Weihnachten in Nostale

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Weihnachten in Nostale

      Mimis Weihnachten


      Mimi Mentor schlenderte abends in dicker Winterkleidung – schwarzen Winterstiefel, einer blauen Jeanshose, einem fliederfarbenem, dicken Winterpulli, darüber einen dunkellilanen Wintermantel, der ihr bis zur Mitte ihrer Oberschenkel ging, Wollhandschuhe mit Fingern und einer Wollmütze (ebenfalls beides lila), welche ihre menschlichen Ohren komplett verdeckte und gleichzeitig die Form der Katzenohren ihres Haarreifs annahm – durch die Straßen Nosvilles. Es war Dezember und alles war festlich geschmückt für die Weihnachtszeit. Lichter strahlten an Bäumen, Lichterketten hingen quer über der Straße von Haus zu Haus, hier und da lag noch Schnee vom gestrigen Schneefall und allgemein war alles in eine warme, kuschelige, weihnachtliche Winteratmosphäre getaucht.
      Fast alles.
      Mimis Stimmung war Kilometer entfernt um 'weihnachtlich' genannt zu werden. Das war so ziemlich jedes Jahr, um diese Zeit so. Oh, sie war kein Scrooge. Sie liebte Weihnachten und die Adventszeit, aber... aber ihr ging das ganze muntere Treiben auf den Geist, die Hektik noch rechtzeitig ein Geschenk zu haben, die ständigen Pärchen, denen sie auf ihrem Weg derzeit begegnete... ja ihr gingen die Tage sogar Soraya und Calvin auf den Geist. Die beiden schienen die Tage nichts anderes zu machen, als aufeinander zu hängen und allen ins Gesicht zu reiben, dass sie zusammen waren und wie seeeehr sie doch ihr erstes gemeinsames Weihnachten zusammen genießen würden – dem Fest der Liebe. Urgh, rollte Mimi mit den Augen, alleine beim Gedanken wurde ihr übel.
      Doch am allermeisten nervte sie ihre Mutter und der Fakt, dass sie versprochen hatte morgen Abend nach Hause zum Tannenwald zu reisen und Nikolaus mit ihren Eltern zu verbringen.
      Imaginär schlug Mimi ihren Kopf gegen die nächste Wand.
      Warum?!
      Warum nur hatte sie dieses ach so dämliche Versprechen gegeben?! Sie liebte ihre Eltern, sehr sogar und hatte auch ein wirklich gutes Verhältnis zu ihren Eltern, aber ihre Mutter... - Mimi ließ seufzend den Kopf hängen.
      Sie machte während dessen einen weiteren Schritt nach vorne, rutschte plötzlich mit dem Fuß weg, hatte nur noch Zeit um ein „Oh Shit, da war Eis!“ zu denken, als sie auch schon das Gleichgewicht verlor und spürte, wie sie jeden Moment unsanft auf ihrem Hintern landen würde.
      Im nächsten Moment wurde ihr Fall gestoppt durch die Hand, welche ihr Handgelenk gegriffen hatte und sie heftig nach vorne zog. Die plötzliche Richtungsänderung ließ sie erst recht das Gleichgewicht verlieren und sie fiel – wortwörtlich fiel – in die Arme von einem Mann. Sie spürte seine Brust an ihrem Ohr, seinen Oberkörper an ihrem – und oh my... sie hoffte inständig, dass das viele Weiche, was sie fühlte, WIRKLICH nur die Winterkleidung war und er WIRKLICH so gut gebaut war, wie sie unter dem Weichen fühlen konnte, denn dann.... yummi...
      Argh! Mimi! Lass das! Hör auf in Fantasien zu schwelgen! Jetzt ist nicht der Zeitpunkt dafür!
      Sie löste sich von ihm und sie WUSSTE einfach, dass sie knatschrot war. Ihr war es peinlich.. da rettete der Mann sie davor auf dem Hintern zu landen und sie hohle Nuss hatte nichts besseres zu tun, als darüber zu fantasieren, wie gut der Mann wohl nackt aussehen musste.
      Trotz der Röte in ihrem Gesicht sah sie zu ihm auf – vielleicht hätte sie ja Glück und der Mann würde die Röte für simple 'vor Kälte rot gewordene Wangen' ansehen.
      Und wow...! Zwei Sekunden, die ihr wie kleine Ewigkeiten vorkamen, starrte sie den Mann an. Er war ein Catsy, gut einen ganzen Kopf größer als sie selbst, hatte haselnussfarbene Augen, trug eine schwarze, breit geränderte Brille und seine Fellfarbe... wow... ein so wunderschönes Nachtblau hatte sie zuvor noch nie gesehen. Sein Kopffell war, wie es bei Catsys üblich war, länger, als das Körperfell und wurde von Catsys zu einer menschlichen Frisur gestylt. Er selbst hatte sein Kopffell zu einer modischen Kurzhaarfrisur gestylt, einige vorwitzige Strähnen fielen ihm seitlich als Pony in die Stirn.
      „Hey, alles ok?“, fragte er besorgt nach, „hast du dir den Knöchel verstaucht?“
      Das riss sie aus ihren Gedanken und sie schreckte merklich auf. „Ähm... äh... ah, nein. Alles gut. Danke“, lächelte sie ihn warm an, „dass du mich vor dem Sturz bewahrt hast.“
      Er lächelte freundlich, als er die Ehrlichkeit in ihren Worten hörte. „Kein Thema.“
      Der nächste Gedanke, der ihr durch den Kopf schoss war: „Hoffentlich sieht er nicht meine Ohren.“
      Mimi war eine Halb-Catsy. Ihre Mutter war eine Catsy mit hellbraunem Fell und blauen Augen und ihr Vater ein Mensch mit dunkelbraunem Haar und grauen Augen. Dass sich ein Mensch mit einem Catsy einließ – oder umgekehrt ein Catsy mit einem Menschen – war bereits recht ungewöhnlich. Es kam vor, aber sehr selten. Doch was Mimis Situation noch einmal mehr besonders machte war, dass sie... nicht so zur Welt gekommen war, wie andere Halb-Catsys.
      Normalerweise kamen Halb-Catsys mit Katzenohren und einem Katzenschwanz zur Welt. Sie hingegen... sie war mit menschlichen Ohren und einem Katzenschwanz zur Welt gekommen.
      Sie hatte sich schon lange damit abgefunden „anders“ zu sein, doch um den eigenartigen Blicken und der Ausgrenzung aus dem Weg zu gehen, hatte sie sich von Malcom Mix schon vor Jahren einen speziellen Haarreif anfertigen lassen. Ein Haarreif mit Katzenohren, welcher ihre Gehirnströme registrierte und der die Ohren sich automatisch zu ihrem emotionalen Gemütszustand bewegten ließ. So wirkten die Ohren, als wären sie tatsächlich echt und Teil von ihr – so fern sie den Haarreif gut genug in ihrem Haar versteckte und ihre menschlichen Ohren ebenfalls mit ihrem Haar verbarg.
      Diese kleine Schönheitsprothese erleichterte ihr vieles. Auf einmal wurde sie akzeptiert und nicht schief angeguckt. Die Leute ERWARTETEN, dass sie als Halb-Catsy Katzenohren und einen Schwanz hatte – und nicht einfach nur einen Schwanz.
      Nun vor diesem gut aussehenden Typen zu stehen... wow...
      Sekunden lang sahen sie sich an und die Zeit schien für Mimi still zu stehen, dann hob er seine Hand in der einige Tragetüten waren und lächelte. „Ah... ich muss aber jetzt weiter. Noch die restlichen Geschenke besorgen.“
      Mimi wurde abermals aus ihren Gedanken gerissen und schreckte wieder sichtbar auf. „Ah... ja... klar“, machte sie einen Schritt zur Seite, um ihm den Weg frei zu machen (auch wenn die Shopzone groß genug war, dass er bequem an ihr hätte vorbei gehen können).
      „Danke nochmal und schon mal frohen Nikolaus“, sagte sie ihm, während er an ihr vorbei ging.
      Er drehte beim Gehen seinen Kopf zu ihr zurück und winkte. „Dir auch.“
      Mimi sah ihm nach, stellte fest, dass er keinen buschigen Schweif, wie sie hatte, sondern einen langen, dünnen Schweif und seufzte dann deprimiert. Ihre gefakten Katzenohren klappten sich passend dazu nach unten.
      Das war nur wieder ein echt toller Kerl gewesen, der unerreichbar für sie war... und der sie daran erinnerte, dass nun zur Weihnachtszeit zig Pärchen um sie herum schwirrten und sie selbst solo war UND sie morgen den Nikolausbesuch bei ihren Eltern hatte und ihre Mutter sie nur wieder löchern würde, ob sie denn mittlerweile fest vergeben war und warum sie ihren Freund nicht mitgebracht habe.
      Urgh..., zum zweiten Mal haute Mimi ihren Kopf mental gegen eine Wand, ...warum? Warum nur hatte sie dieses dämliche Versprechen gegeben, dass sie zu Nikolaus zu ihren Eltern zu Besuch käme?

      Teil 1: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar

      The post was edited 1 time, last by Hina_Sakamoto ().

    • Peinlich nicht, nur... - lest selbst. ^^


      Mimi saß zwei Tage nach Nikolaus am späten Nachmittag in einem Café und trank eine heiße Schokolade. Diese hätte sie auch getrost zu Hause trinken können, doch ihre Wohnung kam ihr nach dem Besuch bei ihren Eltern so leer und still vor... selbst wenn sie Musik anschaltete, verfiel sie ständig nur ins Grübeln über den Nikolausabend. Sie hatte gehofft der Ortswechsel würde ihr Grübeln einstellen. Es hatte nicht funktioniert.
      Sie starrte nun in ihre Tasse und dachte immer noch zurück an den Abend.
      Zu Anfang war es sehr schön gewesen, man hatte zusammen gesessen und sich unterhalten, davon erzählt was es denn so Neues gab... - das Übliche halt. Bis ihre Mutter zu der alles entscheidenden Frage vorrückte, welche sie selbst stets zur Weißglut trieb.
      „Ach Mimi Schatz?“, hatte ihre Mutter es in diesem Tonfall gesagt. Diesem Tonfall, wo Mimi schon vorher wusste, dass die Frage käme.
      „Hm?“, hatte sie geantwortet und sich etwas zu Essen mit dem Messer auf die Gabel geschoben, „wenn du wissen willst, ob ich einen festen Freund habe: Nein. Habe ich nicht. Und ja. Ich bin damit sehr zufrieden.“
      Das hatte ihrer Mutter den Wind aus den Segeln genommen. Doch so schnell gab ihre Mutter nicht klein bei. Es wäre ja auch anders zu schön gewesen.
      „Aber Mimi“, fing sie wieder das leidige Thema an, „du bist schon 29 Jahre! Willst du denn nicht auch endlich mal einen Partner für's Leben finden? Willst du etwa für den Rest deines Lebens als Single verbringen? Das ist kein schönes Leben, glaub mir. Wenn ich deinen Vater nicht hätte...“
      Mimi rollte mit den Augen, antwortete aber nicht. Ihre Mutter kannte ihre Argumente zur genüge – genauso, wie sie die ihrer Mutter nun schon x-fach gehört hatte. Und TROTZDEM fing ihre Mutter immer und immer wieder mit dem Thema an, wenn sie sich sprachen, egal ob in Person, wie jetzt, oder per PN.
      „Du solltest dich wirklich mal umschauen, Schatz“, sprach ihre Mutter weiter, „es gibt doch so viele nette, junge Männer. Da ist doch bestimmt was dabei für dich. Und es muss auch kein kampferprobter Abenteurer sein... - wobei das zugegeben in der heutigen Zeit mit den zig Monstern nicht verkehrt wäre - ...meinetwegen auch ein einfacher Bäcker... oder.. oder sogar ein Schuhmacher... oder Schmied...“
      Mimi sah von ihrem Teller auf, starrte ihre Mutter platt an. „Mama... du willst doch nicht etwa WIRKLICH andeuten, ich solle was mit Teodor oder Teoman anfangen.“
      „Aber warum denn nicht? Die beiden sind doch wirklich nette, junge Männer und sie verdienen gut. Sie können dir ein stabiles Leben bieten.“
      Sie rollte mit den Augen. „Weil der eine ein totaler Geizhals und Halsabschneider ist und der andere mehr an seine Waffen und seiner Schmiedekunst interessiert ist, als an Frauen - ODER Männer. Manchmal glaub ich sogar er ist asexuell. Und obendrein verdiene ich mit meinem kleinen Laden für Minilandeinrichtungen ganz gut. Ich mag damit zwar nicht reich werden, aber ich komm gut über die Runden, ohne am Hungertuch nagen zu müssen. Da brauch ich keinen Mann, der mich aushält.“
      Ihre Mutter blinzelte sie verdutzt an und ihre Ohren zuckten in Verwunderung. Sie stieß die Luft durch die Nase aus, „na dann halt nicht die beiden. Aber... ich will doch nur sagen, dass es doch irgendwen für dich geben muss. Wie ich schon sagte... er MUSS nicht reich sein, wenn sowas nichts für dich ist. Meinetwegen...“, ihre Mutter rang nach Worten, „meinetwegen sogar eine Aushilfe, eine Bürokraft.. irgendjemanden.. - so lange du uns nicht mit einem Bettler oder ähnlichem ankommst, den DU dann aushalten musst, soll mir das vollkommen egal sein.“
      Wieder rollte Mimi mit den Augen. Hörte ihre Mutter überhaupt zu? Bei ihrer Mutter schien nur der finanzielle Aspekt anzukommen, aber dass es ihr selbst auch um ANDERES ging? Darüber ging ihre Mutter geflissentlich hinweg.
      Die Unterhaltung war so weiter gegangen bis sie selbst, Mimi, immer gereizter und gereizter wurde und schließlich entschieden sagte, dass sie darüber nicht mehr reden wolle. Ihre Mutter tat eingeschnappt – was sie denn falsches gesagt hätte, dass Mimi nun so aggressiv sei und Mimi sie einfach ankeife und so weiter.
      Damit war der Abend gelaufen gewesen.

      Teil 2: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar

      The post was edited 2 times, last by Hina_Sakamoto ().

    • =) Frohen Nikolaus euch allen.


      Mimi seufzte, sie wusste ja, dass ihre Mutter es nur gut meinte, aber... ihr gingen doch bereits so schon wegen Weihnachten die ganzen Pärchen auf den Geist, DANN auch noch Soraya und Calvin... sie gönnte ihnen das Glück, keine Frage, aber die beiden könnten ihr ich-schwebe-auf-Wolke-7-Getue auch mal etwas runterschrauben, wenn sie in der Gegenwart von Singles waren... und DANN kam auch noch ihre Mutter WIEDER mit dem gleichen Thema an. Mit dem Thema, was sie nun schon zig Mal durchgekaut hatten.
      Sie trank einen Schluck ihrer heißen Schokolade. Ihre Mutter hatte ja nicht ganz unrecht mit dem was sie sagte. Sie selbst wollte auch nicht für den Rest ihres Lebens alleine sein. Nur... zu Anfang, wenn sie einen Kerl kennen lernte, dann fand er sie immer total toll und „niedlich und süß“ - etwas, was sie charakterlich schon einmal gar nicht war. Sie war zwar freundlich, meistens stets gut gelaunt und sehr hilfsbereit – aber „niedlich und süß“? Nein, das war sie definitiv nicht. Doch die Männer kamen auf diesen Gedanken simpel NUR dadurch, weil sie eine Halb-Catsy war mit Katzenohren und einem Katzenschwanz. Oder wie es unter den Menschen hieß: Sie war ein Catgirl.
      Darauf – warum auch immer – fuhren die Männer ab. Sie fanden es supertoll ein Mädchen zu haben, das ein „niedliches und süßes Catgirl“ war.
      Anschließend gab es dann zwei Varianten, wie das Ganze stets geendet hatte.
      Entweder A)
      Der Mann konnte einfach nicht akzeptieren, dass sie eben KEIN „niedliches und süßes Catgirl“ war – oder um es mal in Mimis Worte zu fassen - , dass sie kein „niedlich aussehendes und naives Mädchen“ war, sondern eine erwachsene FRAU, die ihre eigenen Ansichten hatte, ihre eigene Meinung und die durch aus in der Lage war diese Ansichten auch zu begründen und zu vertreten. Eine Frau, die NICHT ständig Hilfe benötigte, weil sie zu den meisten Dingen – zum Beispiel eine Schüssel aus einem ihrer Hängeschränke in ihrer Küche zu nehmen – alleine sehr gut in der Lage war diese zu erledigen.
      Der Mann wollte ständig die Sachen für sie erledigen und „ihr helfen“ - oder anders formuliert: Sein Beschützerinstinkt lief auf Hochtouren. Und damit meinte Mimi auch „ständig“. Ab und an – natürlich hätte sie das als sehr charmant aufgefasst. Als simple Geste, dass er ihr zeigen wollte, dass er sie mochte und ihr deswegen bei etwas half. Doch das war dann keine simple Geste mehr. Der Mann kam JEDEN Tag mit irgendetwas an, was er für sie doch „mal eben“ machen könne und wo er ihr „helfen könne“. Selbst simpelste Dinge, wie nur eine Schale aus einem Regal zu nehmen, wo sie nur simpel ihren Arm ausstrecken musste, um dran zu kommen, wurden ihr aus der Hand genommen.
      Wenn sie dann dagegen Einspruch erhob, weil das a) sie in ihrer Selbstständigkeit einschränkte und b) sie simpel nervte, dass er scheinbar nicht dachte, sie wäre zu diesen Dingen selbst in der Lage und er dachte, dass sie seine Hilfe BRÄUCHTE, dass es NOTWENDIG wäre, dass sie seine Hilfe erhielte...
      Wenn sie gegen dieses Verhalten von ihm Einspruch erhob...
      ...dann fing er an ihr vorzuhalten, dass „sie sich doch nicht so verstellen brauche“ und „sie müsse doch nicht in seiner Gegenwart so tun, als sei sie ein Mann“.
      Dieses Argument von ihm ließ sie stets Rot sehen, weil sie diese Worte bzw. diese Unterstellung, dass „sie sich wie ein Mann verhielte“ nur ZU oft von gerade Männern bekommen hatte.
      Das Schlimme war, sie dachten TATSÄCHLICH ernsthaft, dass sie schauspielere und „so tun würde“, als wäre sie „ein Mann“. Was absoluter Blödsinn war! Absoluter Schwachsinn!
      Nur, weil IHRE komische Vorstellung, die sie von ihr hatten, als ein „niedliches, naives, hilfsbedürftiges und schutzbedürftiges Mädchen“ zerplatzte... und sie das einfach nicht akzeptieren konnten (weder akzeptieren konnten, dass sie falsch lagen, noch akzeptieren konnten, dass sie eine selbstständige, erwachsene Frau war), unterstellten sie IHR, dass sie sich verstelle?! Dass sie schauspielerte?! Und nicht nur das, sondern auch noch, dass sie so tun würde, als WÄRE SIE EIN MANN?!?!
      Mimi spürte schmerzhaft die Hitze der Schokoladentasse und stellte fest, dass sie die Tasse in ihrer Wut zu fest mit beiden Händen umklammert hatte. Sie lockerte ihren Griff und atmete tief durch, um sich zu beruhigen.
      Es käme dann immer wieder zu streiten zwischen ihnen, weil ihr es auf den Geist ging, wie sehr er sie in ihrer Selbstständigkeit einschränkte, sie dann was dagegen sagte und er ihr dann vorhielt, dass sie schauspielere und sich verstellen würde.
      Und das alles simpel NUR, weil er nicht akzeptieren konnte, dass sie eine erwachsene Frau war und kein „niedliches und süßes Catgirl“.
      Die andere Alternative, wie es stets ablief – die Alternative B – war,
      dass er mit ihrem Charakter zwar klar kam und er sich von ihrem Äußeren bzgl. ihres Charakters NICHT täuschen ließ, sondern sie so sah, wie sie auch wirklich war. Jedoch... wenn sie ihm dann sagte, dass ihre Katzenohren fake waren (und das sagte sie bereits zu Beginn der Beziehung, weil sie keine Beziehung auf Lügen aufbauen wollte) und sie in Wahrheit menschliche Ohren und einen Katzenschwanz besaß... dann war er im Regelfall so abgeturnt, dass er sie fallen ließ, wie eine heiße Kartoffel.
      Die Beziehung war dann nicht einmal richtig angefangen und schon beendete er sie und das NUR, weil sie keine Katzenohren hatte.
      Sie seufzte, trank dann noch einen Schluck. Und da sagte ihre Mutter, sie solle sich doch einen Partner fürs Leben suchen... wenn das nur so einfach wäre... bisher hatte sie nur Pech mit Männern gehabt.

      Teil 3: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar

      The post was edited 6 times, last by Hina_Sakamoto ().

    • „Einen Espresso bitte“, hörte sie eine angenehme Stimme die Bestellung an der Theke aufgeben.
      Sie drehte ihren Kopf, simpel, weil die Stimme wirklich so angenehm geklungen hatte, dass sie wissen wollte, wie der Mann wohl aussah, dem diese Stimme gehörte.
      Sie stieß beinahe vor Schreck ihre Schokoladentasse um. Das durfte doch nicht wahr sein! Es war der Typ in den sie letztens erst rein gerannt war! Oder vielmehr, der sie davor bewahrt hatte auf ihrem Hintern zu landen. Der Mann ließ seinen Blick schweifen, während er auf seinen Espresso wartete und bemerkte sie, er winkte lächelnd und nickte grüßend zu ihr rüber.
      Shit! Er hatte sie bemerkt! So konnte sie jetzt schlecht so tun, als wäre sie Luft. Sie nickte lächelnd zurück, hob eine Hand in einem angedeuteten Winken. Dann drehte sie sich wieder um und starrte auf ihre Schokolade.
      Natürlich fand sie ihn immer noch attraktiv, jetzt sogar noch mehr, wo sie bemerkt hatte, wie angenehm seine Stimme war. Aber... aber a) war sie gerade nicht wirklich in der Laune oder Stimmung, um einen Kerl aufzureißen... dafür war sie immer noch etwas zu wütend und gereizt dank ihrer Erinnerungen an ihre vergangenen Männerbekanntschaften und b) hatte sie auch zugegeben so langsam die Hoffnung aufgegeben. Er schien zum Glück nicht die Sorte Mann zu sein, die sie als naives, schutzbedürftiges Ding ansah... - vermutlich, weil er selbst ein Catsy war und daher sich von ihrem Äußeren nicht täuschen ließ - , doch... würde er sehr wahrscheinlich nur genauso, wie Sorte B reagieren, wenn er erfuhr, dass ihre Ohren fake waren.
      Also wozu es dann überhaupt noch versuchen?
      Obendrein sah er SO gut aus... er musste unter den anderen Catsys, Frauen Schlange stehen haben. Wahrscheinlich war er deswegen hier in Nosville in einer Menschensiedlung, weil er eine Pause von seinen Verehrerinnen haben musste.
      „Hey, darf ich mich zu dir setzen?“, hörte sie über sich seine Stimme.
      Sie sah auf, warum nur musste er sich ausgerechnet zu IHR setzen?! Sie sah sich kurz im Café um und musste feststellen, dass in der Tat kein anderer Platz frei war. Oh... deswegen hatte er gefragt, ob er sich zu ihr setzen dürfe.
      „Ja, klar“, lächelte sie ihm zu und er setzte sich ihr gegenüber.
      „Was für ein Zufall, dass man sich hier wieder sieht“, fing er ein Gespräch an.
      Abermals lächelte sie höflich, nahm einen Schluck ihres Kakaos, „oh ja, welch ein Zufall.“
      „Welch ein Pech wohl eher“, dachte sie, „dass er mich ausgerechnet dann erwischen muss, wenn ich so mies gelaunt bin.“
      Doch je länger er sich mit ihr unterhielt, desto besser wurde ihre Laune und bald darauf lachte sie mit ihm ausgelassen fröhlich und sie stellte fest, dass sie die Zeit mit ihm wirklich genoss. Das erste Mal in bestimmt zwei oder drei Jahren war sie zur Weihnachtszeit wirklich ausgelassen fröhlich und weihnachtlich gestimmt.
      Sie erfuhr, dass er Vino Vinza hieß, 27 Jahre alt war, gerade sein Studium im Fach „Weinbau“ mit dem Master-Abschluss beendet hatte und nun seinen Eltern mit ihrer Weinbauplantage in den Sonnigen Wiesen helfen wollte. Irgendwann würde er den Betrieb dann wohl vollständig übernehmen.
      Sie erzählte ihrerseits von ihrem kleinen Geschäft und er war äußerst interessiert, fragte nach, ob sie vorher schon etwas in Richtung Inneneinrichtung gemacht hätte – Innendesignerin oder ähnliches – und wie sie auf die Idee kam sich selbstständig zu machen und dass er diesen Schritt und ihren Mut bewundere.
      Sie musste zugeben... so gut hatte sie sich schon lange nicht mehr mit einem Mann unterhalten. Es machte einfach SPASS mit ihm. Es machte Spaß Zeit mit ihm zu verbringen, simpel in diesem dummen Café zu sitzen, eine heiße Schokolade nach der anderen zu trinken (und in seinem Fall war er vom Espresso schließlich zu Milchkaffee gewechselt) und sich einfach nur Stunden lang zu unterhalten.
      „Und?“, lächelte sie ihn an, „hast du eigentlich dann noch alle Geschenke gekriegt oder brauchst du noch was?“
      „Ah, nein. Ich hab zum Glück alles. Diesen Weihnachtstrubel... brrr.... diese Hektik immer, um noch rechtzeitig Geschenke zu besorgen...“, schüttelte er sich gespielt erschauernd, „am liebsten besorg ich bereits alles schon im November. Dann hab ich's weg und muss mich nicht durch zig Leute in Geschäften durch quetschen, die nun alle noch im Dezember ihre Geschenke besorgen müssen.“
      Sie lachte. „Geht mir genauso.“
      „Heißt du hast deinerseits auch schon alle Geschenke?“
      Sie nickte. „Hmmh.“
      „Auch für deinen Freund?“, lächelte er mit einem interessierten Glitzern in den Augen.
      Sie musste schmunzeln bei seiner nicht ganz subtilen Art zu fragen, ob sie Single war, antwortete aber trotzdem wahrheitsgemäß. „Nein, ich hab keinen Freund. Ich bin Single. Und du?“
      Oh my god!! Warum hatte sie das gefragt?! Sie war doch eigentlich gar nicht ernsthaft an ihm interessiert!! ...oder doch?


      Teil 4: Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • „Dito“, antwortete er mit einem Schultern zucken, „meine letzte Beziehung ist schon eine Weile her. Seit dem hab ich allerdings niemanden gefunden, der mich wirklich faszinieren konnte.“
      Bei diesen Worten sah er sie so durchdringend an, dass die Doppeldeutigkeit, dass er SIE meinte, mehr als klar wurde.
      Sie wich verlegen seinem Blick aus, sah zur Seite, ließ dann ihre Augen zurück zum Tisch, zu ihren Hände wandern, blickte schließlich auf und in sein Gesicht. Sie lächelte.
      „Oh? Darf ich mir dann darauf was einbilden?“
      Was zum Himmel machte sie da nur gerade?! Flirtete sie da gerade etwa mit ihm?! Mit Mr. Gut-aussehend-und-ich-lass-dich-sofort-fallen-wenn-ich-weiß-dass-deine-Ohren-fake-sind?!
      Sie war ein Idiot. Ein Vollidiot. Ein absoluter Vollidiot. Ein riesiger, absoluter Vollidiot.
      ...und trotzdem stellte sie fest, dass es ihr nicht wirklich etwas ausmachte mit ihm zu flirten, im Gegenteil gefiel es ihr.
      „Kann sein“, lächelte er spitzbübisch, hob dann seine Tasse an zum trinken.
      Bei dieser Gelegenheit fiel ihr Blick auf seine Armbanduhr, die er am Handgelenk trug, sie schielte zur Uhr an der Wand seitlich zu ihrem Sitzplatz. Es war 21.30 Uhr, seit fast 5 Stunden saß sie hier im Café und unterhielt sich mit ihm???
      Ohhh nein. Nein, definitiv, es war Zeit die Sache zu beenden und einen Schlussstrich zu ziehen. Er würde ohnehin mit ihr nichts mehr zu tun haben wollen, wenn er erfuhr, dass ihre Ohren fake waren.
      Er folgte ihrem Blick. „Oh, schon so spät?“
      „Ja, das hab ich auch gerade gedacht. Ich denke, ich sollte jetzt mal langsam...“
      Er nickte zustimmend und erhob sich, nahm seine Jacke vom Stuhl und fing an sie anzuziehen. Sie tat es ihm gleich und gemeinsam gingen sie zur Tür des Cafés.
      Vor der Tür drehte sie sich zu ihm um, um sich zu verabschieden und ihm keine falschen Hoffnungen zu machen.
      „Hast du irgendwann noch mal Zeit, dass wir uns wieder sehen?“, kam er ihr zuvor.
      Sie lächelte. „Vino, das... ich halte das für keine so gute Idee. Du... weißt nicht alles über mich und wenn du meine negativen Seiten kennen lernst, dann...“
      Wieder lächelte sie, diesmal bittersüß.
      „Negativen Seiten?“, lächelte er sie warm an, „du meinst, wie zum Beispiel, dass du einen Katzenohrhaarreif trägst, um darüber hinweg zu täuschen, dass du keine besitzt?“
      Mimis Augen weiteten sich in reinem Schock. Woher...?
      „Du bist wunderschön“, strich er ihr Haar zur Seite, dass ihr menschliches Ohr freigelegt wurde, blickte auf ihr menschliches Ohr, lies seine Finger für wenige weitere Sekunden an ihrem Ohr ruhen und den Rundbogen ihres Ohres liebkosen.
      Dann nahm er seine Hand wieder weg und sah sie an, sah ihren geschockten Gesichtsausdruck. Er lächelte nun seinerseits bittersüß, „scheinbar wurde dir das zu selten gesagt, wenn es dich so sehr schockt, dass ich dich trotz deiner menschlichen Ohren für schön ansehe.“
      Endlich fasste sie sich einigermaßen, „da-danke. Das hat mir in der Tat noch niemand gesagt... zumindest niemand, der nicht auf 'süße und niedliche Catgirls' stand.“
      Er warf bei ihren Worten seinen Kopf in den Nacken und lachte.
      „Süße und niedliche Catgirls?“, fragte er belustigt, „sowas gibt’s wirklich? Dass Männer meinen eine Halb-Catsy wäre ein naives, niedliches, kleines Mädchen?“
      Sie rollte mit den Augen. „Du hast ja keine Ahnung... das ist mir MEHR als einmal passiert, dass mir jemand damit kam. Und wenn sie dann feststellten, dass ich nicht ihrem komischen Bild in ihrem Kopf entsprach, dann unterstellten sie mir, dass ich 'schauspielern' würde und 'so tun würde, als wäre ich ein Mann'.“
      Seine Augen weiteten sich überrascht, dann verfiel er wieder in Gelächter. „Ernsthaft?! DU? Dich, wie ein MANN verhalten?!?!“, prustete er noch immer, „du bist alles... aber gewiss nicht, wie ein Mann“, beruhigte er sich schließlich, schüttelte – immer noch amüsiert – den Kopf.
      Er lächelte sie erneut warm an. „Du bist wunderschön, selbstbewusst, selbstständig und stark – die perfekte Frau, wie ich sie mir vorstelle. Eine Frau, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt, selbst wenn es mal taff wird.“
      Mimi konnte SPÜREN, wie sie rot wurde vor lauter Verlegenheit SO viele Komplimente auf einmal zu erhalten. „Das... ich... danke. Ich... ich weiß gar nicht was ich sagen soll... du... du bringst mich völlig in Verlegenheit.“
      Er lächelte, seine Augen glitzerten. „Sag 'ja'. Sag 'ja, wir können uns wieder sehen'.“
      Ihre Röte nahm abrupt ab, abermals starrte sie ihn an, immer noch etwas zögernd.
      „Bitte Mimi...“, bat er.
      Es war eine simple Bitte mit einem warmen, bittenden Tonfall gesprochen, dabei aber nicht übertrieben. Er klappte nicht seine Ohren in einer Form von Betteln nach unten, sondern ließ sie aufrecht – blieb weiterhin selbstbewusst – aber TROTZDEM bat er sie darum. Er überließ IHR die Entscheidung, zeigte jedoch gleichzeitig, dass er wusste, was er wollte – sie wieder sehen.
      Und es war diese Mischung aus selbstbewusstem Auftreten und gleichzeitig ihr das Feld überlassen, was den entscheidenden Ausschlag gab.
      „Ok!“, lächelte sie, „wir können uns wieder sehen. Wann hast du Zeit?“

      Als Mimi schließlich eine halbe Stunde später in ihrem Wohnzimmer auf ihrer Couch lag und an Vino dachte, konnte sie nicht anders, als glücklich zu lächeln. Mit Vino... vielleicht war die Weihnachtszeit dieses Jahr ja doch nicht so schlecht... und vielleicht könnte sie ihrer Mutter am 1. oder 2. Weihnachtstag einen festen Freund vorstellen.
      Ihre Mutter würde Augen machen!
      Beim Gedanken an das Gesicht ihrer Mutter konnte sie schon jetzt die Vorfreude spüren.
      Sie kicherte.


      Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • Soraya und Calvins Weihnachten


      „Und? Wie seh ich aus?“, trat Soraya aus der Umkleide ihrer Modeboutique, breitete ihre Arme präsentierend aus und drehte sich einmal schnell im Kreis, stand dann wieder strahlend mit dem Gesicht zu Calvin gewandt.
      Calvin, in einem einfachen dunkelblauen Anzug mit Krawatte gekleidet, dazu passende, schwarze Schuhe aus Echtleder, blickte sie voller Wärme, Staunen und Liebe an. „Umwerfend. Du siehst einfach umwerfend in dem Kleid aus.“
      Soraya trug ein schulterfreies, figurbetontes, hellblaues Kleid, was ihr bis zu den Knöcheln ging. Das Kleid hatte an der Seite einen langen Schlitz, der ihr bis zur Hälfte ihres Oberschenkels ging. Der Rücken des Kleides war mit durchsichtigen, ebenfalls hellblauen Stoff, genäht und hier und da wurde das Kleid durch kleine Glitzersteine aufgewertet. Es sah anderweitig sehr schlicht, aber bezaubernd aus.
      Dazu trug sie Pumps in passender Farbe, goldene Kreolen, eine goldene Halskette und am linken Handgelenk unzählige, dünne, goldene Armreife.
      Ihre Haare hatte sie sonst stets in einer Hochsteckfrisur, diesmal jedoch trug sie ihre Haare offen und ließ sie ihre Schultern herab fallen.
      Sie sah umwerfend aus, einfach nur umwerfend.
      Sie lachte fröhlich, „danke, du siehst aber auch wirklich schick aus“, kam dann auf ihn zu und küsste ihn, hakte sich anschließend bei ihm unter. „Dann können wir wohl, oder?“
      Calvin nickte. „Darauf habe ich gewartet.“
      Gemeinsam verließen sie Sorayas Boutique. Soraya schloss diese ab und dann setzten sie sich auf den fliegenden Teppich, um zu der Weihnachtsfeier von Felix Frost zu fliegen, zu der sie eingeladen waren.
      Bei Felix Frost zu Hause in Akt4 angekommen, wurden sie herzlich vom Gastgeber begrüßt und mussten feststellen, dass die Weihnachtsfeier schon voll im Gange war. Sie mischten sich lachend und gut gelaunt unter die Leute, unterhielten sich mit ihnen und schließlich forderte Calvin Soraya zum Tanzen auf.
      Beide verloren sich in den Augen des jeweils anderen, während sie über die aus magischem Eis hergestellte Tanzfläche schwebten. Sie hatten nur noch Augen für einander und vergaßen die Welt um sich herum.

      Mitten in der Nacht gegen 1.00 Uhr waren sie schließlich bei sich in ihrer gemeinsamen Wohnung zu Hause. Soraya hatte sich bereits abgeschminkt und sie standen sich nun in ihrer Kleidung, die sie auf der Weihnachtsfeier getragen hatten, einander gegenüber.
      Calvins Hand legte sich auf ihre Wange, die andere Hand legte sich an ihre Taille. Ihre Arme legten sich um seinen Nacken und sie zog ihn ran zu einem Kuss.
      „Das war ein wirklich schöner Abend“, flüsterte er, nachdem sich ihre Lippen lösten, „so möchte ich auch meine restliche Weihnachtszeit verbringen – gemeinsam mit dir.“
      Sie machte einen zustimmenden Laut und zog ihn wieder in einen Kuss, fuhr ihm mit der Hand durch die Haare.
      Die Hand, welche auf ihrer Wange gelegen hatte, ging zu seiner Krawatte, die er löste und achtlos zu Boden fallen ließ. Derweil fingen ihre Hände an sein Hemd aufzuknöpfen. Seine Hände gingen zu dem Reißverschluss ihres Kleides und öffneten dieses.
      Kurz darauf verschwanden die beiden in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer, wo nur die restliche Nacht Zeuge von dem war, was sich dort drinnen abspielte.

      Am nächsten Morgen hatte Calvin sie bereits früh aus dem Bett geworfen – sein Beruf als Trainer brachte es mit sich, dass er es gewohnt war früh aufzustehen. Nach einem gemütlichen Frühstück im Bett hatten sie sich angezogen und waren nun draußen im Schnee und genossen die Winterlandschaft.
      Sie hatten einen Schneemann gebaut und waren nun mitten in einer Schneeballschlacht verwickelt, wobei diese Schlacht mehr zu einem Fangen-Spiel geworden war, als eine wirkliche Schneeballschlacht. Nichts desto trotz lachten sie viel und hatten eine unglaublich tolle Zeit.
      „Nicht!“, rief Soraya aus, hob schützend den Arm und bekam trotzdem den Schneeball direkt ins Gesicht ab, „das ist unfair Calvin. Du bist darauf trainiert zielgenau und schnell zu sein.“
      Calvin lachte. „Alles eine Sache des Trainings Soraya!“
      „Ohhh...! Na warte!“, sie griff sich vom Boden einen Haufen Schnee, formte ihn zu einer extra großen Kugel zusammen und rannte hinter Calvin her, welcher lachend vor ihr floh.
      Schließlich rutschte er auf einer Unebenheit im Schnee aus, sie nutzte die Gelegenheit, um seinen Arm zu fassen und mit der anderen Hand ihm den Schneeball direkt ins Gesicht zu reiben – parallel jedoch verlor Calvin das restliche Gleichgewicht und riss Soraya mit sich. Lachend lagen sie im weichen Schnee und kriegten sich nicht mehr ein.
      Irgendwann beruhigte sich ihr Lachen und sie sahen sich abermals verliebt an, nur um sich anschließend zu küssen.
      Dann stand Soraya auf, reichte ihm die Hand, welche er nahm und stand mit ihrer Hilfe ebenfalls auf.
      „Ich mach uns zwei heiße Kakaos. Was hältst du davon?“, lächelte Soraya gut gelaunt.
      Calvin lächelte zurück. „Gerne“, und klopfte ihr den Schnee von der Schulter.
      Soraya verschwand ins Haus, während Calvin nun sich selbst inspizierte und sich Schnee von Schultern, Rücken und Beinen klopfte. Kurz darauf kam Soraya mit zwei Tassen dampfendem Kakao wieder, reichte ihm eine.
      Er nahm sie mit beiden Händen, pustete mehrfach und setzte die Tasse vorsichtig zum Trinken an, schielte dabei zu Soraya hin, welche ihrerseits ihre Tasse mit beiden Händen hielt, aber noch keinerlei Anstalten machte, um aus ihr zu trinken.
      Soraya strahlte ihn an, innerlich fühlte sie wohlige Wärme, zusammen mit einem so unbeschreiblichen Glücksgefühl, wie man es nur empfindet, wenn man verliebt ist.
      Ja..., dachte sich Soraya, während sie Calvin anlächelte, ...Calvin hatte in der gestrigen Nacht recht gehabt. Auch sie wollte die restliche Adventszeit genau so weiter verbringen, wie bisher – mit ihm zusammen.


      Ende
      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • So sweeeeeet! *3*

      Bei mir schneit es zwar. Es bleibt aber nichts liegen... <.<

      Würde mich freuen, wenn du noch mehr Weihnachtsgeschichten parat hättest! *-*

      *ein wärmenden Kakao für Hina auf den Tisch stell*
    • Viel Spaß beim Lesen. Ein (sehr) kleiner Einblick, wie Eva (eventuell) ihre Weihnachtszeit verbringt.
      Ich hoffe es verkürzt dem ein oder anderen die Zeit bis 24.00 Uhr. ;)

      Evas Weihnachten

      Eva Energy streckte sich ausgiebig, ein zufriedenes Lächeln lag auf ihren Lippen. Sie hatte so eben das letzte Blech Plätzchen in den Ofen geschoben und konnte nun damit beginnen ihre Küche aufzuräumen.
      Heilig Abend war schon einige Tage vorüber und heute Nacht würde das neue Jahr mit Silvesterfeuerwerk eingeläutet werden, doch war es in Nostale seit je her Brauch, dass Weihnachten und Silvester keine zwei getrennte Festtage waren, sondern sie zusammen gehörten. Es wurde vom Mittwoch vor Heilig Abend bis Mitte Januar gefeiert und sich über die weiße Winterlandschaft gefreut.
      Eva selbst hatte es sich zur Aufgabe gemacht jedes Jahr bis zum 01. Januar durchgehend, jeden Tag frische Plätzchen für die Armen und Bedürftigen, wie auch für die Abenteurer und den Kindern zu backen. Es macht ihr viel Spaß die Freude auf ihren Gesichtern zu sehen, wenn sie herzhaft oder voller Genuss in ihre Plätzchen bissen. (Die Plätzchen überlebten nicht lange, so dass sie deswegen genötigt war jeden Tag neue zu backen.)
      Doch auch wenn es ihr sehr viel Freude und Spaß bereitete, andere mit ihren Plätzchen eine Weihnachtsfreude machen zu können, so war es doch jedes Jahr aufs neue sehr anstrengend und etwas stressig.
      Sie selbst war tagsüber so beschäftigt Plätzchen zu backen und zu verteilen, dass sie jeden Abend totmüde ins Bett fiel. Sie hatte gar nicht die Zeit und Muße, um selbst in Weihnachtsstimmung zu gelangen.
      Daher fing IHRE Weihnachtszeit immer am Abend des 31. Dezembers an, wenn das letzte Blech gebacken war und die Küche anschließend wieder blitzte und glänzte. DARAUF freute sie sich immer am Meisten zur Weihnachts-/Neujahrszeit.
      Eva stieß noch einmal lächelnd die Luft durch die Nase aus und fing – voller weihnachtlicher, guter Laune – an, ihre Küche sauber zu machen.
      Nachdem das erledigt war, konnte sie auch schon die letzten Plätzchen aus dem Ofen holen, stellte das Blech auf den Herd ab und ließ die Plätzchen dort abkühlen. Sie schloss noch die Ofentür und versicherte sich, dass sie den Ofen auch wirklich aus gestellt hatte. Dann löste sie die Schürze, welche sie trug, warf sie – vergnügt ein Weihnachtslied vor sich her summend – über den Haken an der Tür und ging ins Wohnzimmer, um dort den Kamin anzuzünden. Kaum tanzten die Flammen hinter der Glastür des Kamins lustig vor sich her, stellte sie das Heizungsthermostat aus, ging noch einmal zurück zur Küche, packte die nun etwas abgekühlten Plätzchen in eine Dose, wusch schnell das letzte Blech ab und räumte es weg. Anschließend ging sie wieder ins Wohnzimmer, griff sich aus ihrem Bücherregal ihr Lieblingsbuch zu dieser Jahreszeit heraus. Es war ein Buch mit vielen kurzen Weihnachtsgeschichten, manche lustig, manche mit einer Moral und manche simpel Legenden, wie die Geschichte vom Schneebuschi.
      Sie setzte sich auf die Couch in der Nähe des Kamins, legte die Beine seitlich in angewinkelter Position auf die Couch und schlug das Buch auf.
      Noch einmal atmete sie tief, zufrieden, durch. So liebte sie ihre Weihnachtszeit: Mit einem guten Buch am Feuer des Kamins und eventuell noch einem warmen Tee.
      Sie hob das Buch etwas höher und fing an zu lesen.

      Es war einmal ein normales Buschi, doch war dieses Buschi nicht ganz so normal, wie alle anderen Buschis. Dieses Buschi war nicht bunt, wie seine Artgenossen, sondern weiß – schneeweiß. Das Einzige, was es mit den anderen Buschis gemein hatte waren seine Streifen an Rücken und Schwanz. Doch auch hier ähnelte es den anderen Buschis nur, denn seine Streifen waren nicht weiß, wie bei allen anderen bunten Buschis, sondern schwarz. Dazu hatte das Buschi noch kristallblaue Augen, statt schwarzer.
      Dieses Buschi hieß Ark, doch wurde es von den anderen Buschis stets nur bösartig „Geist“ oder „Gespenst“ genannt, wegen seiner weißen Farbe. Wenn die Buschis ganz fies waren, riefen sie es sogar „Todesbuschi“ und tuschelten, dass es deswegen so gruselig weiß war, weil es in Wahrheit den Tod brachte – genau, wie der Schnee und die Kälte.

      Eva las und las... sie verschlang regelrecht die Geschichte in der das Santa-Buschi die Geschenke nicht ausliefern konnte, weil alles vollkommen eingeschneit war und die Buschis mit ihrem bunten Fell (auch das blaue Santa-Buschi) nun viel zu deutlich von Raubtieren gesehen werden konnten.
      Und das weiße Buschi schließlich Weihnachten rettete, weil es in den eingeschneiten Wäldern und Wiesen dank seines weißen Fells, so gut wie unsichtbar war und von Schneelöwen oder anderen Raubtieren nicht entdeckt werden konnte. So hatte es den anderen Buschis etwas voraus und konnte an Stelle des Santa Buschis die Geschenke ausliefern. Von da an wurde es von allen Buschis nie wieder „Geist“ oder „Gespenst“ genannt, sondern „Schneebuschi“ und war Jahr für Jahr ein willkommener Helfer beim Ausliefern der Geschenke, wenn alles in eine weiße Winterlandschaft getaucht war und nur Ark mit seinem weißen Fell in der Lage war ungesehen an den Raubtieren vorbei zu huschen und den Menschen Weihnachtsgeschenke zu bringen.
      Als sie die Geschichte beendet hatte, merkte sie, wie sich ihr Magen bemerkbar machte. Sie stand auf, ging in die Küche und machte sich eine Schnitte Brot, kam mit dieser zurück und stellte den Teller mit dem Brot darauf auf den Couchtisch. Dann drehte sie sich zum Kaminfeuer und legte Holz nach.
      Sie setzte sich wieder auf die Couch, griff sich den Teller, legte das geöffnete Buch gegen ihre angewinkelten Knie und las die nächste Geschichte, während sie zu Abend aß.
      Eine Seite nach der anderen wurde umgeblättert, der Teller stand geleert auf dem Couchtisch – in Vergessenheit geraten - , während Eva vollkommen in Weihnachtsgeschichten versunken war.
      Plötzlich schreckte sie auf, durch den lauten Knall den sie gehört hatte. Erschrocken blickte sie sich um – und da! Schon wieder knallte es. Evas Herz, welches gerade noch heftig gepocht hatte, beruhigte sich, als sie erkannte, dass der Knall von draußen kam. Sie lächelte beruhigt und legte das Buch zur Seite, stand dann auf und ging zu ihrem Fenster und schaute hinauf in den sternenklaren Himmel – es war nun 12 Uhr nachts und die Feuerwerksraketen erleuchteten den Himmel in bunten Farben und Mustern.
      Ihr Lächeln wurde nur noch breiter, während sie das Farbenspiel am Himmel beobachtete. Ohhh jaaa... auf „ihre“ Weihnachtszeit ab dem 31. Dezember freute sie sich definitiv immer wieder aufs neue. Denn schließlich hatte sie das Glück, dass für sie die Weihnachtszeit mit einem so wunderschönen Feuerwerk eingeläutet wurde und das Jahr für Jahr für Jahr.
      Mit strahlendem Lächeln und leuchtenden Augen sah sie hinauf in den Himmel.
      Eva würde es definitiv nicht anders haben wollen.


      Ende


      Viel Spaß beim Lesen meiner Nostale-Geschichte =)
      Geschichte Zweiklassen Trennung

      Einige Menschen schwimmen mit dem Strom,
      andere Menschen schwimmen gegen den Strom,
      - ich steh im Wald und finde den doofen Fluss nicht.


      Vielen Dank an Dark~Rose~Moné für den Avatar
    • Die Weihnachtsgeschichte in der Geschichte ist ja mega knuffig x3
      Evas Weihnachten passt noch recht gut zum heutigen Tag


      Noch 4h 15Minuten... dann ist ihr Highlight des Tages auch geschafft ^^


      Stolze Schwertkämpferin