Der obligatorische "Ehe für Alle" Thread

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    • Ich weiß, dass noch mehr Leute auf meinen Post geantwortet haben als Roy, denke jedoch, dass dieser Post die Punkte der anderen Antworten abdeckt.

      Roythefirst wrote:

      Meines Erachtens gibt es zwischen Akzeptanz und Diskriminierung noch Toleranz. Während Toleranz eher ein "Erdulden" darstellt, in der Form, dass man es selbst nicht gut findet, aber trotzdem niemanden deshalb ausschließt. Vermutlich wird man sich dann dennoch von solchen Personen fernhalten, aber nichts aktiv gegen diese Person unternehmen.Akzeptanz hingegen heißt "Annehmen". Eine Einstellung als grundlegend in Ordnung ansehen, allerdings nicht unbedingt passend für mich. In dem Fall ist es kein Hinderungsgrund, mich mit der Person mehr zu beschäftigen.

      Wenn du jetzt Diskriminierung als individuelles Problem betrachtest, dann ist da sehr wohl ein Unterschied zwischen Diskriminierung und Toleranz.
      Nehmen wir mal als Fallbeispiel "Teams wählen im Sportunterricht".
      Wir betrachten zwei Schüler, A und B, wobei B homosexuell ist.
      Diskriminerung: B wird in das Team von A gewählt. A meint: "Mit der Schwuchtel will ich nicht spielen."
      Toleranz: A beschwert sich nicht, falls B in sein Team gewählt wird. Falls er aber selbst wählen kann, würde er B nicht wählen.
      Akzeptanz: A wählt B in sein Team, wenn er sportlich kompetent wirkt.

      Das Prinzip der Toleranz greift hier aber nicht. Tolerant kann ich doch nur Verhaltensweisen gegenüber sein, die für mich direkte negative Auswirkungen haben, z.B. wenn ich schlafen möchte und mein Nachbar zu laute Musik am Laufen hat. Toleranz hieße, die laute Musik trotzdem zu ertragen (daher kommt das Wort ursprünglich auch, vom lateinischen Wort "tolerare", also "aushalten", "ertragen"). Und bei deinem Sportbeispiel wirfst du doch einige Dinge durcheinander: beim Punkt Toleranz steht die Homosexualität des einen Spielers doch gar nicht zu Debatte. Spieler B wird aus Toleranz gewählt, er wird gewählt, obwohl er nicht sportlich kompetent wirkt, obwohl das vielleicht dafür sorgen könnte, dass das Team schlechter spielt oder sogar verliert. Aber die Homosexualität eines Menschen hat doch keine negativen Auswirkungen auf einen selbst, da gibt es doch nichts, was man ertragen müsste. Entweder man gesteht dem Menschen die persönliche Freiheit zu oder nicht. Natürlich wäre jetzt definitorisch noch zu klären, wann etwas negative Auswirkungen hat und wann nicht. Das würde aber den Rahmen dieser Diskussion sprengen.

      Roythefirst wrote:

      Du wirst jetzt vermutlich sagen wollen: "Wenn A nicht B in sein Team wählt, nur weil er homosexuell ist, dann ist das ja trotzdem diskriminierend."
      Allerdings würde ich auch nicht gerade die Leute in mein Team wählen, die ich nicht mag, aus welchen Gründen auch immer. Das kann ja auch einfach sein, dass mir diese Leute antipathisch sind. Aber diskriminiere ich allein dadurch schon gegen diese Leute? Vielleicht, aber meiner Meinung nach nicht.

      Natürlich ist das diskriminierend. Wenn man Diskriminierung als Benachteiligung von Menschen aus trivialen oder irrationalen Gründen definiert (und das ist denke ich die wohl am weitesten verbreitetste Definition), ist es das eindeutig. Welchen rationalen Grund gibt es denn, einen Menschen aufgrund seiner Sexualität nicht in das eigene Team zu wählen?

      Roythefirst wrote:

      Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, dass man Meinungen toleriert, aber Menschen akzeptiert. Ich bin zum Beispiel, wie du wahrscheinlich schon weißt, bekennender Christ und bin mir auch ziemlich sicher, dass Atheisten, Muslime, Juden, Buddhisten, etc. falsch liegen. Wenn Anhänger dieser Gruppen mit mir darüber reden, sage ich das auch durchaus. Trotzdem kann ich die Menschen annehmen und einige meiner besten Freunde haben ganz andere Glaubensansichten als ich.

      Überzeugt dich das?

      Homosexualität ist aber keine Meinung. Und außerdem sollte man sich beim Diskutieren über irgendetwas nicht nur "sicher sein", dass man richtig bzw. die andere Person falsch liegt, sondern man muss es auch irgendwie begründen können. Aber ich möchte hier jetzt nicht auch noch eine Diskussion über Religion/Glauben anfagen. Ich bin übrigens Agnostiker, falls es dich interessiert. ;)

      Großes Danke geht raus an Terro für das Set!
    • Gegenfrage:Welchen Grund gibt es, jemanden wegen seiner Sexualität in sein Team zu wählen?
      Lass uns doch unsere Meinung. Demnächst bin ich diskriminierend, weil ich Kurzhaarfrisuren nicht mag und deswegen Frauen mit kurzen Haaren weniger oft anschaue als mit langen Haaren ... Bitte. Lerne, etwas lockerer zu werden. Niemand will dir deinen Standpunkt wegnehmen. Wir wollen nur unsere Ansicht haben dürfen. Damit macht man sich sein Leben wirklich leichter. ^^
    • ~*Todesengel*~ wrote:

      Gegenfrage:Welchen Grund gibt es, jemanden wegen seiner Sexualität in sein Team zu wählen?
      Keinen. Und das habe ich auch nie behauptet.

      ~*Todesengel*~ wrote:

      Lass uns doch unsere Meinung.
      Ich habe niemandem die Meinung verboten, sondern diese höchstens kritisiert.

      ~*Todesengel*~ wrote:

      Demnächst bin ich diskriminierend, weil ich Kurzhaarfrisuren nicht mag und deswegen Frauen mit kurzen Haaren weniger oft anschaue als mit langen Haaren ... Bitte. Lerne, etwas lockerer zu werden. Niemand will dir deinen Standpunkt wegnehmen. Wir wollen nur unsere Ansicht haben dürfen. Damit macht man sich sein Leben wirklich leichter. ^^
      Keine Sorge, ich bin trotz des langen Unitages ganz locker. Und im Übrigen: niemand sagt, dass du persönlich Kurzhaarfrisuren mögen musst. Aber du solltest es akzeptieren, dass andere Menschen diese tragen. x)

      Großes Danke geht raus an Terro für das Set!
    • Zoroak wrote:

      Soll dein Beitrag ein Troll sein @Magnetfish? :O
      Teils teils.

      Azog wrote:

      Es ist wie gesagt dein eigenes Empfinden.. Ist eine Wespe homophob, weil sie dich gestochen hat und nicht den hetero in deiner Nähe?

      Definitiv homophobe Wespe, welche sich offensichtlich mit dem Hetero verbündet hat!
      Der Sport Vergleich hinkt mMn. Dennoch bin ich weiterhin der Meinung, ein Hetero kann mir nicht sagen was homophob ist und was nicht. Genauso wenig wie ein Mann einer Frau sagen kann, ob etwas sexistisch ist oder nicht. Oder ob eine Abtreibung angemessen ist oder nicht.


      Weltraumente wrote:

      Transgender habens übringens nochmal ein stück extremer.

      Definitiv. Deshalb finde ich den Hype um die Ehe für alle auch etwas...meh. Es ist noch viel zu tun für Transgender, Intersex, etc.

      Sysran wrote:

      Magnetfish wrote:

      Oh honey. Erstens bin ich ziemlich ziemlich homosexuell, und kann dir dahergenau sagen was Homophobie ist und was nicht.
      Dass du mit Homophobie konfrontiert wirst, wage ich niemals zu bezweifeln, keineswegs.Wenn du aber bei wirklichen Lappalien direkt in die Opferrolle schlüpfst, dann kannst du doch praktisch nicht mehr objektiv sehen, ob jemand wirklich eine Abneigung gegen Homosexuelle hat oder einfach nur keine Ahnung.

      Magnetfish wrote:

      Rassismus gegen Weiße gibt es auch nicht.
      Die Szenarien in der Hilfsorganisation, in der meine Familie tätig ist, basierten also ganz bestimmt nur auf zufälliger persönlicher Abneigung gegen das gesamt Personal, das aus Europa stammt.Die Diskriminierung, die ich wegen meiner Sprachgruppenzugehörigkeit erfahre, ist natürlich auch nur eingebildet, weil ich weiß bin, hab ich wohl vergessen. Tut mir echt leid.
      Danke, dass du mich darauf hingewiesen hast.

      Dass der Rassismus gegen Weiße kein so fundamentales Problem darstellt, kann ich unterschreiben. Wenn du aber wirklich behaupten willst, es gäbe ihn nicht, dann werte ich das als persönliche Beleidigung.

      Magnetfish wrote:

      Ich finde, es so extrem krass, wie du versuchst solch schwerwiegendeProbleme wie Homophobie, Rassismus und Sexismus zu trivialisieren.
      Nein, versuche ich ganz bestimmt nicht. Aber wie gesagt, wenn du wirklich ÜBERALL Feindseligkeiten siehst, machst du das Zusammenleben für niemanden einfacher.

      Magnetfish wrote:

      Ist meine Mutter nun dumm?
      Nein, deine Mutter ist deswegen auch nicht homophob, sie will nur deine Großeltern schützen. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie weh das tun muss, aber glaubst du sie macht das gern? Ob es nun richtig ist oder nicht, will ich garnicht in Frage stellen, aber ich kann die Situation deiner Mutter zumindest gut nachvollziehen.
      Wahrscheinlich wird niemand hier deine persönliche Situation genau nachempfinden können, aber alle anderen Meinungen und Ansichten zu diskreditieren, ist einfach nicht okay. So kommt man auf keinen grünen Zweig.

      Ich weiß leider nicht welche Hilfsorganisation gemeint ist und wie die persönliche Geschichte ist, daher ist es schwer sich da ne Meinung zu bilden.
      Diskrimierung wegern Sprachgruppenzugehörigkeit...? Das is nun nicht dein Ernst oder?
      Es ist und bleibt Fakt, du kannst nicht rassistisch gegenüber einer Gruppe sein, welche nicht eine Minderheit ist. Rassismus gegenüber Weiße ist in unserer Gegend, und sämtliche anderen von Weißen dominierten Gegend, faktisch nicht möglich. Und wieder versuchst du zu trivialisieren.

      Insofern man sich Probleme nicht eingesteht, werden sie auch nicht besser werden. Wenn du dein ganzes Leben dahinlebst,ohne das dich jmd. auf dein Fehlverhalten hinweist, wirst du dieses auch nicht ändern. Und ganz im Ernst, die Begründung mit "Die sind halt dumm" ist schlichtweg trivialisierend. Du ignorierst einfach die ganze Geschichte, die hinter Dingen wie Gleichberechtigung etc. stehen. Die Opfer die diese Rechte eingefordert haben.

      Und da beschreibst du das Kernproblem. Wieso muss man sich vor meiner Sexualität schützen? Wieso muss es so ein riesiges Tabu Thema sein? Wieso wird das persönliche Wohlempfinden meiner Großeltern, über das Recht meiner freien Entfaltung gestellt?

      Offroad wrote:

      Jeder hat einen Fetisch. Außer seinem Partner erzählt man davon niemanden. Also doch, jeder hält etwas zurück.

      Cool, meine Sexualität steht also auf einer Stufe mit einem Fetisch. Swaggy.

      Offroad wrote:

      Und soweit ich weiß, gibt es mehr Asiaten und Farbige als Weiße. Wir sind hier keine Minderheit, aber auf der Welt schon.
      Ich kann das ganze noch weiter ausführen und Berichte raussuchen wie Weiße in anderen Ländern behandelt werden, aber die Berichte sind nicht eines Forum für 12 jährige dann zulässig.

      Dennoch Mainstream Media dreht sich um Weiße. Wie viele PoC gibt es denn bitte schön in großen Serien? Viel zu oft wenige bis keine.


      ~*Todesengel*~ wrote:

      Ich verstehe nicht, dass hier jetzt so gemotzt wird. Niemand sagt, Homophobie ist nicht gegenwärtig. Niemand sagt, dass Homosexuelle übertreiben oder irgendwas sonst in die Richtung. Insgesamt ist der Tenor sogar mehr in die Richtung,dass sie eben viel Gegenwind der Gesellschaft ertragen müssen. Es tut mir leid, aber: Wenn es für dich nur Liebe oder Hass gegen Homosexuelle gibt und kein Mittelding, dann liegt das Problem nicht bei uns, sondern bei dir. Mir ist scheiß egal, was deine Mutter sagt und was nicht. Ich habe auch viel Hass bekommen in meiner Familie, sollte Dinge verheimlichen oder am Besten gehen. Dinge wie "Dann bring dich halt um,macht auch nix" kamen von meiner Mutter. Auch in Streitereien wegen eines Partners. Ich bin heterosexuell. Ist also kein Problem von euch. Aber statt sich mit einem Mittelweg abzufinden und den Leuten ihre Meinung zu lassen, Begründung oder nicht, wird sich absichtlich in eine Opferrolle gedrängt. Es hat keiner das gewünschte Mitleid mit dir. Pack dir auch Mal selbst an die Nase. Nicht immer sind nur die anderen Schuld. Bei dir sehe ich langsam genau das Problem.

      Ich finde, es macht im Jahr 2017 einfach keinen Sinn mehr mit solchen backwards Einstellungen rum zu laufen. Klar, die Gesellschaft hat immer noch große andere Probleme. Image von mentalen Krankheiten ist ein gutes Beispiel dafür. Da ist die Stigmatisierung ja genauso groß, und auch da muss noch viel für die Visiblity gemacht werden.


      saftey lights are for dudes

    • Was hat das mit backwards Einstellungen zu tun? Meiner Meinung nach ist das ganze hier nicht mehr als "mimimi und weini weini, keiner hält das Schild hoch und will mit mir zusammen auf den bösen Homophoben rumhacken, die nicht überzeugt mit Regenbögen umherlaufen". Wärst du in 2017 angekommen, dann würdest du akzeptieren, dass es Akzeptanz gibt. Selbst das ist hier schon nicht gegeben von deiner Seite, also hast du prinzipiell eigentlich gar kein Recht, es von anderen zu erwarten. Wie ich schon sagte: Das Problem ist da, das Problem ist groß, aber pack dir auch mal an die eigene Nase. Das ist nämlich auch eins dieser wunderbaren 2017-First-World-Problems. Grundsätzlich immer die anderen, dann die anderen, und wenn die anderen es waren, waren es die anderen. An mir liegt es nie.
    • ~*Todesengel*~ wrote:

      Was hat das mit backwards Einstellungen zu tun? Meiner Meinung nach ist das ganze hier nicht mehr als "mimimi und weini weini, keiner hält das Schild hoch und will mit mir zusammen auf den bösen Homophoben rumhacken, die nicht überzeugt mit Regenbögen umherlaufen". Wärst du in 2017 angekommen, dann würdest du akzeptieren, dass es Akzeptanz gibt. Selbst das ist hier schon nicht gegeben von deiner Seite, also hast du prinzipiell eigentlich gar kein Recht, es von anderen zu erwarten. Wie ich schon sagte: Das Problem ist da, das Problem ist groß, aber pack dir auch mal an die eigene Nase. Das ist nämlich auch eins dieser wunderbaren 2017-First-World-Problems. Grundsätzlich immer die anderen, dann die anderen, und wenn die anderen es waren, waren es die anderen. An mir liegt es nie.

      Lmao. Wo hack ich den auf den bösen Homophob rum. Gott verzeih, sie bekommen Gegenwind für eine unakzetable Einstellung im Jahre 2017.
      Und ich sehe hier keine Akzeptanz. Ich seh hier Toleranz. "Ja ist nicht geil, aber muss ich wohl so hin nehmen" ist definitiv keine Akzeptanz.
      Nein, ich werde diese Einstellung nicht hinnehmen. Wohingegen die Akzeptanz von Homosexuellen niemand schadet, schlägt sich eine Aversion jedoch negativ nieder. Und sei es auch nur, dass es auf die Kinder abfärbt, die ihrerseits wieder irgendwenn deswegen mobben. Auch immer schön war, wenn was schlecht war es als schwul zu bezeichen. Hat einem super geholfen mit der eigenen Sexualität klar zu kommen :)
      Ich kann auch offen zugeben, die Homo Community ist nicht perfekt. Auch hier gibt es absolut krassen Rassismus und backwards Einstellung #no fats
      ,#no fems,#no blacks,#no asians. Aber wenn man diese Probleme nicht anspricht und diskutiert wird sich daran auch nichts ändern.

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      saftey lights are for dudes

    • *einige Homosexuelle. Nicht alle.

      Dann hab ich halt eine unakzeptable Einstellung im Jahre 2017. Das kratzt mich im Endeffekt genauso wenig wie dicke, dünne, schwarze, weiße, große und kleine. Nur dumme Menschen kann ich nicht mit um. Also so WIRKLICH dumme. Noch schlimmer als diese Klischee-People der Waldorf-Schulen, die ihre Namen tanzen. Da bin ich nämlich nicht in der Lage mit umzugehen. Liegt aber an denen, wieso sind die auch so dumm, hergott nochmal!
    • _Mo_ wrote:

      Ich weiß, dass noch mehr Leute auf meinen Post geantwortet haben als Roy, denke jedoch, dass dieser Post die Punkte der anderen Antworten abdeckt.

      Roythefirst wrote:

      Meines Erachtens gibt es zwischen Akzeptanz und Diskriminierung noch Toleranz. Während Toleranz eher ein "Erdulden" darstellt, in der Form, dass man es selbst nicht gut findet, aber trotzdem niemanden deshalb ausschließt. Vermutlich wird man sich dann dennoch von solchen Personen fernhalten, aber nichts aktiv gegen diese Person unternehmen.Akzeptanz hingegen heißt "Annehmen". Eine Einstellung als grundlegend in Ordnung ansehen, allerdings nicht unbedingt passend für mich. In dem Fall ist es kein Hinderungsgrund, mich mit der Person mehr zu beschäftigen.

      Wenn du jetzt Diskriminierung als individuelles Problem betrachtest, dann ist da sehr wohl ein Unterschied zwischen Diskriminierung und Toleranz.
      Nehmen wir mal als Fallbeispiel "Teams wählen im Sportunterricht".
      Wir betrachten zwei Schüler, A und B, wobei B homosexuell ist.
      Diskriminerung: B wird in das Team von A gewählt. A meint: "Mit der Schwuchtel will ich nicht spielen."
      Toleranz: A beschwert sich nicht, falls B in sein Team gewählt wird. Falls er aber selbst wählen kann, würde er B nicht wählen.
      Akzeptanz: A wählt B in sein Team, wenn er sportlich kompetent wirkt.
      Das Prinzip der Toleranz greift hier aber nicht. Tolerant kann ich doch nur Verhaltensweisen gegenüber sein, die für mich direkte negative Auswirkungen haben, z.B. wenn ich schlafen möchte und mein Nachbar zu laute Musik am Laufen hat. Toleranz hieße, die laute Musik trotzdem zu ertragen (daher kommt das Wort ursprünglich auch, vom lateinischen Wort "tolerare", also "aushalten", "ertragen"). Und bei deinem Sportbeispiel wirfst du doch einige Dinge durcheinander: beim Punkt Toleranz steht die Homosexualität des einen Spielers doch gar nicht zu Debatte. Spieler B wird aus Toleranz gewählt, er wird gewählt, obwohl er nicht sportlich kompetent wirkt, obwohl das vielleicht dafür sorgen könnte, dass das Team schlechter spielt oder sogar verliert. Aber die Homosexualität eines Menschen hat doch keine negativen Auswirkungen auf einen selbst, da gibt es doch nichts, was man ertragen müsste. Entweder man gesteht dem Menschen die persönliche Freiheit zu oder nicht. Natürlich wäre jetzt definitorisch noch zu klären, wann etwas negative Auswirkungen hat und wann nicht. Das würde aber den Rahmen dieser Diskussion sprengen.

      Roythefirst wrote:

      Du wirst jetzt vermutlich sagen wollen: "Wenn A nicht B in sein Team wählt, nur weil er homosexuell ist, dann ist das ja trotzdem diskriminierend."
      Allerdings würde ich auch nicht gerade die Leute in mein Team wählen, die ich nicht mag, aus welchen Gründen auch immer. Das kann ja auch einfach sein, dass mir diese Leute antipathisch sind. Aber diskriminiere ich allein dadurch schon gegen diese Leute? Vielleicht, aber meiner Meinung nach nicht.
      Natürlich ist das diskriminierend. Wenn man Diskriminierung als Benachteiligung von Menschen aus trivialen oder irrationalen Gründen definiert (und das ist denke ich die wohl am weitesten verbreitetste Definition), ist es das eindeutig. Welchen rationalen Grund gibt es denn, einen Menschen aufgrund seiner Sexualität nicht in das eigene Team zu wählen?

      Roythefirst wrote:

      Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, dass man Meinungen toleriert, aber Menschen akzeptiert. Ich bin zum Beispiel, wie du wahrscheinlich schon weißt, bekennender Christ und bin mir auch ziemlich sicher, dass Atheisten, Muslime, Juden, Buddhisten, etc. falsch liegen. Wenn Anhänger dieser Gruppen mit mir darüber reden, sage ich das auch durchaus. Trotzdem kann ich die Menschen annehmen und einige meiner besten Freunde haben ganz andere Glaubensansichten als ich.

      Überzeugt dich das?
      Homosexualität ist aber keine Meinung. Und außerdem sollte man sich beim Diskutieren über irgendetwas nicht nur "sicher sein", dass man richtig bzw. die andere Person falsch liegt, sondern man muss es auch irgendwie begründen können. Aber ich möchte hier jetzt nicht auch noch eine Diskussion über Religion/Glauben anfagen. Ich bin übrigens Agnostiker, falls es dich interessiert. ;)
      Zu Punkt 1) Nun gut, zumindest von den Definitionen der Wortbedeutungen hast du mich überzeugt.
      Zu Punkt 2) Das ist dann ja ein recht weit gefasster Begriff von Diskriminierung... Ich würde sagen, da fehlt mindestens mal der Begriff "Gruppe", da sonst schon Diskriminierung vorläge, wenn ich jemanden nicht zum Geburtstag einlade, weil er mir im Kindergarten mal Bauklötze weggenommen hat... Aber das ist meines Erachtens nur Abneigung.
      Und auch sonst fände ich das noch zu schwach... Wenn ich wirklich zuerst meine Freunde in mein Sportteam wähle, ist das meiner Meinung nach kein rationaler Grund. Aber Diskriminierung ist das auch nicht...
      Zu Punkt 3) Okay, da reden wir aneinander vorbei. Du hast recht, Homosexualität ist keine Meinung. Hmm... Lass mich ein anderes Beispiel nehmen: Ich helfe manchmal bei einem Ferienprogramm mit. Dort gibt es ein Kind, was sich immer an mich klammert. Finde ich ziemlich nervig und ich hätte es lieber, wenn das Kind es nicht tun würde. Trotzdem mag ich das Kind, akzeptiere es. (Disclaimer: Ich will damit nicht sagen, dass mich Homosexuelle nerven. Ich brauchte nur eine passende Analogie zu dem, was Excuse wahrscheinlich meinte.)
      Mein Punkt ist: Es gibt eben doch etwas zwischen Diskriminierung und Akzeptanz. Nämlich: "Ich stimme mit deiner Meinung/Verhaltensweise absolut nicht überein und wünschte, du wärst da anders. Aber trotzdem akzeptiere ich dich."

      Zum Thema Begründen: Dann begründe mir mal, warum du Gleichberechtigung gut oder schlecht findest, falls eins davon der Fall ist.

      @Diskussion: Ich reagiere allergisch auf die Begründung "Wir sind im 21. Jahrhundert, da sollte man doch..."
      Kann mir jemand mal erklären, warum man die überhaupt verwendet? (Außer weil man damit sagt, dass seine eigene Meinung modern ist und, weil modern ja gut ist, folglich auch die eigene Meinung gut sein muss... Rhetorik verstehe ich schon.)
      Blank
    • Magnetfisch wrote:

      Diskrimierung wegern Sprachgruppenzugehörigkeit...? Das is nun nicht dein Ernst oder?
      Ach, fehlt dir etwa die Empathie, um dir das Vorstellen zu können? Die Ironie...


      Es ist und bleibt Fakt, du kannst nicht rassistisch gegenüber einer Gruppe sein, welche nicht eine Minderheit ist. Rassismus gegenüber Weiße ist in unserer Gegend, und sämtliche anderen von Weißen dominierten Gegend, faktisch nicht möglich.


      Genauso wenig wie ein Mann einer Frau sagen kann, ob etwas sexistisch ist oder nicht.
      Allein wegen solchen Aussagen werde ich die Diskussion nun nicht mehr fortführen. Das ist genau die Engstirnigkeit, die du anderen vorwirfst.


      Und ganz im Ernst, die Begründung mit "Die sind halt dumm" ist schlichtweg trivialisierend.
      Dumm war in diesem Fall eine Pars pro toto für engstirnig, rückständig, egozentrisch etc. War vlt nicht 100% treffend, wieso du dich an diesem Wort so aufhängst, kann ich trotzdem nicht verstehen.




      Wieso muss man sich vor meiner Sexualität schützen? Wieso muss es so ein riesiges Tabu Thema sein? Wieso wird das persönliche Wohlempfinden meiner Großeltern, über das Recht meiner freien Entfaltung gestellt?
      Weil diese Generation mit dem Umgang einfach nicht vertraut ist und denen noch ganz andere Werte, Teils mit Stock und Gürtel, beigebracht wurden.
      Diese Menschen kennen nichts anderes, ich nehme ihnen das auch kaum übel. Wenn man 80 Jahre fest von etwas überzeugt war, lässt man sich in den letzten paar Jahren nur schwer auf etwas Neues ein.
      Ich könnte meiner Großmutter niemals von meinen Beziehungen oder meinen religiösen Ansichten erzählen, weil sie es extrem schwer verkraften würde. Ihrzuliebe erspare ich ihr diese Themen, sie wird mich eh nicht verstehen.
      Für den Seelen- und Familienfrieden werden Opfer gebracht. Oft mit dem Hintergedanken "Die sind ja eh bald weg".

      Dass die Sexualität das Dilemma noch bei Weitem vergrößert, sehe ich ein. Ich will es auch nicht, wie du mir andauernd vorwirfst, trivialisieren. Aber ich versuche halt immer gerne beide Seiten zu verstehen.

      Es ist bedauerlich, dass du in diesem Fall der Leidtragende bist, aber deiner Mutter nur basierend auf dieser Situation Homophobie zu unterstellen, das halte ich doch für gewagt.
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it" - Evelyn Beatrice Hall

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    • Roythefirst wrote:

      @Diskussion: Ich reagiere allergisch auf die Begründung "Wir sind im 21. Jahrhundert, da sollte man doch..."
      Kann mir jemand mal erklären, warum man die überhaupt verwendet? (Außer weil man damit sagt, dass seine eigene Meinung modern ist und, weil modern ja gut ist, folglich auch die eigene Meinung gut sein muss... Rhetorik verstehe ich schon.)

      Weil man erwarten würde, dass die Menschheit aus der Vergangenheit gelernt hat. Anscheinend wohl doch nicht.
      Hat weniger was mit Rhetorik zu tun, als mit rühmt sich die Menschheit nicht immer mit "Wir sind so zivilisiert und haben aus der Vergangenheit so viel gelernt". Offenbar nicht.

      Sysran wrote:

      Ach, fehlt dir etwa die Empathie, um dir das Vorstellen zu können? Die Ironie...
      Ich halte es schlichtweg für ziemlich ballsy, Sprachgruppenzugehörigkeits Diskrimierung auf eine Ebene mit Diskriminierung wegen der Sexualität zu stellen. But go off sis.

      Sysran wrote:

      Allein wegen solchen Aussagen werde ich die Diskussion nun nicht mehr fortführen. Das ist genau die Engstirnigkeit, die du anderen vorwirfst.

      Lass mich raten, du denkst ein Mann sollte definitiv Mitspracherecht erhalten, wie eine Frau mit ihrem Körper umzugehen hat?

      Sysran wrote:

      Weil diese Generation mit dem Umgang einfach nicht vertraut ist und denen noch ganz andere Werte, Teils mit Stock und Gürtel, beigebracht wurden.
      Diese Menschen kennen nichts anderes, ich nehme ihnen das auch kaum übel. Wenn man 80 Jahre fest von etwas überzeugt war, lässt man sich in den letzten paar Jahren nur schwer auf etwas Neues ein.

      Entwicklung entsteht dennoch nur durch Dialog. Und Dialog ist nur möglich, wenn freie Konversation über ein Thema möglich ist. Tabuisiert man Themen jedoch, wird sich eine Meinung nicht ändern, da man nicht mit fremdem Gedankengut in Kontakt kommt.
      Sind die Werte alter Menschen fester verankert? Durch aus. Aber laut dieser Logik, könnte ich meine Wertvorstellung ab 20 auch nicht mehr ändern, da ich ja 20 Jahre fest davon überzeugt war. Das Alters Argument ist eine slippery slope.

      Sysran wrote:

      Dumm war in diesem Fall eine Pars pro tot für engstirnig, rückständig, egozentrisch etc. War vlt nicht 100% treffend, wieso du dich an diesem Wort so aufhängst, kann ich trotzdem nicht verstehen.

      Mir ist bewusst was du meinst. Dennoch, einen so komplexen Sachverhalt wie Diskriminierung lässt sich nicht in ein paar Sätzen darstellen, ohne das die Geschichte dahinter vergessen geht. Stichworte wie Stonewall, Martha P. Johns, oder die AIDS Krise kommen mir da persönlich in den Sinn.

      saftey lights are for dudes

    • 55 Minuten und ich werfe meine Vorsätze über Bord, das ist ja schlimmer als Silvester.

      Magnetfisch wrote:

      Ich halte es schlichtweg für ziemlich ballsy, Sprachgruppenzugehörigkeits Diskrimierung auf eine Ebene mit Diskriminierung wegen der Sexualität zu stellen.
      ...Bis deine Sprache verboten, dein Name geändert und deine Kultur bedroht wird, wirst du das auch nicht verstehen können.
      Das sind Beispiele aus der Vergangenheit, heute ist die Diskriminierung zum Glück weitaus weniger präsent, so banal, wie du es aber darzustellen versuchst, ist es aber leider nicht.


      Lass mich raten, du denkst ein Mann sollte definitiv Mitspracherecht erhalten, wie eine Frau mit ihrem Körper umzugehen hat?
      Nein, das Premiumbeispiel der Abtreibung habe ich deshalb auch bewusst aus dem Zitat entfernt, in diesem Aspekt stimme ich dir auch komplett zu. Dass ein Mann aber keinen Sexismus erfahren kann bzw. dass dieser kein Recht hat, einer Frau zu sagen, dass es sich um Sexismus handelt, ist aber blanker Schwachsinn.




      Entwicklung entsteht dennoch nur durch Dialog.
      Zusätzlich zum Dialog braucht es aber auch Zeit. Überrumpelst du diese Leute mit dem Thema, wirst du überall anecken und größtenteil auf erbitterte Ablehnung stoßen.
      Vor allem bei alten Menschen wird die Zeit den Dialog hinfällig machen. Warte 1-2 Generatiönchen ab, du wirst auf grundlegend anderes Publikum stoßen, das generell für alle Weltanschauungen und Orientierungen viel offener ist.
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it" - Evelyn Beatrice Hall

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