligkeit an. Scheinbar... scheinbar hatte seine ehrliche Erklärung dazu geführt, dass Dina ihm nun endlich vertraute. (Zumindest soweit wie sie – und die anderen Mädchen – einem Mann überhaupt vertraute.)
      „Und wo hast DU dein Tattoo?“, fragte sie neugierig nach, „Julius hat es an seinem Handrücken. Und wenn ihr beide miteinander diesen Zauber eingegangen seid, dann musst du es ja auch irgendwo haben? Sieht es genauso aus, wie das von Julius? Oder hat es eine andere Form?“
      Diese Frage überraschte ihn innerlich. Er hatte gedacht, dass mit der Erklärung alles vom Tisch wäre und sie das ganze Thema in Ruhe ließen, aber nun das?
      „Nun... das...“, seufzte er schwer auf. Es war wohl besser auch hier ihnen die Wahrheit zu erzählen, „es ist so: Ich habe GAR kein Tattoo. Auch kann ich mich mehr als 200 Meter von Ferres entfernen... - er sich genauso auch von mir. Und ich kann weder Ferres' Aufenthaltsort, noch seinen körperlichen Zustand spüren. Ferres hingegen weiß immer wo ich mich befinde und in welchem Zustand ich bin.“
      (Taras Kopf schnellte hoch und sie sah ihn stechend an, dann senkte sich ihr Blick sofort wieder und sie starrte weiterhin – wie schon die ganze Zeit – mit einer Hand am Kinn grübelnd vor sich her.)
      „Irgendetwas... irgendetwas ist damals, als wir den Zauber eingingen schief gelaufen“, senkte der Blonde seinerseits seinen Blick wieder etwas, schaute zu den Heuballen auf denen die Mädchen saßen, „jedenfalls...“, hob er seinen Kopf wieder und zuckte vielsagend mit den Schultern, „der Zauber ist eine Einbahnstraße. Er funktioniert vom Prinzip her zwar wie ein normaler Bindungszauber, jedoch mit dem Haken, dass dieser Zauber nur Ferres betrifft. Ich selbst habe keinerlei Nutzen davon. Es ist für mich als ob der Zauber gar nicht da wäre. Ich kann Ferres weder spüren, noch bin ich an ihn durch das unsichtbare Band gebunden.“
      Er legte seinen Kopf schräg und zog gut gelaunt einen Mundwinkel nach oben, seine Augen glitzerten erheitert. „Ich hab letzten Endes alle Freiheiten – trotz des Zaubers.“
      Die Mädchen – Dina, Leonie und Rose – sahen ihn nun nach seiner Erklärung neutral-freundlich an. Es schien, dass sogar Dina ihr Misstrauen bei Seite gelegt hatte.

      Part 6, Teil 299: Ende
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    • Abermals zuckte er nichtssagend mit den Schultern. „Ich hoffe jetzt sind endlich alle Missverständnisse aus dem Weg geräumt. Wie ihr seht: Ich bin kein Agma. Agmas gibt es nicht.“
      Die Mädchen nickten, gaben zustimmende oder verstehende Laute von sich und ihr voriges neutral-freundliches Lächeln änderte sich zu einem echten fröhlichen und freundlichen Lächeln. Sie hatten die Wahrheit nun endlich akzeptiert, dass es keine Agmas gab und er somit kein Fabelwesen sein konnte. Na endlich.
      Um so mehr überraschte es ihn, als Tara ihren Kopf hob und ihn stechend ansah. „Dina und Rose haben recht: Du lügst!!!“
      Mit weit aufgerissenen Augen und vor erstaunen halb geöffnetem Mund, sah er die Schwarzhaarige an. Was...?
      „Du lügst!“, wiederholte sie noch einmal mit fester Stimme.
      Die anderen Mädchen waren ebenso erstaunt und guckten zu ihrer Freundin hin, welche nach wie vor ihren Blick fest auf ihn selbst gerichtet hatte.
      „Aber Tara was...?“
      „Er hat doch gerade erklärt was es mit dem Tattoo auf sich hat.“
      „Tara, wieso sagst du das?“
      Die Mädchen redeten auf ihre Freundin ein, doch diese blieb vollkommen unbeeindruckt und blickte weiterhin Hina an, ohne auch nur einen Millimeter zurückzuweichen.
      Hina war immer noch erstaunt. Er hatte ihnen gerade sogar wirklich die volle Wahrheit gesagt und dennoch war sie der festen Überzeugung, dass er log?
      „Ich lüg-...“, versuchte er es erneut, doch wurde er von der Schülerin unterbrochen.
      „Doch, du lügst. Oder zumindest sagst du nach wie vor nicht die ganze Wahrheit. Was zum Beispiel hat es mit deinen glühenden Augen auf sich? Wir alle haben es gesehen. Auch hab ich die ganze Zeit schon darüber nachgedacht von was für einem Krieg du geredet haben könntest. Wenn du damals ein Teenager warst, dann war der Krieg vor ca. 9 – vielleicht auch 8 oder 10 – Jahren, aber zu diesem Zeitpunkt FANDEN keine Kriege statt. Weder in Nostale, noch in einer der benachbarten Regionen. Das heißt der Krieg von dem du sprichst muss GANZ wo anders statt gefunden haben – wie zum Beispiel in einer anderen Dimension oder ähnlichem.“
      Hinas Staunen wuchs immer mehr, doch auch die anderen drei Mädchen blickten nun mit erstaunten Gesichtern zu ihrer Freundin hin.
      „Dann hast du noch etwas gesagt, was mir komisch vor kam. Als Dina ihr Beileid äußerste, dass deine Heimat durch den Krieg vollkommen zerstört worden ist, sagtest du: 'Ich bin schon seit langem darüber hinweg. Gefühlt sind bereits 23 Jahre her.' Wieso solltest du etwas so eigenartiges sagen, nur um zu sagen, dass es für dich lange her ist?“
      Hina blinzelte perplex.
      „Tara hat recht“, war die verwunderte Stimme von Rose zu hören, „normalerweise würde man in einem solchen Fall doch einfach nur sowas sagen wie 'Das ist schon ewig her.' oder ähnliches, aber nicht so eine präzise Zahl von '23 Jahren'.“
      Tara nickte bekräftigend. „Außer es IST tatsächlich 23 Jahre her. Und vor 23 Jahren endete kein geringerer Krieg als der gegen die Hexe!!“
      Hina spürte, wie er bleich im Gesicht wurde. Der Schock musste ihm wortwörtlich ins Gesicht geschrieben stehen.
      Die Schülerin sah seine Reaktion, sprach aber unberührt weiter, „also hab ich ins Schwarze getroffen. Du HAST den Krieg gegen die Hexe miterlebt. Das heißt weiterhin vor 23 Jahren warst du ein Teenager. Du siehst JETZT – 23 Jahre später – aber gerade mal aus, wie 22 oder 23 Jahre. Das heißt du bist in über 20 Jahren so gut wie nicht gealtert. Und als i-Tüpfelchen: Du hast selbst zugegeben, dass du mit Julius den so genannten 'Bindungszauber' eingegangen bist.“
      Hina nickte mechanisch, zu mehr war er in diesem Moment nicht fähig.
      „Aber Julius sagte – als ich ihn auf sein Tattoo in der Gasse ansprach – dass er sich dieses in jungen Jahren zugelegt hatte. 'Ich war damals so Mitte-Ende zwanzig.' Das waren seine Worte. Und da Julius zum damaligen Zeitpunkt uns unbedingt im Glauben lassen wollte, dass es sich um 'einfach nur ein normales Tattoo' handelte... - hatte er keinerlei Grund bzgl. dieses Zeitraumes zu lügen. Julius selbst ist bestimmt 40 oder 50 Jahre oder ähnliches... das heißt ihr seid diese Verbindung vor mindesten 20 Jahren – oder sogar vor 23 Jahre – eingegangen! Und ich kann mir wirklich keinen Grund vorstellen, warum Julius einen Bindungszauber mit einem Baby eingehen sollte. Das untermauert meine vorige Aussage nur noch mehr, dass du vor 23 Jahren ein 'Teenager' gewesen sein musst.“
      Die anderen drei Mädchen starrten nun mit ebenfalls geschockten Gesichtern zu ihm – Hina – hin.
      „Auch kommt es mir ziemlich eigenartig vor, dass ein Bindungszauber angeblich BEIDE Parteien berücksichtigt, aber ausgerechnet bei DIR – der in 23 Jahren kaum gealtert ist – wirkt er nicht und nur Julius weiß wo du bist etc.? Das klingt ziemlich unglaubwürdig, meinst du nicht auch? Oder vielmehr... es klingt eher so, als ob du diesen Bindungszauber – falls es ihn überhaupt in Wirklichkeit gibt – als Vorwand geliefert hast, warum Dina von dem Tattoo Magie spürt. Um zu vertuschen, dass es sich womöglich DOCH um einen Vertrag handelt! Oder es vielleicht WIRKLICH ein Bindungszauber ist.. der aber nur DICH an deinen MEISTER bindet, damit dieser dich stets finden kann, egal wo du auch bist!“
      Hina hatte mittlerweile den Schock überwunden und blinzelte nun verdutzt die Schwarzhaarige an. Immer noch mit dem Agma-Vertrag? Wirklich?

      Part 6, Teil 300: Ende
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    • ^^

      „Und noch etwas“, sprach Tara weiter, „etwas, was Dina aufgefallen ist und nachdem sie es uns gesagt hat... im Nachhinein muss ich ihr beipflichten. Die ganze Zeit über hast du stets nur auf Anweisung von Julius gehandelt. Auch wenn es so erschien, dass du selbstständig handeltest... du hast dennoch immer erst auf Julius' Befehl hin reagiert. Zum Beispiel die Sache, dass du die Typen heilen solltest. Oder als du Kleidung für uns aus deiner Tasche genommen hast – das hast du erst gemacht, nachdem Julius es vormachte. Oder als du auf einmal diese Wärme und das Licht ausgestrahlt hast... Julius hatte sich im Nachhinein mit einem Kopfnicken bedankt – also hatte er auch hier dir Anweisung – vielleicht telepathisch – gegeben. Oder eure 'stille Kommunikation' im Café, während du den Mann geheilt hast. Womöglich war das auch Telepathie.“
      Wieder blinzelte Hina perplex.
      „Das heißt du bist ein Agma!“, endete die angehende Bogenschützin ihre Ausführungen.
      Hina schüttelte prompt verneinend den Kopf. „Ich bin kein Ag-...“
      „Dann erklär uns doch mal, wieso du in über 20 Jahren so gut wie NICHT gealtert bist?!“, kam es herausfordernd von der Schwarzhaarigen.
      Rose nickte zustimmend. „Oder die Sache mit deinen glühenden Augen? Wieso haben sie geglüht?“
      „Tara hat recht. Du MUSST ein Agma sein – anders ist das alles nicht zu erklären!!“, kam ebenso heftiger Zuspruch von Dina.
      Der Blonde fing an wieder irritiert-aggressiv zu werden. Da hatte er noch gedacht, dass sie ihm – nach seiner Erklärung bzgl. des Tattoos – ENDLICH als Mensch akzeptierten und nicht mehr davon ausgingen, dass er ein Fabelwesen war und dann DAS?!?!
      Wieso konnten diese Mädchen die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen – wenn sie ihm schon nicht glaubten?!?!
      Seine Augen blitzten mit leichter Aggressivität auf. „Ich bin. KEIN. Agma!! Agmas existieren nicht!!“
      „Was ich...“, kam Leonies leise, traurige Stimme, „was ich nicht verstehe...“
      Hina konnte nicht anders als bei dieser traurigen Stimme abrupt zu ihr hinzusehen, seine Wut schwächte sich ab. Leonie hatte tatsächlich auch Tränen in ihren Augen stehen. Es ließ Hina abrupt stocken.
      „...ist... warum... warum vertraust du uns nicht? Wenn wir – oder vielmehr Tara – doch ohnehin schon alles rausgefunden haben... warum streitest du es immer noch ab? Wir... wir haben nichts gegen dich, egal ob du ein Agma bist oder nicht. Wie... wie ich dir vorher schon sagte... ich... ich denke du bist ein 'guter Agma', der uns lediglich beschützen wollte. Und... warum... warum streitest du es dann immer noch ab?“
      Wie Leonie mit Tränen in ihren Augen da saß und ihn mit verzweifelten Augen ansah... der Anblick brach Hina das Herz.
      „Ich... ich versprech dir...“, die ersten Tränen liefen ihre Wangen hinab und sie schniefte hörbar, „wir... wir werden keiner Menschenseele verraten was du bist. Nur... warum... warum kannst du uns nicht einfach vertrauen? Warum leugnest du es immer noch?“
      Hina konnte nicht anders als stocksteif dazusitzen und in ihr Tränen nasses Gesicht zu blicken, in ihre Augen in denen Trauer und Verzweiflung miteinander rangen.
      Das...
      Er...
      Heh... was nur machte er da? Er, ein erwachsener Mann von 55 Jahren brachte eine Teenagerin zum Weinen, weil sie sich um ihn sorgte. Oh ihr Götter Entwells... was.... was nur machte er da gerade?
      Leonie hatte doch recht: Sie HATTEN doch eigentlich schon alles rausgefunden.
      Die Wut verflog vollständig.
      Die Irritation verflog vollständig.
      Und zurück blieb nur eine eigenartige, befreiende Erleichterung gepaart mit Belustigung.
      Er warf seinen Kopf in den Nacken und lachte. Lachte aus vollem Hals. Es war einfach zu absurd! Zu undenkbar! Da hatte er zig Jahre lang darauf gewartet, dass irgendjemand ihn erkannte. Irgendjemand ihn ansprechen würde. Darauf gewartet, dass seine Ex-Ehefrau oder seine ehemaligen Freunde ihn erkannten. Irgendjemanden von ihnen.
      Und dann traf er auf nichts weiter als vier Teenagerinnen mit zu viel Fantasie, die gerade WEGEN ihrer zu großen Fantasie dazu in der Lage waren sein Geheimnis zu lüften. Ihn 'zu erkennen'. - Auch wenn sie zur falschen Schlussfolgerung gekommen waren.
      Schließlich fing sich sein Lachen an zu beruhigen. Er hatte sein rechtes Bein angewinkelt und seinen Ellenbogen auf sein Knie abgestützt, hatte seine Handprothese auf sein Gesicht gelegt, während er immer noch leise lachte bevor sein Lachen schließlich ganz erstarb.
      Er nahm die Hand von seinem Gesicht, behielt den Unterarm aber weiterhin auf seinem Knie abgelegt.
      „Ihr habt mich...“, grinste er sie an, „ihr habt mich wirklich gut dran gekriegt.“
      Die vier Mädchen schauten ihn erstaunt und verwirrt an, dass er plötzlich in so heftiges Lachen verfallen war.
      Er lächelte nun warm. „Wer hätte gedacht, dass mich vier, junge Mädchen dermaßen in die Enge treiben können“, schüttelte er immer noch belustigt seinen Kopf.
      Die Gesichter der Mädchen erhellten sich bereits in Vorfreude, dachten sie doch, dass er nun endlich zugeben würde, dass er ein Agma wäre. Er hielt seine Hand hoch, sie stoppend.
      „Nein, ich bin KEIN Agma. (Ihr Gesichtsausdruck änderte sich wieder zu Verwirrung.) Aber ein Mensch bin ich auch nicht. (Die Verwirrung verschwand und wurde durch neugierige Anspannung ersetzt.) Ich bin...“, geriet er ins Stocken, sein Blick senkte sich wieder, ein Schatten wurde durch seine Ponyhaare über sein Gesicht geworfen.
      Zig Erinnerungsfetzen blitzten im hintersten Winkel seines Gedächtnisses auf.
      „Und das will ein Golem beurteilen können.“
      „Li? ...nimm die Worte, die Aiko zu dir sagt, nicht so ernst. Du bist der Beschützer der Sakamoto-Familie'. Und darauf kannst du Stolz sein.“
      „Wie willst du jetzt je wieder die Familie beschützen Golem?! Ohne Hände?“
      „Li? Du bist zurück! Ohhh! Ich freu mich ja so!“
      „Li, wie geht’s mit dem Leveln voran?“
      „Das ist kein Mann. Das ist lediglich ein Stück Stein, was zufällig menschliche Form hat!“
      „Für mich bitte einen schwarzen Tee und ich nehme an, für dich Li, einen Latte Macchiato?“
      „Du bist viel zu menschlich. Auch wenn du kein Mensch bist. Du bist und bleibst mein Freund. “
      „Auch wenn du ein Golem bist... unbeschadet wärst du in keinem Fall geblieben.“
      „Hallo Li.“
      „Doch eh nur ein Golem!“
      „Ah! Li, du...“
      „Was ein 'Golem'! Tch!“
      „Hey Li, kannst...“
      „Hallo Li.“
      „Hi Li.“
      „Li...“
      „Li, du...“

      „Ich...“, setzte er erneut an, sein Pony warf immer noch Schatten über seine Augen., „ich bin...“
      ...sie hatten doch recht. Und er wusste es. Er wusste es. Hatte es all die Jahre bereits gewusst, auch wenn er es sich nicht hatte eingestehen wollen.
      „...ich bin... ich bin ein Golem.“


      Part 6, Teil 301: Ende
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    • Er hörte das geschockte Aufkeuchen und die überraschten Ausrufe („WAS?!“ / „Ein Golem???“) der Mädchen, sah weiterhin nicht auf.
      „Und bevor ihr auf weitere Ideen kommt: Nein, Ferres... Julius Ferres ist nicht mein Schöpfer.“
      Wieso erzählte er ihnen das alles? Wie kam es, dass er im Stillen zig Jahre – über ganze 20 Jahre lang – geleugnet hatte ein Golem zu sein... es sich ja gerade erst selbst gegenüber im Laufe des letzten Jahres eingestand... anderen – sogar seinen engen Freunden, wie Jona – verschwieg er was er war...
      ...und... und einer kleinen Gruppe von vier Teenagern... vier jungen Mädchen mit zu viel Fantasie gestand er gegenüber die Wahrheit.
      Im nächsten Moment schon kam das Bild hoch, wie verzweifelt und mit vor Tränen schimmernden Augen Leonie ihn angesehen hatte und fragte, warum er ihnen nicht vertrauen konnte...
      ...wie traurig sie doch ausgesehen hatte.
      Mehr im Hintergrund, als vollkommen bewusst, registrierte er, wie die Mädchen abermals überrascht und verwirrt redeten.
      „Hääää??? EIN GOLEM????“
      „WAAAASSS?!?!?“
      „Wie kann das sein?!“
      „Aber, aber, aber... Golems sind doch eigentlich vollkommen starr und... golemhaft! Du hingegen, du... du wirkst wie ein echter Mensch!“
      Auch wenn er immer noch mehr in Gedanken versunken war, so hörte er dennoch ihre Worte.
      Er hob den Kopf und sah sie mit einem kleinen Lächeln an.

      Den Mädchen stockte erneut der Atem, wieder sahen sie sich kurz gegenseitig an und erkannten, dass sie abermals alle das Gleiche bemerkt hatten. Lis Lächeln... Lis Lächeln wirkte so unendlich traurig... und in seinen blauen Augen – seinen sonst so warmen oder fröhlich strahlenden Augen – spiegelte sich Unsicherheit, Trauer und Leid. Ein tief verborgener Schmerz und eine tiefe Angst vor Ablehnung.

      „Doch, ich bin ein Golem“, antwortete er ihnen schlicht und begab sich, um es ihnen zu beweisen, in den Golemmodus.
      Die Augen der Mädchen weiteten sich abermals vor Schock.
      „Du... du...“, stotterte Dina, „du bist tatsächlich ein...“
      „...ein Golem“, vervollständigte Leonie.
      Er blickte sie steif mit puppenhaften Augen an, wie es für ihn in seiner Golemform normal war, nickte ebenso steif zur Bestätigung ihrer Worte. Dann beendete er den Golemmodus wieder und senkte wieder seinen Blick, diesmal richtete sich sein Blick auf seinen Schoss.
      Leonies Augen weiteten sich wieder und wieder fingen an Tränen in ihre Augen zu steigen. So wie er jetzt da saß... er wirkte so traurig. So unendlich traurig. Es schmerzte regelrecht ihn da sitzen zu sehen.
      Hina hob wieder seinen Kopf und sah die Mädchen wieder traurig lächelnd an. „Ja, ich bin ein Golem. Ich hoffe ihr glaubt mir nun. Das ist die volle Wahrheit. Agmas gibt es nicht.“
      „Das...“, starrte Tara ihn immer noch mit weit aufgerissenen Augen an, „das.... das ist SOOO COOOOLLLL!!!“, platzte es aus ihr voller Begeisterung raus.
      Hina blinzelte perplex. Okay... damit hatte er nicht gerechnet.
      Er sah die anderen Mädchen an. Auch in ihren Gesichtern war eindeutig Begeisterung, Freude und Neugierde geschrieben.
      Nur Leonie... Leonie hatte wieder (oder immer noch?) Tränen in ihren Augen schimmern. Was...?! Waren es etwa Tränen der Angst??? Er... er war wirklich, wirklich ein Nichtsnutz! Ein Versager! Da schaffte er es binnen weniger Minuten das ein Mädchen vor ihm gleich zweimal – wegen ihm – in Tränen ausbrach. Erst Tränen des Schmerzes und Sorge und jetzt sogar noch Tränen der Angst. Wirklich... er sollte sich was schämen.
      „Le- Leonie...!“, rief er bestürzt aus, hatte seinen linken Unterarm leicht gehoben, als wolle er seine nicht vorhandene Hand nach ihr ausstrecken.
      Im nächsten Moment schon überrascht Leonie ihn. Denn das Mädchen wischte sich – breit lächelnd – die Tränen weg und schüttelte verneinend ihren Kopf.
      „Hm-hm. Alles gut, Li. Mir geht’s gut. Ich... ich bin nur so glücklich, dass du uns tatsächlich vertraust und uns das erzählst.“
      !!
      Das...!
      Wie zur Salzsäule erstarrt, starrte er sie vollkommen baff an.
      Dann änderte sich sein Gesichtsausdruck und er legte den Kopf leicht schräg, dass seine blonden Haare abermals sein Gesicht attraktiv einrahmten und lächelte sie warm mit ebenfalls warmen Augen an.
      Leonie lächelte ebenso warm und glücklich zurück.

      Während dessen sah Rose Dina an.
      Dina sah Rose an.
      Beide hatten ein breites, fröhliches Lächeln auf dem Gesicht was immer breiter und breiter wurde bis... bis die beiden Mädchen in fröhliches Gelächter fielen.
      Hina, Leonie und Tara sahen verwundert zu den beiden Lachenden hin. Doch diese nahmen sich nichts von den Blicken an und lachten weiter. Ihr so absolut fröhliches, herzliches Lachen war dermaßen ansteckend... eh sie sich versahen stimmten die anderen drei mit ein und sie lachten.
      Sie alle lachten aus vollem Hals, voller Freude. Es war ein so befreiendes Gefühl einfach nur da zu sitzen und miteinander zu lachen.


      Part 6, Teil 302: Ende
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    • Schließlich beruhigte sich ihr Gelächter und die Mädchen blickten nun mit angespannten (Tara und Rose) und neugierigen (Dina und Leonie) Gesichtern zu ihm.
      ….uuuuuund dann fingen die Fragen an.
      „Wieso wirkst du sonst immer so menschlich und nur jetzt gerade wie ein echter Golem?“
      „Wer ist dein Meister?“
      „Bist du eine neu entwickelte Art von Golem? Entwickelt in einem geheimen Labor oder einer geheimen militärischen Forschungsabteilung?“
      „Gibt es mehr von deiner Sorte, als nur dich? Wie viele seid ihr? Leben sie alle, genau wie du, als normale Menschen getarnt unerkannt unter den normalen Leuten?“
      „Warum wurdest du entwickelt?“
      „Und was hat es dann jetzt mit dem Bindungszauber auf sich?“
      „Wieso kannst du mit Magie zaubern? Hast du einen Art Magiespeicher eingebaut?“
      „Julius weiß, dass du ein Golem bist, richtig? Deswegen sollst ausgerechnet DU den Auftrag für ihn ausführen, oder?“
      etc.
      Er lachte leicht, belustigt auf. Hob abwehrend seine Handprothese. „Moooooment, eine Frage nach der anderen bitte. Ich kann nicht alles auf einmal beantworten.“
      Die Mädchen beruhigten sich, sahen sich dann – als endlich Stille herrschte – gegenseitig an. Keine von ihnen wusste so recht wer nun zu erst reden sollte oder wo sie mit ihren Fragen überhaupt anfangen sollten. Es waren einfach zu viele Fragen, die sie gerne beantwortet kriegen wollten.
      Der Blonde bemerkte ihr kleines Problem und lächelte nachsichtig.
      „Ich denke“, ergriff er das Wort, „es ist wohl einfacher wenn ich rede. Falls ihr anschließend Fragen habt, könnt ihr diese Stellen.“
      Die Mädchen nickten einverstanden.
      „Also..., wie ihr nun gesehen habt... ich bin ein Golem, aber kein ganz 'normaler' Golem. Ich-...“, hatte er so eben angesetzt zu erzählen, als er auch schon im nächsten Moment von Tara (abermals) unterbrochen wurde.
      Das Mädchen hatte wieder grübelnd mit ihren Fingern am Kinn vor sich her gestarrt – und hatte nun abrupt ihren Kopf gehoben, sah ihn an.
      „Hey, Moment mal! 23 Jahre! Na klar! Du bist vor 23 Jahren erschaffen worden!!!“
      Ihre Begeisterung war deutlich in ihrer Stimme und in ihrem Gesicht zu lesen. Etwas perplex und verwundert, nickte Hina zögerlich. Ähhh... schön und gut, dass sie sich freute von sich aus eines 'der Rätsel' gelöst zu haben, aber.... nur, weil sie dahinter gekommen war, dass er vor 23 Jahren 'erschaffen worden war' gleich so aus dem Häuschen zu sein...?
      „Wahnsinn! Ich hatte recht! Ich hatte recht!“, jubelte die Schwarzhaarige, nach seinem bestätigenden Nicken.
      ….....
      Ernsthaft? Wieso war sie so aus dem Häuschen, nur weil sie verstanden hatte, was die '23 Jahre' bedeuteten?
      Zum Glück war der Magier nicht alleine mit seiner Verwunderung. Auch ihre Freundinnen schienen perplex und überrascht.
      „Was? Was ist los?“, fragte Dina.
      „Womit hattest du recht?“, kam von Rose.
      Tara grinste breit ihre Freundinnen an. „23 Jahre! Er ist vor 23 Jahren erschaffen worden!“, zeigte sie gleichzeitig mit ihren Finger in Hinas Richtung, „und er ist ein Golem!!“
      Alle anderen Anwesenden sahen die Schülerin immer noch vollkommen verwirrt an. Wo zum Henker nur wollte sie drauf hinaus?!?!
      Da sie keine Reaktion bekam, rollte das Mädchen genervt mit ihren Augen, erklärte aber dann – nicht minder enthusiastisch. „Na, wenn er vor 23 Jahren erschaffen wurde und er ein Golem ist, der aber so extrem unnatürlich für einen Golem ist... was heißt das?“
      ….immer noch keine Reaktion außer kollektive Verwirrung.
      „Das heißt die Gerüchte stimmen!!!“, jubelte Tara und kaum hatte sie das gesagt, schien endlich auch bei den anderen Mädchen der Groschen zu fallen.
      „Ohhh!“
      „Waaaaassss????? Das glaub ich jetzt nicht!!!“
      „Oh my god! Oh my god! Oh my god!...“
      Hina für seinen Teil blickte von einem Mädchen zum nächsten und war nur noch verwirrter. Was zum...?
      Bitte was ging hier nur gerade vor sich?! Wie kam es, dass sie alle wussten wovon geredet wurde, nur er war scheinbar im völligen Dunkeln?

      Part 6, Teil 303: Ende
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    • Tara drehte ihren Kopf zu ihm, sah ihn wieder an und grinste breit. „Lass mich raten: Dein Meister ist 'Hina Sakamoto' nicht?“
      WAS?!
      Ein plötzlicher, körperlicher Angriff von Lorcan in genau diesem Moment hätte ihn nicht mehr schocken können.
      Mit weit aufgerissenen Augen saß der Halbgolem da und starrte das Mädchen einfach nur an. Nach Sekunden, die ihm wie zig Minuten vorkamen, fasste er sich endlich.
      Tara – die seine Reaktion gesehen hatte – jubelte in dieser Zeit freudig, dass sie 'recht gehabt hatte' und es 'totaler Wahnsinn sei'.
      Hina hob seine Hand genervt-irritiert zu seinem Gesicht. „Mo- Moment.. was... wie... worum... was genau geht hier gerade vor sich? Wie bist du auf diesen Namen gekommen? Nur weil ich '23 Jahre' gesagt hatte?“, nahm er die Hand beim Sprechen wieder runter.
      Diesmal waren es die Mädchen - alle vier – die IHN nun völlig geschockt anstarrten. Es war als konnten sie ihren Ohren nicht trauen.
      Endlich fassten sie sich irgendwann wieder.
      „Ja... weißt du das denn nicht?“, sah Dina ihn verwundert an.
      „Weiß ich.... WAS nicht?“, blickte er fragend und zugleich skeptisch.
      Diese Geheimniskrämerei fing an ihm auf den Geist zu gehen. Es war doch offensichtlich, dass er nicht wusste wovon die Mädchen schon die ganze Zeit redeten – wieso erklärten sie es ihm dann nicht einfach, sondern machten einen solchen Wirbel darum?
      „Oh my god!!!“, kam es gekreischt von Rose, „er weiß es wirklich nicht!!!“
      ...ernsthaft? Immer noch? Statt es ihm einfach simpel zu erklären?
      Hina rollte genervt mit den Augen. Seine Geduld wurde gerade eindeutig immer weniger.
      Leonie schien zum Glück einfühlsam genug zu sein und dies zu bemerken, denn sie knuffte Rose – die einen Heuballen weiter saß – mit dem ausgestrecktem Arm und ihrer Faust gegen die Seite.
      Dann erklärte Leonie endlich:
      „Seit Hina Sakamotos Tod sind irgendwann Gerüchte aufgekommen. Gerüchte darüber, dass der Sechste vor seinem Tod noch ein letztes 'Wunder' vollbracht hat. Es heißt, dass er einen 'perfekten Golem' erschaffen hat. Ein Golem, der über die natürlichen Fähigkeiten eines Golems verfügt, wie körperlich stärker zu sein als ein Mensch oder mehr Schnelligkeit, bessere Reflexe und robuster zu sein und so... kurz... er soll genauso unzerstörbar sein, wie einst die Golems der Hexe. Gleichzeitig aber verfügt er über Magie. Er kann tatsächlich mit Magie zaubern und er soll so viel Magie besitzen... er soll so STARK sein... wie der Sechste selbst. Und OBWOHL er ein Golem ist... trotz dessen bewegt und verhält er sich aber komplett menschlich. Er soll nicht von einem normalen Menschen zu unterscheiden sein. Es gibt keinerlei sichtbaren Unterschied zwischen ihm und einem echten Menschen, selbst Emotionen kann man in den Augen des Golems lesen. Und dieser Golem, der Golem ist aber doch wie ein Mensch ist... - DAS ist der 'Perfekte Golem', den Hina Sakamoto uns als letztes Vermächtnis überlassen hat. Dieser Golem soll als ewiges Symbol dienen nie in schwierigen Situationen aufzugeben und anderen in Not zu helfen.
      Das ist es was die Gerüchte sagen...“
      Je mehr er hörte, desto überraschter – nein GESCHOCKTER – wurde er wieder. Das...!
      Er atmete tief durch um sich zu beruhigen.
      „Also...“, atmete er nochmal durch, „davon hör ich zum ersten Mal. Dass es tatsächlich solche Gerüchte über mich gibt...“
      Er senkte den Blick, schüttelte verwundert und halb beeindruckt – halb spöttisch den Kopf. Dann sah er wieder auf. Nun... das machte jedenfalls um vieles einfacher... hmm... ob der Timespacestein auch HIERFÜR verantwortlich war? Für diese Gerüchte? Oder war es simpel so, dass irgendwelche Leute bemerkt hatten, dass 'der blonde, junge Mann, der bei den Sakamotos wohnt nicht altert und stets wie ein Diener der Witwe von Hina Sakamoto gehorcht'? Und sie so zu ihren eigenen Spekulationen gekommen waren?
      Hmm... wenn er darüber nachdachte, wie Menschen reagieren konnten und wie schnell sich Gerüchte verbreiteten... - vermutlich das Letztere und der Timespacestein hatte ausnahmsweise NICHTS damit zu tun.
      „Um es kurz zu machen: Ja, ich bin Hina Sakamotos Golem. Allerdings... diene ich nicht als 'Symbol der Gerechtigkeit' oder ähnliches, sondern... soll simpel nur als Beschützer für die Familie des Sechsten dienen. Mehr nicht“, zuckte er mit den Schultern, „mein Meister hatte sich Sorgen gemacht, dass seine Familie – nach seinem Tod – von da an ohne Schutz sein würde. Daher erschuf er mich, um an seiner Stelle die Sakamoto-Familie zu beschützen. Das ist alles.“
      Die Mädchen lauschten seinen Worten gespannt.
      „Ohhh...“, kommentierte Tara, eindeutig fasziniert etwas neues über 'ihr Idol' zu lernen.
      „Das heißt...“, hatte Rose ihren Kopf nachdenklich schräg gelegt, „dass Familie dem Sechsten unheimlich wichtig gewesen sein muss“, anschließend lächelte sie zufrieden.
      Hina nickte bestätigend. „Ja. Familie war ihm am Wichtigsten und er hätte nie etwas getan, was seiner Familie geschadet hätte. Da hätte er lieber den Sechsten an den Nagel gehängt.“
      Diese Worte waren der Startschuss für Tara, denn sie – und nach kurzem Zögern auch die anderen – bombardierte ihn mit Fragen aus dem Leben des Sechsten.
      Der Blonde lachte abermals gut gelaunt auf und beschloss ein wenig ihrer Bitte nachzukommen und ein bisschen was von seinem früheren Leben zu erzählen.
      Nach vielem Gelächter endete irgendwann ihre muntere Unterhaltung.
      „Hmm...“, machte Tara einen nachdenklichen Laut, „der Sechste ist irgendwie anders, als ich ihn mir immer vorgestellt habe.“
      Hina legte amüsiert seinen Kopf leicht schräg, blonde Haarsträhnen fielen abermals nach vorne und er lächelte sie jungenhaft an. Tara schien einige wichtige Lehren aus seinen Erzählungen gezogen zu haben.
      „Aber er ist trotzdem cool!“, hob das Mädchen wieder ihren Kopf und sah mit Feuer in ihren Augen in die Runde, „das hat es für mich nur noch mehr bestärkt! Ich will definitiv ein genauso großer Held werden, wie Hina Sakamoto!!“
      Hina legte seinen Kopf in den Nacken und lachte.


      Part 6, Teil 304: Ende
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    • Ein paar Tage später befand sich Hina auf dem Weg nach Cylloan. Ferres hatte ihm eine PN geschrieben, dass er ihm eine neue Handprothese bestellt hatte, diese nun angekommen wäre und er sie abholen könnte.
      Während er langsam zu Fuß vom Port Alveus-Markt aus nach Nosville lief, um zum Teleportritter zu gelangen, versank er in Gedanken an das Gespräch mit den Mädchen...

      Hina warf seinen Kopf in den Nacken und lachte.
      „Was?! Was ist daran jetzt so witzig?!“, rief Tara empört aus, verschränkte dann ihre Arme unter ihrer Brust und sah beleidigt von ihm weg, „lach du nur! Ich werd's dir und allen anderen schon zeigen!!“
      Er hob immer noch lachend seine Unterarme abwehrend hoch. „Nein, nein...hahaha... das...haha... ich... haha... ich lach nicht wegen dir oder deinem Traum“, schüttelte er verneinend seinen Kopf, „ich find es einfach nur so toll, dass du immer noch mit diesem gleichen Feuer reden kannst – obwohl du nun weißt, dass dein Idol doch nicht so war, wie ihn alle Leute sich immer ausmalen. Es ist... erfrischend“, zuckte er entschuldigend mit den Schultern.
      Tara sah ihn verwundert an, nicht verstehend was er meinte.
      Wieder zuckte er mit den Schultern, „vergiss es einfach. Muss wohl daran liegen, dass ich älter bin als ihr. Es ist halt einfach so ein... ein 'alter Mann Ding', wenn du so willst.“
      „Ähm... das...“, sah Leonie zögernd zu ihm, „...bist du wirklich 23 Jahre? Du sagtest vorher, dass du damals sowas wie ein Teenager warst und... und dass du in einer Armee dientest... aber... aber wie passt das zusammen, wenn Hina Sakamoto dich doch erst kurz vor seinem Tod erschaffen hat?“
      Er blinzelte überrascht, dass sie tatsächlich diese Abweichung in seiner Geschichte bemerkt hatte, ließ seinen Kopf hängen und stieß dabei einen schweren, tiefen, langgezogenen Seufzer aus.
      „Haaaaaahhh...“, hob er wieder seinen Kopf, „na gut... dann also von vorne. Ihr wisst das Meiste eh schon.“
      Wieder sahen ihn vier neugierige Blicke an.
      „Erschaffen im eigentlichen Sinne hat mich die Hexe. Ich war einst ihre Schöpfung. (Geschocktes Aufkeuchen von den Mädchen.) Damals diente ich als ein defekter Golem unter ihr – in ihrer Armee. Defekt deshalb, weil... Ich war an einer Schlacht beteiligt, unsere Seite verlor diese Schlacht und die Heerführerin zerstörte mich nicht, sondern manipulierte mich und gab mir so etwas ähnliches wie 'künstliche Emotionen'. Auch löschte sie mein Gedächtnis aus. Anschließend schickte sie mich zurück zur Hexe. Es sollte als Warnung dienen. 'Ich bin mächtig genug, um sogar deine Golems zu manipulieren.' war die Aussage. Meine Herrin sah es nicht für nötig an Magie zur Reparatur eines defekten Golems zu verschwenden – aber sie zerstörte mich auch nicht, ich lag ihr dann wohl doch zu sehr am Herzen. Ich war ihr allererster Golem, den sie je erschaffen hatte, müsst ihr wissen.“
      Hina dachte daran, wie Venjanca ihm dies als Begründung dafür sagte, warum sie ihn am Leben ließ. Heutzutage wusste er es besser. Damals hatte sie ihn nur am Leben gelassen, um ihn weiterhin emotional und physisch foltern zu können. Dann dachte er daran, wie Saiy – welche später zu Lady Venjanca werden sollte – 'Li' als ihren allerersten Golem 'bekam' und er musste gedanklich lächeln.
      Heh... auch wenn Venjanca es nicht gewusst hatte... so war an ihren Worten, dass er ihr allererster Golem war, doch mehr dran gewesen als Mylady je gedacht hatte... - es hatte schon was ironisches.
      „Auf Grund der Manipulation durch die gegnerische Heerführerin war ich damals... emotional und mental in etwa so alt wie ihr. Ich war in etwa ein Teenager. Deswegen meine Worte. Und alles andere mit der beinahe-Vergewaltigung passierte anschließend so wie ich es euch erzählt habe.“
      Die Mädchen nickten verstehend.
      „Das heißt, du sahst also immer schon so aus und die Sache mit deinem zierlichen Körperbau war eine Lüge?“, fragte Rose.
      Ergh! Okay... besser bei der vorigen Story zu bleiben. Sie mussten schließlich nicht alle Details wissen und er wollte nach wie vor nicht, dass sie dachten, dass so etwas NUR Mädchen bzw. Frauen passierte.
      Also schüttelte Hina verneinend den Kopf. „Nein, dieses Aussehen hier habe ich Hina Sakamoto zu verdanken. Zuvor... als ich unter der Hexe gedient habe, war ich wirklich sehr klein, zierlich und schmächtig.“
      „Ah“, nickte Rose.
      „Als es schließlich zum Endkampf zwischen Hina Sakamoto und der Hexe kam... und Hina die Hexe besiegte... geschah das, was mit jedem Golem geschieht dessen Meister tot ist... ich fing an mich aufzulösen und wieder zum simplen Ausgangsmaterial zu werden.“
      Diesmal war es Dina, die nun wissbegierig und neugierig schaute.
      „Und aus was genau bestehst du?“
      Diesmal konnte er seine Überraschung – oder vielmehr seinen Schreck – nicht verbergen. Mit erstarrtem Gesicht blickte er zu der Magierschülerin.
      Das Mädchen schien seine Reaktion misszuverstehen. Sie schien zu denken, dass er einfach über die Frage überrascht war, dass sie sich überhaupt für sein Ausgangsmaterial interessierte, denn sie fügte erklärend hinzu:
      „Du bist ein Golem, der durch Hina Sakamotos Magie seinen neuen Körper erhalten hat und dessen Körper fast unkaputtbar sein soll! Ich bin wirklich ZU neugierig woraus genau du bestehst.“
      Ihre weiteren Worte ließen ihn die Fassung wieder gewinnen.
      Hm... auch hier hatte er eigentlich keinerlei Grund zu lügen. Die Wahrheit würde ihm nicht schaden, von daher... warum nicht?
      „Ich...“, schaute er kurz zögernd, dachte daran, dass er bis heute wirklich nicht wusste, woraus 'er bestand' bzw. wieso sein Körper der eines Menschen, aber auch der eines Golems war, „ich muss zugeben... ich... ich weiß es nicht.“
      Die Schülerin schaute verwundert zurück.
      Er zuckte als Antwort mit seinen Schultern.
      „Wieso weißt du nicht woraus du bestehst?“, fragte sie verständnislos nach – und das mit einem sturen Unterton, der ihn wissen ließ, dass sie weiter nachfragen und/oder nachforschen würde um ihre Neugierde befriedigt zu kriegen. Ihre Wissbegierde und Hartnäckigkeit ihre Neugierde gestillt zu kriegen, könnte jedoch zu 'Problemen' für ihn und Ferres führen.
      „Als die Hexe getötet war, spürte ich, wie die Magie in mir auf einmal verschwand und dann... war es als ob ich in Schwärze versank. Ich sah nichts mehr und hörte nichts mehr. Ich konnte jedoch fühlen, wie mein Körper sich auflöste und zerfiel. Das nächste an was ich mich erinnere ist, wie ich fühlte, dass die Auflösung meines Körpers stoppte und anschließend, wie sich mein Körper verformte... veränderte... und ich spürte plötzlich die Magie meines neuen Meisters in mir pulsieren... gemeinsam mit dem Auftrag, den er mir erteilte... - seine Familie zu beschützen. Dann öffnete ich meine Augen und sah so aus wie jetzt. An mehr kann ich mich nicht erinnern“, log er um ihr eine einigermaßen befriedigende Antwort zu geben.
      Sie nickte verstehend und schien seine Antwort zu akzeptieren. Puhh... das war ein Problem, was umschifft worden war.

      Part 6, Teil 305: Ende

      Ein Zwischenpost wäre nett.
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • „Und was genau hat es jetzt mit Julius' Tattoo auf sich, wenn du doch Hina Sakamotos Golem bist?“, war es diesmal Rose, die nachfragte.
      Bevor er antworten konnte, fiel ihm Dina ins Wort, „ist der Fakt, dass du ein Golem bist dafür verantwortlich, dass der Bindungszauber nur halb existiert?“
      Hina blinzelte – überrascht, dass die Magierschülerin tatsächlich diese Verbindung gezogen hatte – und nickte schlicht als Antwort.
      Nun... auch wenn eigentlich der Timespace-Stein für alles verantwortlich war... so spielte mit Sicherheit auch tatsächlich der Fakt mit rein, dass er ein Golem war bzw. - wie hatte es der Wissenschaftler im Labor Lady Venjancas gesagt? - weil sein genetischer Aufbau nicht mehr mit dem ursprünglichen überein stimmte und der Bindungszauber ihn nun auf dem genetischen Level nicht mehr erkannte. Diesen Punkt in Verbindung mit der Korrektur des Steins...
      Ja, Hina war sich sicher, dass DAS der Grund war warum der Bindungszauber nach wie vor zur Hälfte existierte und obendrein auch noch in solch abgewandelter Form, wie dass sie mehr als 200 Meter voneinander entfernt sein konnten etc.
      „Ach so...“, schaute Rose nachdenklich, „dann funktioniert dieser Bindungszauber also bei Golems nicht richtig?“
      Hina zuckte mit den Schultern. „Scheinbar 'nein'. Ferres und ich sind – soweit ich weiß – das erste Beispiel, was es je in der Geschichte Nostales gegeben hat. Von daher habe ich keinen Vergleichswert.“
      „Und... und warum seid ihr diesen Zauber überhaupt eingegangen?“, fragte nun Leonie, „Julius sagte, dass es vor Jahren war, als er noch in seinen zwanzigern war... d.h. ihr seid den Zauber eingegangen, als Hina Sakamoto dich erschuf oder bereits vorher, als du noch unter der Hexe gedient hast?“
      Diesmal legte der Magier seinen Kopf leicht nachdenklich schräg, antwortete dann aber schließlich.
      „Nun... das war bereits vorher...“, antwortete er ausweichend... 'vorher' konnte heißen 'vorher, als er noch unter der Hexe diente' aber auch 'vorher... noch vor Venjancas Machtergreifung'. „Ich möchte dies bezüglich jedoch nicht in Details gehen. Das betrifft schließlich auch Ferres und – sorry Mädels – aber diese Sache geht euch nichts an.“
      „Oooch... warum denn nicht?“
      „Hey Mann, ey! Du kannst uns doch jetzt nicht einfach so hängen lassen?!“
      „Waaaasss??? Jetzt wo es anfängt spannend zu werden???“
      „Nein, heißt nein! Damit müsst ihr euch zufrieden geben“, erwiderte er streng.
      „Aber...! Wir wissen doch eh schon alles! Dann kannst du uns DAS doch auch noch sagen!“
      „Genau! Tara hat recht! Was ist denn schon dabei???“
      „Das ist voll unfair!! Erst erzählst du uns alles und dann auf einmal sowas?!“
      „Ist doch scheiße!!“
      „Erst tust du auf Kumpel und Freund und dass du uns helfen willst – und jetzt erzählst du uns, dass es uns nichts angeht?!??!“
      ….
      Hina rollte genervt mit den Augen, als weitere Worte auf ihn einprasselten... Worte die zunehmend aggressiver – und ausfallender – wurden. Er stieß einen leisen, genervten Seufzer aus. Hier zeigte sich, dass auch die Mädels – trotz ihrer bisherigen freundlichen, netten Art – dennoch Teenager waren, denn ihre Wortwahl wurde zunehmend derber und eher das was Ferres wohl 'typische Teenagersprache' nennen würde.
      Kurz blitzte in Hinas Erinnerung das Gespräch vor wenigen Tagen auf, als Ferres ihn kritisierte, dass er 'verarschen' gesagt hatte bzw. sich sein eigener Sprachgebrauch sehr dem von Teenagern bzw. jungen Leuten angeglichen hatte.
      Erst jetzt – in dieser Situation und dank Ferres vorigen Worten – fiel ihm erst auf, wie SEHR sich doch die Wortwahl und die Art wie junge Leute redeten sich von der unterschied, die er bei Ferres, wie auch der Lerngruppe – bei Leuten SEINES Alters – gehört hatte.
      ...und wieder fühlte er sich auf einmal 'alt'.
      „Ich sagte 'nein'“, sprach er noch einmal mit Nachdruck und Ernsthaftigkeit in der Stimme.
      Es half nichts... die Mädchen redeten weiter auf ihn ein, ihre Empörung Luft machend.
      „Das ist einfach nur arschig! Und zwar voll!“
      „Was eine Scheiße! Du...-“
      „Was soll das überhaupt?! Wieso dieses 'auf Geheimnis' machen?!“
      „Ist doch totaler Schwachsinn! Erst erzählst...-“
      etc.
      Es wurde ihm zu bunt.
      Ganz bewusst einen (kleinen) Teil seiner Magie freisetzend, blitzte er die Mädchen mit seinen Augen scharf an.
      „Es reicht!!!“
      Die Mädchen verstummten abrupt, völlig geschockt und verängstigt.
      Er verschloss seine Magie wieder, aber blickte weiterhin mit Strenge.
      „Ich sagte 'nein'! Diese Sache betrifft auch Ferres! Also habe ich gar nicht das Recht alleine darüber zu entscheiden! Und obendrein solltet ihr alt genug sein, um zu akzeptieren, wenn euch jemand 'nein' sagt! Da braucht ihr nicht noch 10 Jahre lang auf ihn einreden!! Haben wir uns verstanden?!“
      Von seiner Sekunde auf die andere waren die Mädchen an den 'Agma-Li' in der Gasse erinnert und wie Angst einflößend er gewesen war... - wie Angst einflößend Li SEIN KONNTE!
      Verängstigt – sie wollten Li definitiv NICHT noch einmal so bösartig und gefährlich erleben – blickten sie ihn an und nickten zaghaft oder zeigten mit einem „J-ja...“, dass sie verstanden hatten.
      „...trotzdem arschig“, konnte man Tara murmeln hören, während die Schülerin missgelaunt zur Seite blickte.
      Lis Blick schoss streng zu ihr und gleichzeitig gab Dina ihrer direkten Sitznachbarin einen Stoß mit dem Ellenbogen. Daraufhin hob Tara ihren Kopf leicht an, sah Lis Blick und setzte sich abrupt gerader hin und änderte zusätzlich ihre Miene zu einem neutral-braven Ausdruck.
      Li nickte akzeptierend und lächelte dann wieder versöhnlich.
      Anschließend hatte Li das Gespräch wieder in andere Bahnen gelenkt und gemeinsam saß er noch mit den Mädchen ca. eine weitere Stunde zusammen und unterhielt sich über ganz normale, alltägliche Dinge mit ihnen. Was ihre Hobbys waren, wie die Schule bei ihnen lief und so weiter...

      Hina ließ die Erinnerung verblassen, als er Nosville erreichte und sich kurz darauf vom Teleport-Ritter nach Cylloan teleportieren ließ.


      Part 6, Teil 306: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


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